Netztest

Kabel: Vodafone testet DOCSIS 3.1 mit 8,4 GBit/s in der Praxis

Bis zu 8,4 GBit/s waren es, die Vodafone vor kurzem in der Praxis über sein Kabelnetz übertragen konnte. Möglich wurde das durch einen Test von DOCSIS 3.1.
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8,4 GBit/s im Downstream wurden im Test erreicht8,4 GBit/s im Downstream wurden im Test erreicht Vodafone hat nach Informationen von teltarif.de in seinem Kabelnetz einen Praxistest mit DOCSIS 3.1 durchgeführt. Dabei hat der Anbieter in einer großen deutschen Stadt in einem bestehenden Versorgungsgebiet, in dem sowieso Arbeiten am Netz durchgeführt werden mussten, ein eigenes Segment aufgebaut, in dem DOCSIS 3.1 getestet werden konnte. Der Test fand somit gleichzeitig im tatsächlichen Netz statt, berührte aber keine Netzbereiche von Kunden.

Allerdings musste Vodafone beim Test improvisieren: Statt eines Modems, das auf EURODOCSIS 3.1 arbeitete, schaltete der Netzbetreiber sechs Modems zusammen, um die maximale Geschwindigkeit aus der Leitung zu holen. Grund dafür sei die fehlende Verfügbarkeit entsprechender Modems für solche Tests. Obwohl die einzelnen Modems bereits in der Lage sind, Gigabit-Geschwindigkeiten anzubieten, fehlen im Moment noch verschiedene Routerfunktionalitäten wie etwa die zur Einrichtung eines Homespots sowie für Firewalls, die in den heutigen Produkten standardmäßig vorhanden sein sollten. Aus diesem Grund wird es noch dauern, bis derartige Produkte auf Basis von DOCSIS 3.1 für den europäischen Markt verfügbar sind.

8,4 GBit/s im Downstream erreicht

In dem eigens errichteten Segment hat Vodafone im Test eine Geschwindigkeit von 8,4 GBit/s erreichen können. Dabei handelt es sich um die Gesamt-Kapazität des Segmentes. Würden also acht Kunden in diesem Segment mit jeweils 1 GBit/s Daten herunterladen, wäre die Kapazitätsgrenze erreicht. Allerdings ließe sich zumindest in dem Projektgebiet die Aufrüstung einfach erledigen, da hier die Glasfaserleitungen von Vodafone ohnehin bis in die Gebäude gelegt wurden und im jeweiligen Keller ein Konverter die Daten von der Glasfaser auf Koaxialkabel umwandelt. Es wäre damit im Technikraum vergleichsweise einfach, den einzelnen Glasfasersträngen eigene Segmente zuzuweisen und die Geschwindigkeit wieder zu erhöhen. Am Upstream wurde im Test allerdings nichts geändert. Solche Micro Nodes wandeln im Keller der Häuser das Glasfaser-Signal in ein für Koaxialkabel geeignetesSolche Micro Nodes wandeln im Keller der Häuser das Glasfaser-Signal in ein für Koaxialkabel geeignetes

Doch erst einmal ist das alles Zukunftsmusik: Um DOCSIS 3.1 wirklich effektiv nutzen zu können, bedarf es der Verfügbarkeit der Kapazitäten im Netz, die aktuell mit analogen Fernsehen und Radio belegt sind. Ein Drittel des Frequenz­spektrums im Kabelnetz wird hier für den alten Übertragungsstandard benötigt, der nach Branchenschätzungen im vergangenen Jahr nur noch von 18 Prozent genutzt wurde. Die Branche geht davon aus, dass spätestens Ende 2018 ein Nutzungsgrad von etwa 90 Prozent vorliegen wird, was eine Abschaltung zu diesem Zeitpunkt nahelegt. In Bayern und in Sachsen wurde daher bereits beschlossen, dass die Analogabschaltung bis Ende 2018 erfolgen soll.

Alle Details zu DOCSIS 3.1 haben wir auf einer Hintergrundseite für Sie zusammengefasst. Interessiert Sie, wie ein Kabelnetz grundsätzlich funktioniert und das Internetsignal zu den Kunden kommt? Werfen Sie mit uns einen Blick hinter die Kulissen eines Kabelnetzes.

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