Ausbau

Vodafone baut Glasfaser in Leipzig

Gestern war die Vertrags­unter­zeich­nung im Leip­ziger Rathaus. Voda­fone will "gigabit-schnelle" Internet-Anschlüsse für 1900 Haus­halte und Unter­nehmen auf der Basis von Glas­faser in Leipzig bauen.

Das Land Sachsen fördert den Glasfaserausbau durch Vodafone in Leipzig. Das Land Sachsen fördert den Glasfaserausbau durch Vodafone in Leipzig.
Foto: Picture Alliance / dpa
Das Unter­nehmen Voda­fone ist "neuer Partner der Stadt Leipzig für den Aufbau einer leis­tungs­fähigen Breit­ban­der­schlie­ßung mit hoch­moderner Glas­faser". Das gaben der Säch­sische Staats­minister für Wirt­schaft, Arbeit und Verkehr, Martin Dulig, sowie Leipzig-Ober­bür­ger­meister Burk­hard Jung und Rolf-Peter Scharfe von Voda­fone Deutsch­land bei einer gemein­samen Pres­sekon­ferenz bekannt.

Zuwen­dungs­ver­trag zum Breit­band­ausbau

Das Land Sachsen fördert den Glasfaserausbau durch Vodafone in Leipzig. Das Land Sachsen fördert den Glasfaserausbau durch Vodafone in Leipzig.
Foto: Picture Alliance / dpa
Den dafür notwen­digen Zuwen­dungs­ver­trag zum geför­derten Breit­band­ausbau haben alle Partner im Leip­ziger Rathaus unter­schrieben. In den kommenden zwei Jahren will Voda­fone ein Glas­faser­netz für rund 1900 Haus­halte und Unter­nehmen in mehreren Wohn-, Gewerbe- und Misch­gebieten Leip­zigs bauen und betreiben. Hierbei handelt es sich um das größte von insge­samt drei Losen, die die Stadt ausge­schrieben hat. Mit der heutigen Vertrags­unter­zeich­nung wurde der Start­schuss für diese umfang­reiche Infra­struk­tur­maß­nahme gegeben.

Leis­tungs­fähiger Breit­band­anschluss für Schulen, Unter­nehmen und Haus­halte

Staats­minister Martin Dulig erklärt, was sich die Politik vorstellt: „Die Pandemie hat uns deut­lich vor Augen geführt, wie wichtig ein leis­tungs­fähiger Breit­band­anschluss für Schulen, Unter­nehmen und private Haus­halte ist. Ein schneller Inter­net­anschluss gehört für mich zur Grund­ver­sor­gung. Er sorgt dafür, dass niemand abge­hängt wird und unsere Unter­nehmen wett­bewerbs­fähig bleiben. Dafür inves­tieren wir als Frei­staat allein in Leipzig für dieses Vorhaben mehr als 9,1 Millionen Euro.“

Ober­bür­ger­meister Burk­hard Jung freut sich, denn „Mit den unter­zeich­neten Verträgen können die Unter­nehmen mit der Umset­zung starten. Dadurch werden die als unter­ver­sorgt geltenden Gebiete in Leipzig erschlossen. Dank des Breit­band­aus­baus werden ca. 2250 Haus­halte und 157 Schulen mit Glas­faser ange­bunden und können von den Leis­tungen und den Möglich­keiten des schnellen Netzes profi­tieren.“

Rolf-Peter Scharfe, Leiter Glas­faser­koope­rationen bei Voda­fone Deutsch­land ist stolz, "die Stadt Leipzig mit unserer jahre­langen Erfah­rung bei Bau, Vermark­tung und Betrieb solcher Infra­struk­tur­maß­nahmen über­zeugt zu haben. Und wir danken Ober­bür­ger­meister Burk­hard Jung für das entge­gen­gebrachte Vertrauen. Gemeinsam wollen wir 1900 Haus­halte und Unter­nehmen vom digi­talen Stand­streifen auf die Über­hol­spur bringen und in den kommenden zwei Jahren an die Glas­faser­auto­bahn anschließen. Möglich macht das eine weit­sich­tige Politik, die heute schon die Weichen für die digi­tale Zukunft stellt.“

134 km Glas­faser, 1900 Anschlüsse

Um die 1900 Haus­halte und Unter­nehmen mit giga­bit­schnellen Internet-Anschlüssen zu versorgen, muss Voda­fone Glas­faser auf einer Tras­sen­länge von 134 Kilo­metern errichten. Ange­sichts der Fläche sowie der Einwohner- und Sied­lungs­struktur handle es sich dabei um eine "gewal­tige" Aufgabe mit hohen Inves­titionen von rund 23 Millionen Euro.

Alle Haus­halte und Unter­nehmen, die im Ausbau­gebiet liegen, werden in den kommenden Wochen von Voda­fone über das weitere Vorgehen infor­miert. Dann beginnt der Akti­ons­zeit­raum der soge­nannten "Vorver­mark­tung", in der die konkreten Tarif-Ange­bote bekannt­gegeben und Glas­faser-Verträge abge­schlossen werden können. Begleitet wird diese Phase unter anderem durch persön­liche Anschreiben und Infor­mati­ons­ver­anstal­tungen für alle inter­essierten Bürge­rinnen, Bürger und Unter­nehmen Leip­zigs.

Voda­fones Ziele

Voda­fone hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2022 rund zwei Drittel aller Deut­schen mit Gigabit-schnellem Internet zu versorgen – und möchte dafür einen Tech­nologie-Mix aus Kabel und Glas­faser einsetzen.

An anderer Stelle war bekannt geworden, dass Voda­fone seine Glas­faser-Ausbau­stra­tegie etwas zurück­gefahren hat. Bereits beschlos­sene oder verhan­delte Projekte (wie in Leipzig) werden gebaut, aber neue Vorhaben werden nicht mehr akqui­riert. Statt­dessen möchte sich Voda­fone auf die verstärkte Umrüs­tung seiner HFC-(Koaxial-Kabel)-basierten Kabel-TV-Infra­struktur konzen­trieren, die viel­fach auf Glas­faser­lei­tungen umge­stellt werden soll, ferner sollen die soge­nannten Cluster, wo sich verschie­dene Endkunden eine Band­breite teilen müssen umge­baut werden, damit es zur Haupt-Fern­seh­zeit nicht mehr zu Einbrü­chen bei TV oder Internet kommt.

Ferner wurde bekannt, das die Deut­sche Telekom am Voda­fone-Heimat­standort Düssel­dorf verstärkt Glas­faser ausbauen wird. Davon könnte auch Voda­fone profi­tieren. Die Corona-Pandemie zeigt übri­gens auch, dass die Band­breiten im Upstream wich­tiger werden.

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