Kabel Deutschland

Vodafone Kabel: Filesharer werden ab 10 GB gedrosselt

In den AGB stand sie schon länger, nun wird sie durchgesetzt: Die 10-GB-Drosselungsgrenze bei Vodafone Kabel wird nun nicht mehr so kulant ausgelegt wie bisher.
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In den Kabel-Deutschland-Verträgen stand sie schon lange im Kleingedruckten, doch kaum jemand hatte sie bislang bemerkt: Die Klausel zur Drosselung der Datengeschwindigkeit. Normalnutzer waren von der Drosselung ohnehin nie betroffen, denn die Klausel sprach nur von Filesharing-Traffic. Kabel Deutschland hat den Filesharing-Traffic seiner Kunden also schon immer separat vom regulären Traffic mitprotokolliert. Daran hat sich auch durch die Übernahme durch Vodafone nichts geändert.

Doch nun wird die Klausel auch so umgesetzt, wie sie in den Verträgen steht. Bislang haben Kabel Deutschland und Vodafone gegenüber ihren Filesharing-Kunden nämlich mehr Gnade walten lassen.

Neue Regelung und bisherige Kulanz-Regelung

Vodafone Kabel: Filesharer werden ab 10 GB gedrosseltVodafone Kabel: Filesharer werden ab 10 GB gedrosselt In den aktuellen Nutzungsbedingungen von Vodafone Kabel findet sich dieser Passus, der in ähnlicher Form auch in vielen alten Kabel-Deutschland-Verträgen steht:

Ab einem Gesamtdatenvolumen von mehr als 10 GB pro Tag wird die Übertragungsgeschwindigkeit nur für Filesharing-Anwendungen und nur bis zum Ablauf desselben Tages auf 100 kBit/s begrenzt. Alle anderen Anwendungen (z.B. Internetsurfen, Video-Streaming, Video-on-Demand, Social Networks) sind hiervon nicht betroffen.

Bislang gab es aber eine Kulanzregelung, die zum Teil in den Verträgen stand, teils nicht. Im Oktober 2014 haben wir die damaligen Vertragsbedingungen zitiert, in denen folgender Zusatz stand: "...aktuell wird eine Drosselung erst ab einem Gesamtdatenvolumen von 60 GB pro Tag durchgeführt."

10-GB-Grenze bei Filesharing wird durchgesetzt

Den Magazinen werdrosselt.de und Golem bestätigte Vodafone nun allerdings, das die Drosselgrenze seit Anfang November bei allen Verträgen umgesetzt werde. Die Umstellung soll in einigen Wochen abgeschlossen sein. Vodafone möchte nach eigener Aussage verhindern, dass ein übermäßiger Datenverbrauch einiger weniger Nutzer zu Engpässen für die überwiegende Mehrheit der übrigen Kunden führt. Die zur Verfügung stehende Bandbreite solle im Netz im Sinne eines optimalen Surferlebnisses auf alle Kunden gerecht verteilt werden.

Problematisch beim Passus von Vodafone Kabel ist, dass Bittorent, Filesharing und Peer-to-Peer auch für viele legale und sinnvolle Anwendungen genutzt werden können, beispielsweise für das Herunterladen von Linux-Distributionen. Auch Spielehersteller setzen mitunter auf derartige Techniken zur Verteilung ihrer neuesten Spiele oder Update-Pakete.

Vodafone Kabel nimmt mit der AGB-Klausel zwar keine pauschale Kriminalisierung seiner Kunden vor, Nutzer von legalen Filesharing-Diensten müssen sich aber wohl damit abfinden, dass sie über Vodafone Kabel zukünftig nur noch 10 GB Filesharing-Traffic pro Tag herunterladen können. Dann können sie erst wieder am darauffolgenden Tag weitermachen - oder sie müssen langfristig nach einem ungedrosselten Anbieter Ausschau halten.

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