Zwischenstand

Rheinische Post: Vodafone TV läuft nicht gut

IPTV-Produkt bekommt unter neuem Chef eine Gnadenfrist
Von Thorsten Neuhetzki
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Neuer Chef bei Vodafone: BestandsaufnahmeNeuer Chef bei Vodafone: Bestandsaufnahme Vodafone-TV steht beim Düsseldorfer Mobilfunk- und Festnetzbetreiber Vodafone offenbar unter keinem guten Stern. Wie die Rheinische Post heute unter Berufung auf einen Insider berichtet, zählt Vodafone bislang nur etwa 170 000 Kunden für das Produkt, das den Kunden TV-Inhalte bringen soll. Die Planvorgaben seien unlängst um 50 Prozent gesenkt worden. Unter dem neuen Chef Jens Schulte-Bockum bekommt das Produkt offenbar noch eine Gnadenfrist - trotz hoher Anlaufverluste.

Zielgruppe sind die etwa 3,4 Millionen DSL-Kunden. Lediglich fünf Prozent werden bislang mit dem Produkt erreicht, stimmen die vom Insider genannten Zahlen für "Joussens Baby", wie Vodafone-TV laut intern genannt werden soll. Friedrich "Fritz" Joussen verlässt das Haus Ende September in Richtung Reisekonzern TUI. Einer der Gründe für die Kündigung soll dem Bericht nach auch gewesen sein, dass ihm seitens der Konzern-Zentrale in London größere Investitionen in den Ausbau des Festnetzes verweigert worden waren.

Ex-Arcor-Standort in Eschborn soll verkleinert werden

Unter Schulte-Bockum - fünf Jahre in der Konzernzentrale in London tätig - wird es wohl auch für den ehemaligen Festnetzstandsort in Eschborn bei Frankfurt, einst der Sitz der geschluckten Arcor, Änderungen geben. Eine Verlagerung der Jobs im Personalwesen, Finanzbereich und der Rechtsabteilung nach Düsseldorf ist im Gespräch, ein Abbau des Standortes Eschborn die Folge.

Der neue Chef, der schon jetzt vor dem offiziellen Wechsel verstärkt in den Vordergrund tritt, hat neben dem Festnetzmarkt auch die Baustelle Mobilfunk. Zwar ist Vodafone aktuell Marktführer, doch die Telekom holt auf. Zuletzt verlor der Anbieter binnen eines Quartals mehr als 650 000 Kunden. Zudem machte der Anbieter mit verschiedenen großflächigen Netzstörungen auf sich aufmerksam, das Mobilfunknetz arbeitet in Teilen nicht so schnell wie es sollte und nicht zuletzt prasselte auch noch ein Facebook-Shitstorm auf das Unternehmen ein.

Marken-Relaunch bei o.tel.o steht bevor

Ein Ausweg, so mutmaßt die Rheinische Post, könnte eine Umwidmung der Marke o.tel.o sein. Sie war als Discounter-Marke nach Jahren aus der Versenkung geholt worden. Möglich sei aber, die Marke zur Flatratemarke umzubauen - ähnlich, wie E-Plus es mit Base gemacht hat. Nach einem Bericht der Telecom Handel, einer Fachzeitschrift für den Telekommunikationshandel, steht der Marke nun erst einmal ein Marken-Relaunch bevor, zu dem es ein neues Logo, eine neue Verpackung und eine neue Webseite geben soll.

Morgen wird der neue Chef erst einmal in Köln den ersten Flagship-Store des Unternehmens eröffnen. Hier sollen Kunden Termine vereinbaren können und sich beim Einstellen ihrer Smartphones helfen lassen können. teltarif.de wird für Sie vor Ort sein.

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