Breitbandausbau

Fader Beigeschmack: Breitband für Metropolen

Der Breitbandausbau in Städten hat stets einen faden Beigeschmack, denn in der Regel können die Haushalte zwischen mehreren Highspeed-Internet-Anbietern wählen, während in ländlichen Regionen häufig nur ein Anbieter ein paar Megabit zur Verfügung stellt.
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Vodafone Kabelnetz Ausbau Rheinland-Pfalz Dreyer Clement
Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, begrüßt die Aufrüstung der Vodafone-Kabelnetze in Mainz und Trier. Laut Geschäftsführungsmitglied Christoph Clément sollen bald weitere Städte in Rheinland-Pfalz folgen.
In Berlin setzt die Gesobau, eines von sechs kommunalen Wohnungsunternehmen, die Zusammenarbeit mit dem Kabelnetzbetreiber PYUR fort. Der zur Tele Columbus AG zählenden Netzbetreiber wird auf Basis eines neuen Ver­sorgungsvertrags 16.000 Wohnungen der Gesobau mit einem Glasfaseranschluss bis ans Gebäude (FTTB) ausstatten. Dafür muss PYUR allerdings umfangreiche Tief­bauarbeiten vornehmen, denn der Netzbetreiber will pro Knotenpunkt nur 32 Wohn­einheiten anschließen, um einen möglichst hohen Datendurchsatz zu gewährleisten. Bis Ende 2019 müssen dafür aber Tiefbauarbeiten auf einer Trassenlänge von 50 Kilometern durchgeführt werden, um unter anderem neue aktiven Netzkomponenten zu installieren.

Von der Spree an die Elbe. In Hamburg rüstet Vodafone sein Kabelnetz für Giga­bit-Speed auf. Ab sofort können rund 590.000 Kabelhaushalte mit bis zu 1 GBit/s im Internet surfen. Der Tarif kostet im ersten Jahr 19,99 Euro pro Monat, wird im zweiten aber mit monatlich 69,99 Euro mehr als dreimal so teurer. Dieses Angebot macht Vo­dafone auch seinen Kunden in Mainz und Trier. Dort erreicht der Kabelnetzbetreiber 205.000 Haushalte. „Bis Ende März werden es mehr als 550.000 und damit 30 Pro­zent aller rheinland-pfälzischen Haushalte sein“, sagt Christoph Clément, Mitglied der Geschäftsleitung von Vodafone Deutschland.

Außerhalb der Kabelnetze

Typisch jedoch für Kabelnetzbetreiber: Sie verharren in ihren bestehenden Netz­gebieten, die lediglich hier und da mit lukrativen Neubaugebieten erweitert werden. In kleineren Städten oder auf dem Land verkünden die Kabelnetzbetreiber eher selten Gigabit-Aufrüstungen. Hier ist mehrheitlich die Deutsche Glasfaser aktiv. Das Unter­nehmen wird nicht müde zu betonen, dass ihre reinen Glasfasernetze ohne Kupfer auskommen – im Gegensatz zu den Netzen Kabelgesellschaften und der Deutschen Telekom. Ein reines Glasfasernetz erhalten nun die Unternehmen der Kreisstadt Kleve. Ende November erfolgte der Spatenstich an der zentralen Verteilstation für das Netz, dem sogenannten Point of Presence. Von dieser Stelle aus erfolgt der Ausbau in den Klever Gewerbegebieten mit reiner Glasfaser auf einer Fläche von 180 Hektar. „Insgesamt werden im ersten Schritt in den Gewerbegebieten in Kleve rund 30 Unter­nehmen von dem neuen Glasfasernetz profitieren“, erklärt Eileen Andonov, Ge­schäftskundenberaterin bei der Deutschen Glasfaser. Bis voraussichtlich Anfang April 2019 werden die Arbeiten andauern.

Steuergeld für Breitband

Deutsche Glasfaser Breitbandausbau Kleve
Der Point of Presence ist die zentrale Verteilstation, von der aus die Deutsche Glasfaser den Netzausbau in Kleve angeht
Wenn selbst die Deutsche Glasfaser keinen eigenwirtschaftlichen Ausbau anstrebt, müssen Bund und Länder mit Fördermitteln aushelfen. So geschehen im Landkreis Neuwied. Der Bund steuerte 6,7 Millionen Euro bei, vom Land kamen 5,37 Millionen Euro und weitere 1,3 Millionen Euro wurden aus Eigenmitteln bereitgestellt. Mit dem Geld wurden in 20 Monaten Bauzeit 460 Kilometer Glasfaser verlegt. Rund 11.600 Haushalte, über 2.000 Unternehmen und 70 Schulen können nun im rheinland-pfälzischen Landkreis mit maximal 50 MBit/s im Internet surfen. Das ist der Ausbau in der Fläche. Zum Vergleich: 1&1 Versatel will Unternehmen in den Hamburger Stadt­teilen Billbrook, Bahrenfeld und Alsterdorf Bandbreiten bis zu 100 GBit/s anbieten. Neuwied oder Hamburg? Der Faktor Breitbandanbindung spricht trotz Breitbandaus­bau weiterhin eine deutliche Sprache.

Die Deutsche Telekom kennt sich hingegen mit sämtlichen Bandbreiten aus, von den wenigen Megabit eines herkömmlichen DSL-Anschlusses über die 250 MBit/s dank Super-Vectoring bis zu Gigabit-Speed mit Glasfaser. Über die jüngsten Ausbau­vorhaben informiert die Telekom in ihrem Blog. Auffällig dabei: Seit der Bund seine Förderung auf Glasfaser fokussiert, finden sich hier auch mehr Ausbauprojekte mit Download-Geschwindigkeiten von bis zu 1 GBit/s – und das nicht nur in Großstädten.

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