Netzausbau

Berlin: Vodafone verlegt das Glasfaser-Kabel bis zum Haus

13 500 Mieter der degewo in Köpenick bekommen schnelles Internet bis zum Haus. 53 Kilometer Glasfaserkabel werden dazu verlegt.
Aus Berlin-Köpenick berichtet
AAA
Teilen (15)

Mit dem Glasfaser bis ins HausMit dem Glasfaser bis ins Haus Wer in diesen Wochen durch den östlichen Teil von Berlin-Köpenick geht, sieht oftmals Bautrupps, die orangene Kabel in die Erde unter den Bürgersteigen verlegen. Was trivial aussieht, wird aber für 13 500 Mieter in Köpenick eine zukunftsfähige Breitbandversorgung bedeuten: Vodafone (ehemals Kabel Deutschland) wertet sein reines Kabelnetz zusammen mit der Wohnungsbaugesellschaft degewo zu einem FTTB-Netz auf. Damit können theoretisch Geschwindigkeiten im Gigabit-Bereich ermöglicht werden.

Insgesamt werden noch bis Ende des Jahres 53 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Acht Kilometer müssen alleine für die Zuführung des Signals in das Wohnquartier vergraben werden. Im Rahmen des Projektes soll dann zwar nicht jede Hausnummer in der degewo, aber zumindest jedes freistehende Haus einen direkten Anschluss an das Glasfasernetz bekommen.

Bisher versorgte ein Kabel-Wettbewerber die Mieter mit einem TV-Signal. Das jetzt neu gebaute Netz weist eine Besonderheit auf: Das gesamte Netz und die HUB-Standorte für die Signalheranführung bleiben im Eigentum der Wohnungsbaugesellschaft degewo. Sie ist damit auch Betreiber der NE4. TV-Signale werden im Rahmen der Nebenkostenabrechnung mit den Mietern abgerechnet. Möchte ein Mieter jedoch Pay-TV-Produkte oder Telefon- und Internet-Leitungen über Vodafone nutzen, so liegt die direkte Kundenbeziehung bei Vodafone.

Vorbereitungen für DOCSIS 3.1

Ab Jahresanfang 2017 sollen die 13 500 Mieter die neuen Produkte buchen können. Vodafone wird dann zunächst einmal das aktuelle Spitzenprodukt mit 400 MBit/s im Downstream als Maximalgeschwindigkeit vermarkten, könnte aber bei steigendem Datenratenbedarf leicht die Datenraten erhöhen. Der Ausbau selbst erfolgt in sechs Clustern in den unterschiedlichen Ortsteilen von Köpenick. Namentlich nennen degewo und Vodafone Friedrichshagen, Oberschöneweide, Spindlersfeld und die Altstadt. Das Netz wird beim Ausbau bereits für den neuen Kabelstandard DOCSIS 3.1 vorbereitet. Ausbauarbeiten im ViertelAusbauarbeiten im Viertel

Generell müssen die Kabelnetzbetreiber in den kommenden Jahren ihre Kabelnetze deutschlandweit in einer ähnlichen Art und Weise ausbauen, da die bisherigen Cluster mit dem Datenhunger der Kunden oft überfordert sind und es zu Netzüberlastungen kommen kann. Um das zu vermeiden, wird das Glasfaserkabel wie im aktuellen Fall in Berlin-Köpenick immer näher an den Kunden herangeführt - im Idealfall wie hier bis in das Gebäude oder gar die Wohnung des Kunden. Dieser Glasfaserausbau betrifft auch das klassische Festnetz.

Teilen (15)

Mehr zum Thema Internet über TV-Kabel