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Vodafone Crystal Clear ausprobiert: Besser als HD Voice

Vodafone verspricht mit Crystal Clear Handygespräche in HiFi-Qualität. Wir haben den besseren Sprachcodec ausprobiert und berichten über die Erfahrungen, die wir mit zwei Sony Xperia XZ gemacht haben.
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Vodafone Crystal Clear im TestVodafone Crystal Clear im Test Im Sommer 2016 hat Vodafone als nach eigenen Angaben erster und bislang einziger Mobilfunk-Netzbetreiber in Europa den Crystal-Clear-Standard in seinem LTE-Netz aktiviert. Damit soll die Handy-Telefonie in HiFi-Qualität möglich sein. Die Kunden hatten allerdings zunächst nichts vom besseren Sprachcodec, denn es gab noch gar keine Smartphones, die den Standard unterstützen.

Erst Ende vergangenen Jahres war mit dem Sony Xperia XZ ein erstes Handy für Crystal Clear verfügbar. Per Software-Update wurden vier Wochen später auch das Samsung Galaxy S7 und das Samsung Galaxy S7 Edge für das neue Leistungsmerkmal freigeschaltet. Dieses steht für die Kunden automatisch und ohne Aufpreis zur Verfügung.

Voraussetzung zur Nutzung ist ein kompatibles Smartphone, die Freischaltung des Vertrags für Voice over LTE (VoLTE) und die Nutzung des 4G-Netzes, denn über GSM und UMTS steht Crystal Clear nicht zur Verfügung. Diese Voraussetzungen müssen beide Gesprächspartner erfüllen. Ferner müssen beide Teilnehmer im Vodafone-Netz telefonieren. Netzübergreifend steht bis dato nicht einmal HD Voice zur Verfügung, Crystal Clear bieten die Deutsche Telekom und Telefónica noch gar nicht an.

Test mit zwei Sony Xperia XZ

Wir hatten die Möglichkeit, den verbesserten Sprachcodec mit zwei Sony Xperia XZ zu testen. Dabei haben wir ein herkömmliches Telefonat aufgebaut. Die Verbindung wurde nach entsprechender Freischaltung der SIM-Karten im 4G-Netz aufgebaut. Im Menü der Smartphones musste VoLTE dazu nicht manuell eingeschaltet werden - im Gegenteil: Anders als bei den ersten für die LTE-Telefonie tauglichen Handys gibt es beim Sony Xperia XZ zumindest mit Vodafone-Software gar keine Möglichkeit, VoLTE manuell ein- und auszuschalten.

Die Sprachqualität war in der Tat sehr gut - noch deutlich besser und natürlicher als mit HD Voice, das wir parallel mit dem Apple iPhone 7 Plus und dem Samsung Galaxy S7 getestet haben. Hintergrundgeräusche wurden - wie bei HD Voice - sehr gut gefiltert, aber selbst Musikübertragungen klangen mit Crystal Clear recht gut. Zudem hörte man deutlich, dass das übertragene Frequenzspektrum größer als bei HD Voice ist.

Vodafone selbst spricht davon, dass der Frequenzbereich bis 20 kHz beim Einsatz von Crystal Clear übertragen wird. Bei HD Voice werden 7 kHz erreicht. Im direkten Vergleich klang HD Voice deutlich dumpfer als Crystal Clear. Ein herkömmliches Handygespräch hörte sich im Vergleich zu den beiden besseren Codecs fast wie eine Radiostation auf Mittelwelle an.

HiFi-Sound wird nicht ganz erreicht

Ganz erreicht wird HiFi-Qualität aber über Crystal Clear nicht. So waren digitale Artefakte deutlich, wenn auch nicht störend, zu hören - vergleichbar mit einem Webradio oder einem über DAB+ übertragenen Hörfunkprogramm mit niedriger Bitrate oder einem ebenfalls mit niedriger Datenrate aufgezeichneten Musiktitel im MP3-Format.

Crystal Clear funktionierte im Test sehr stabil. Auch längere Telefonate konnten geführt werden, ohne dass sich die Übertragungsqualität verschlechtert hat. Wichtig dabei ist, dass die Smartphones beider Gesprächsteilnehmer durchgehend im LTE-Netz eingebucht sind. Sobald eines der Geräte auf UMTS oder GSM zurückfällt, steht Crystal Clear nicht mehr zur Verfügung.

Wünschenswert wäre die Einführung des Standards auch in den beiden anderen deutschen Mobilfunknetzen sowie im Festnetz. Wichtig wäre aber vor allem auch, dass die Netzbetreiber daran arbeiten, die bessere Übertragungsqualität bei Crystal Clear und HD Voice auch über die Netzgrenzen hinaus anzubieten. In einer weiteren Meldung finden Sie zusätzliche Details zu Crystal Clear im Vodafone-Netz.

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