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Vodafone Connect will dem Fachhandel helfen

Unter dem Titel "Wenn der Kunde nicht mehr in den Shop kommt" stellt Voda­fone eine Online-Platt­form für Werbung, Handel und Versand vor, welche die Fach­händler vor Ort stärken soll.

Mit einem Internet-Online-Baukasten möchte Vodafone dem Handel unter die Arme greifen. Mit einem Internet-Online-Baukasten möchte Vodafone dem Handel unter die Arme greifen.
Foto: Vodafone Deutschland
Man muss sich diese Über­schrift auf der Zunge zergehen lassen. Wenn ein Kunde nicht mehr in den Shop kommt, kann das vieles bedeuten: Viel­leicht fühlt er sich längst ausrei­chend versorgt und ist hoch zufrieden oder viel­leicht bevor­zugt er nur eine andere Marke?

Platt­form 'Voda­fone Connect' für den Fach­händler vor Ort

Mit einem Internet-Online-Baukasten möchte Vodafone dem Handel unter die Arme greifen. Mit einem Internet-Online-Baukasten möchte Vodafone dem Handel unter die Arme greifen.
Foto: Vodafone Deutschland
Schon länger beob­achtet teltarif.de den Fach­handel und weiß auch, dass die dem Händler von Voda­fone zur Verfü­gung gestellte Soft­ware lange Zeit wenig Spiel­raum bot. Das Ziel war eher die Schal­tung vieler "neuer" Karten und Verträge und weniger der Über­blick, was der Kunde schon hat, wann ein Verlän­gerungs­termin anstehen könnte oder wo es Probleme gibt und welche Lösungen möglich sind.

Kunden kaufen vorsich­tiger ein?

Voda­fone sieht als Gründe "leere Innen­städte" aufgrund von Corona, die Menschen kämen nur vorsichtig in die Innen­städte zurück, um einzu­kaufen. In der Tat: Manche Kunden kaufen lieber online ein, weil es keine starren Öffnungs­zeiten oder lästige Park­platz­suche oder das Warten im Regen auf Bus oder Bahn gibt und man nicht in einer Schlange warten muss, bis man "mit Abstand" auch mal dran kommt.

Das stellt den ein oder anderen Fach­händler vor große Heraus­for­derungen, wenn ihn nicht längst Exis­tenz-Ängste plagen. Um weiterhin bestehen zu können, um vor Ort noch wahr­genommen zu werden und gleich­zeitig seine Kunden­bezie­hungen pflegen zu können, ist spätes­tens jetzt der Weg ins Internet unaus­weich­lich. Viele Händler haben schon eine Online-Präsenz aber oft mit mäßigem oder kaum Erfolg, denn im Internet zählt in erster Linie der Preis, der Preis und nochmal der Preis.

Ein kleiner Händler verzwei­felt oft daran, weil seine Einkaufs­preise oft über den im Internet aufge­rufenen Verkaufs­preisen liegen. Welche Chancen bleiben ihm da noch? Bera­tung, Bera­tung und Hilfe, etwa beim Einrichten oder Instal­lieren. Dabei tauchen natür­lich auch Kunden auf, die sich vor Ort beraten lassen, dann aber doch im Internet kaufen, das kann schon frus­trie­rend sein.

Voda­fone empfiehlt gezielte Werbung

Voda­fone empfiehlt gezielte Werbe­maß­nahmen, gut durch­dachte Prozesse und vor allem die Antwort auf die Frage: Wie kommt die Ware zum Kunden? Hier will die neue "Voda­fone Connect" Marke­ting-Platt­form ansetzen. Sie will Social Media Werbung mit Vertrieb und Versand verbinden: Der Fach­händler soll seine Online-Kampa­gnen mit wenigen Klicks kreieren können, gleich­zeitig seine Ware online verkaufen und direkt an den Kunden auslie­fern lassen.

Im Sinne des "Cross-Chan­nels" (so der Bran­chen­begriff) kann die bestellte Ware wahl­weise direkt zum Kunden nach Hause oder zur Abho­lung in den Shop gelie­fert werden. Denkbar ist auch, ein Produkt im Laden anzu­schauen und dann zu bestellen, es kann dann direkt nach Hause gelie­fert werden. Dadurch kann der regio­nale Fach­händler trotz aller Widrig­keiten weiterhin für seine Kunden vor Ort präsent sein und seine Produkte anbieten, erklären und verkaufen.

