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Vodafone will auch IPTV anbieten

Übertragung von Vodafone TV über DSL, Kabel und Satellit geplant
Von dpa / Susanne Kirchhoff

Als dritter Anbieter in Deutschland neben der Telekom und HanseNet bringt Vodafone das Fernsehen übers Internet (IPTV) ins Wohnzimmer. "Das wird ein Erlebnis für Jedermann", kündigt Vodafone-Chef Fritz Joussen vollmundig an. Gleichzeitig stellt er ein für Vodafone-Kunden kostenloses Konzept vor, um verschiedene Geräte im "vernetzten Heim" zusammenzuführen.

Eine Woche vor der Internationalen Funkausstellung (IFA) lässt sich Joussen in einem Show-Room im Herzen von Berlin feiern. Wo die Friedrichstraße auf die Spree trifft, zeigt Vodafone die Set-Top-Box fürs neue TV-Angebot, so groß wie ein dicker Laptop, außen weiß und in der Mitte ein schwarzes Band mit Anschlüssen für die unterschiedlichen TV-Signale: Kabel, Satellit, Internet. Als Rekorder enthält die Box eine Festplatte mit einer Kapazität von 320 GB.

Konkurrenz für Entertain?

IPTV Foto: Arcor Schon vor drei Jahren, ebenfalls zur IFA, hatte die Deutsche Telekom ihr IPTV-Angebot Entertain gestartet. Nach Firmenangaben nutzen dies bislang 1,3 Millionen Telekom-Kunden. Es setzt einen schnellen DSL-Anschluss mit bis zu 16 MBit/s im Downstream voraus. Vodafone will bereits Kunden mit dem niedrigen DSL-Tempo ab 2 MBit/s abholen.

Das reicht zumindest für die Video-Ausleihe, zumal die Daten für die gewünschten Spielfilme über Nacht ins Haus tröpfeln können. Für die ruckelfreie Übertragung der TV-Signale im laufenden Fernsehprogramm sollten es dann aber schon mindestens 6 MBit/s sein.

Übertragung des TV-Signals auch über Satellit und TV-Kabel

Vodafone setzt auf eine Hybrid-Technologie: Das Fernsehsignal wird nicht nur über die Internetleitung, sondern auch über Satellit und TV-Kabel verbreitet. Damit spart der Netzbetreiber Investitionen und Bandbreite in seinen DSL-Leitungen. Die Erfahrungen mit dem IPTV-Angebot von Arcor hätten gezeigt, dass man dafür enorm große Bandbreiten benötige, erklärte Joussen. "Die Netze daraufhin auszulegen, lohnt sich nie."

Wenn Vodafone TV rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft eingeführt wird, soll es mindestens fünf Senderpakete mit unterschiedlicher Zusammensetzung geben. Ob der Bezahlsender Sky mit seinen Fußballübertragungen dabei sein wird, steht noch nicht fest. Zumindest technisch sei die Box in der Lage, auch die Sky-Programme aufzunehmen, erklärt Entwicklungschef Diego Massidda. Sky strebt bereits eine Kooperation mit Kabel-TV-Anbietern an. Die Übertragungsrechte für die Bundesliga über IPTV liegen bei der Deutschen Telekom mit ihrem Liga-total!-Angebot.

Joussen hat es sich zum Ziel gesetzt, alle 3,5 Millionen DSL-Kunden von Vodafone mit der neuen Set-Top-Box auszustatten. "Darauf richtet sich unsere Ambition." Daneben will Vodafone auch den DSL- Router intelligenter machen: Er soll mit einer Software so ausgerüstet werden, dass alle Arten von digitalen Geräten sich über das drahtlose Funknetz miteinander austauschen können. Das funktioniert mit allen Geräten, die eine Zertifizierung des Herstellerverbands der Digital Living Network Alliance (DLNA) haben.

Fotos, Videos, Musik und andere Inhalte könnten dann über WLAN auf alle Arten von Geräten gestreamt werden, erklärt Massidda. "Der Content bleibt, wo er ist, wird aber auf anderen Geräten zur Verfügung stehen." Deutschland-Chef Joussen meint dazu: "Man muss eben nicht alles von Apple haben, sondern man kann die verschiedensten Geräte miteinander kombinieren."

Lesen Sie auf der zweiten Seite, wie die Konkurrenten die Chancen von Vodafone TV einschätzen und was der Wettbewerb zwischen DSL- und TV-Kabel-Anbietern bei IPTV für die Kunden bringt.

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