Bald

Vodafone: Glasfaser-Kooperation steht kurz bevor

Schon im April gab es Hinweise darauf, dass Voda­fone ein Gemein­schafts­unter­nehmen für den Glas­faser­ausbau gründen will. Offenbar steht das nun kurz bevor.

Wie unten berichtet will Voda­fone Glas­faser nicht alleine zu den Kunden bauen, sondern im Rahmen eines Gemein­schafts­unter­neh­mens, so wie andere Netz­betreiber dies auch tun. Das Handels­blatt berichtet nun, dass eine derar­tige Koope­ration noch im Sommer verkündet werden könnte.

Die Voda­fone-Konzern­füh­rung versucht so offenbar laut dem Blatt, den Rück­stand zu Konkur­renten aufzu­holen, die ähnliche Projekte bereits gestartet hatten. Voda­fone will für das Gemein­schafts­unter­nehmen offenbar rund zwei Milli­arden Euro Eigen­kapital bei Inves­toren einsam­meln. Die unver­bind­lichen Gebote von Inter­essenten sollen noch diese Woche fällig sein, bindende Offerten in etwa sechs Wochen. Damit würde spätes­tens Ende August ein entspre­chendes Abkommen verkündet werden.

Auch zur Ausbau­stra­tegie teilt das Blatt weitere Details mit: Voda­fone will offenbar wohl zunächst gar keine ganz neuen Gebiete erschließen, sondern bestehende TV-Kabel durch Glas­faser ersetzen.


Erwägungen

Auch Vodafone will mehr Glasfaser direkt zum Kunden bauen

Die Telekom inves­tiert massiv in Glas­faser direkt zum Kunden, o2 hat dafür eine Koope­ration mit der Allianz-Versi­che­rung: Da will Voda­fone nicht zurück­stehen. Wird Voda­fone eben­falls ein Gemein­schafts­unter­nehmen gründen?
Von dpa /

Vodafone will mehr Glasfaser direkt zum Kunden bauen Vodafone will mehr Glasfaser direkt zum Kunden bauen
Fotos: pure-life-pictures-fotolia.com/teltarif.de, Logo: Vodafone, Montage: teltarif,de
Der bisher über­wie­gend auf Fern­seh­kabel ausge­rich­tete Inter­net­anbieter Voda­fone erwägt Milli­arden­inves­titionen in den Netz­ausbau mit reinen Glas­faser-Anschlüssen.

Wie das "Handels­blatt" berich­tete, spricht Voda­fone mit Inves­toren für den deut­schen Markt über die Grün­dung eines Glas­faser-Gemein­schafts­unter­neh­mens. So hatte es Konkur­rent Telefónica (o2) auch gemacht und 2020 zusammen mit dem Versi­che­rungs­kon­zern Allianz das Joint Venture "Unsere Grüne Glas­faser" (UGG) gegründet.

Zehn Milli­arden Euro Maxi­mal­inves­titionen?

Vodafone will mehr Glasfaser direkt zum Kunden bauen Vodafone will mehr Glasfaser direkt zum Kunden bauen
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Bei Voda­fone werden dem Bericht nach unter­schied­liche Szena­rien durch­gerechnet, als Maxi­mal­inves­titionen in das Gemein­schafts­unter­nehmen werden zehn Milli­arden Euro genannt. Eine finale Entschei­dung zum Joint-Venture hat der briti­sche Tele­kom­muni­kati­ons­kon­zern aber noch nicht getroffen. Ein Voda­fone-Spre­cher äußerte sich vage. Sollte es eine Nach­frage nach Glas­faser geben, könnte Voda­fone diese durch Optionen außer­halb der eigenen Bilanz angehen, sagte er.

Voda­fone setzt in Deutsch­land bei Inter­net­anschlüssen weit­gehend auf Fern­seh­kabel, die mit der DOCSIS 3.1-Tech­nologie auf Gigabit-Speed gebracht wurden. Glas­faser kommt auf der letzten Meile, also auf der Strecke bis in die Wohnung hinein, nicht zum Einsatz. Bei "Fiber to the Home" (FTTH) hingegen liegt auch auf diesem Teil­abschnitt Glas­faser - solche reinen Glas­faser-Anschlüsse bietet Voda­fone aber nur wenig an. Zwar ist Internet über Fern­seh­kabel eben­falls sehr schnell, in der Politik und unter Bran­chen­experten gilt reines Glas­faser auf lange Sicht aber als viel­ver­spre­chendster Über­tra­gungs­stan­dard.

Voda­fones größter Konkur­rent, die Deut­sche Telekom, war beim Thema FTTH lange Zeit zurück­hal­tend und nutzte statt­dessen Telefon-Kupfer­lei­tungen (DSL/VDSL). Inzwi­schen haben die Bonner ihren Kurs aber geän­dert und inves­tieren massiv in reine Glas­faser­lei­tungen. Das wiederum setzt Voda­fone unter Druck. Mit einem Glas­faser-Joint-Venture, bei dem Inves­toren für die nötige Finanz­kraft sorgen, könnte die Düssel­dorfer Deutsch­land-Tochter beim Zukunfts­thema FTTH stärker mitmi­schen als bisher.

Nach Inkraft­treten des neuen TKG wurde einem Voda­fone-Kabel­kunden (via eazy) der Vertrag ille­galer­weise auto­matisch um 12 Monate verlän­gert. Die Klärung zog sich hin - und teltarif.de musste helfen.

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