Kombi­nation von Face­book, Google und Voda­fone

"Voda­fone Connect" nutzt die Ange­bote von Face­book, Google und Voda­fone. Der Händler soll sich mit wenigen Klicks eine komplette Online-Präsenz und einen Shop einrichten können. Falls der Händler bereits einen Online-Shop haben sollte, lasse sich der "schnell und einfach" inte­grieren, verspricht Voda­fone. Durch die Einbin­dung des Kassen- und Waren­wirt­schaft­sys­tems soll der Endkunde sofort sehen können, ob die im Web-Shop bestellte Ware im Laden des Händ­lers auch vorrätig ist und gleich abge­holt werden kann.

Voda­fone bietet dem Händler eine "Landing­page" (die Start­seite des Händ­lers im Internet) mit Online-Shop und Anbin­dung an alle Voda­fone-Akti­vie­rungs­schnitt­stellen (z.B. Karten­frei­schal­tung), ein Webbanner, Google Such­anzeigen ("Search Ads / Google Local Campaigns"), Face­book Ads (Anzeigen bei Face­book) und ein "Werk­zeug" ("Tool") das die Buchung und den "Erfolg" der Anzeigen steuert und einen "Baukasten, wo man sich Beiträge oder Anzeigen auf Face­book- oder Insta­gram bauen kann, verbunden mit jeder Menge Beispielen. Es gibt Online-Trai­nings und -Webi­nare und eine Bera­tungs­hot­line.

Distri­butoren an Bord

Für kleine Händler ist die Einbin­dung eines Distri­butors (= großer Händler für Händler, der große Mengen an Lager und damit jeder­zeit versand­fertig hat) von Vorteil. Das bedeutet: Der kleine Händler Müller­meier braucht sich gar nicht viele Geräte auf Lager zu legen, der Kunde kann bei ihm online oder im Laden bestellen und der Distri­butor schickt das Gerät mit dem Händler Müller­meier als Absender und auf der beigepackten Rech­nung, wahl­weise direkt zum Kunden oder in den Laden. Die Liefer­zeit beträgt dann idea­ler­weise 1-2 Tage, abhängig vom gewählten Versand­unter­nehmen und von der Liefer­bar­keit des gewünschten Arti­kels.

Zum Start arbeitet Voda­fone mit den großen deut­schen Distri­butoren Komsa/Aetka (Hart­manns­dorf bei Chem­nitz, Sachsen), Herweck (Kirkel, Saar­land) und Brodos (bei Nürn­berg) zusammen. Durch die enge Zusam­men­arbeit mit den Distri­butoren konnten die notwen­digen Schnitt­stellen und tech­nischen Anfor­derungen defi­niert werden, um den gemein­schaft­lichen Erfolg von "Voda­fone Connect" sicher­zustellen. "Voda­fone Connect" bietet jetzt eine einheit­liche Lösung für den Vertrieb, die Distri­butionen und den Handel.

Eine Einschät­zung: Vertrauen und Kompe­tenz sind wichtig

Trotz aller Verspre­chungen: So einfach, wie es sich anhört, ist es nicht. Ein Händler braucht viel Kompe­tenz, muss Vertrauen aufbauen und muss alles vermeiden, was beim Kunden Miss­trauen sät. Der Händler muss nicht nur den schnellen Abschluss, sondern auch die Bera­tung nach dem Kauf im Auge haben, wenn etwas nicht funk­tio­niert (weil falsch einge­richtet) oder wirk­lich defekt ist, nebst Garan­tiefragen, Umtausch, Repa­raturen und so weiter.

Ein Händler, der nur auf einen einzigen Netz­betreiber setzt, hat es schwer. Bietet das gewählte Netz in seiner Region wirk­lich die beste Versor­gung? Welche Anfor­derungen hat der Kunde? Spielen Netz­qua­lität, Daten­geschwin­dig­keit und Zuver­läs­sig­keit eine wich­tige Rolle oder geht es eher um den Preis? Werden dafür mögliche Funk­löcher oder mögliche (zeit­wei­lige) Störungen tole­riert? Hier haben Multi­marken-Händler, die alle drei (oder viel­leicht mal später vier) Mobil­funk-Netze und auch das Fest­netz im Programm haben, einen wesent­lichen Vorteil.

Ein weiteres Stand­bein können die Instal­lation von Heim­netz­werken (echte Verka­belung, WLAN-Netze) evtl. in Zusam­men­arbeit mit einem Elektro-Fach­betrieb und das Einrichten und Warten von Compu­tern eine Option sein. Von reinem "Kisten­schieben" kann heute kein kleiner Händler mehr leben.

Voda­fone plant ein spezi­elles Daten­paket für Schüler, jedoch mit Einschrän­kungen.

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