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Vodafone Easy und o2 Free: Diese Nachteile gibt es ohne LTE

Auch aktuelle Tarife von Vodafone und o2 müssen teilweise ohne LTE-Freischaltung auskommen. Das ist nicht zeitgemäß. Je nach Netzausbau haben die Kunden mancherorts nur GPRS oder EDGE zur Verfügung,
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o2 machte mit seinen Free-Tarifen im Herbst vergangenen Jahres den Anfang, jetzt ist Vodafone mit den Easy-Verträgen gefolgt: Es gibt wieder Mobilfunk-Anschlüsse direkt vom Netzbetreiber, die ganz oder teilweise ohne LTE-Freischaltung auskommen müssen. Für den mobilen Internet-Zugang steht demnach - bei Vodafone Easy generell, bei o2 Free nach Verbrauch des Highspeed-Datenvolumens - nur noch das UMTS-Netz zur Verfügung.

Auf den ersten Blick muss die Beschränkung nicht einmal ein Nachteil sein. So wirbt Vodafone für die Easy-Tarife mit bis zu 21,6 MBit/s im Downstream - also mit einer Datengeschwindigkeit, die selbst bei vielen kabelgebundenen Internet-Zugängen im Festnetz kaum erreicht wird. Vorteil bei o2 Free ist es wiederum, nach Verbrauch des zum Tarif gehörenden Highspeed-Datenvolumens, das auch im LTE-Netz genutzt werden kann, über UMTS unbegrenzt weitersurfen zu können - wenn auch "nur" mit 1 MBit/s, was vor allem am Smartphone für die meisten Anwendungen reichen sollte.

Ohne LTE oft nur GPRS oder EDGE verfügbar

Aktuelle Tarife mit (teilweisem) Verzicht auf LTEAktuelle Tarife mit (teilweisem) Verzicht auf LTE Ohne LTE-Freischaltung müssen die Kunden aber generell auf mobiles Breitband-Internet verzichten, wenn sie sich an einem Ort aufhalten, an dem das UMTS-Netz nicht zu empfangen ist. Vor allem im Vodafone-Netz, aber auch bei Telefónica, gibt es auf dem Land immer mehr Gegenden, in denen zwar LTE und GSM, nicht aber UMTS ausgebaut wurde. Wer in einer solchen Region auf 4G verzichten muss, kann zwar im 2G-Netz noch problemlos telefonieren, über GPRS und EDGE aber kaum mobile Datendienste nutzen.

Vodafone wirbt in seinem Online-Shop für die Easy-Tarife und weist auf die maximale Übertragungsgeschwindigkeit des Internet-Zugangs hin. Ein Hinweis auf die fehlende LTE-Freischaltung fehlt aber. Zu o2 Free erfährt man auf der Webseite des Netzbetreibers zwar, dass man nach Verbrauch des Highspeed-Volumens mit 1 MBit/s weitersurfen kann. Auf den ersten Blick ist aber auch hier nicht erkennbar, dass der 4G-Zugang in diesem Fall abgeschaltet wird.

Auch für Telefonie LTE von Vorteil

Selbst für Telefonate ist der fehlende LTE-Zugang ein Nachteil. So profitieren die Kunden nicht von den bei VoLTE üblichen kurzen Rufaufbauzeiten. Besitzer einer Vodafone-Vertragskarte mit LTE-Zugang können über VoLTE sogar in Crystal-Clear-Qualität telefonieren. o2-Free-Kunden, die ein für WiFi Calling geeignetes Smartphone verwenden, könnten im LTE-Mobilfunknetz unterbrechungsfrei weitertelefonieren, wenn sie den Empfangsbereich des WLAN-Hotspots verlassen. Wird nach dem Verbrauch des Highspeed-Volumens der Zugang auf GSM und UMTS begrenzt, so funktioniert das nicht mehr.

Mittlerweile sind selbst die Prepaid-Tarife von Telekom, Vodafone und o2 für das LTE-Netz freigeschaltet. Im Telefónica-Netz haben sogar viele Discount-Marken Zugang zu 4G. Mit der Deutschen Telekom liebäugelt ein erster Netzbetreiber bereits damit, das UMTS-Netz im kommenden Jahrzehnt abzuschalten, zumal LTE deutlich effektiver ist und mit 5G bereits der nächste Mobilfunkstandard in den Startlöchern steht. Insofern mutet es wie eine Reise in die Mobilfunk-Vergangenheit an, wenn mittlerweile gleich zwei Netzbetreiber wieder Tarife auf den Markt bringen, die zumindest teilweise ohne LTE-Zugang auskommen müssen. Darüber können auch die zweifellos innovativen Tarifkonzepte wie zum Beispiel o2 Free nicht hinwegtäuschen.

Im Herbst vergangenen Jahres haben wir untersucht, inwieweit im Vodafone-Netz der Verzicht auf LTE zu verschmerzen ist. Details dazu finden Sie in einer weiteren Meldung.

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