schädlich

Auf USB-Sticks lauern oft Viren und Trojaner

Schadsoftware verbreitet sich zunehmend über Wechselmedien
Von dpa / Steffen Herget

Viren oder Trojaner können verheerende Schäden auf Computern anrichten. Ist der eigene Rechner erst infiziert, sind Schadprogramme nur schwer zu vernichten. Gefahren für den PC gehen aber nicht nur vom unbedachten Surfen im Internet oder dem Öffnen von E-Mail-Anhängen aus: Zunehmend verbreitet sich Schadcode auch über Wechselmedien wie USB-Sticks oder externe Festplatten.

"Viren suchen sich stets neue Verbreitungswege", erklärt Christoph Hardy von Sophos, einem Anbieter für IT-Sicherheitslösungen in Mainz. Mobiler Datentransport sei deshalb eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle für den eigenen Computer.

Mehrzahl der Infektionen durch Wechselmedien

Bild eines USB-Sticks © HLPhoto - Fotolia.com Ganz im Gegenteil: Im Jahr 2008 waren annähernd zwei Drittel aller potenziellen Infektionen mit Schadcode in Europa und Afrika sowie dem Mittleren Osten auf die Nutzung von Wechselmedien zurückzuführen. Das geht aus dem "Internet Security Threat Report" des Softwareanbieters Symantec [Link entfernt] aus München hervor, der aktuelle Netz-Gefahren analysiert. Ein Jahr zuvor waren es erst 44 Prozent gewesen.

"Beim Anschließen von portablen Datenträgern verbreitet sich die Malware heimlich durch sogenannte Shared Executable Files", erläutert Virenforscher Candid Wüest von Symantec. Anwender gäben den Schadcode auf diesem Weg manuell, quasi per Hand, an andere Nutzer weiter. Weil Wechselmedien und andere tragbare Massenspeicher vermehrt Anwendung finden, würden auch mehr Schädlinge über diesen Kanal verbreitet.

Dabei kann der Nutzer leicht vorsorgen. "Aufgrund der schnellen Veränderungen und des Auftauchens von immer neuen Viren, Würmern und Trojaner müssen sich Sicherheits-Software sowie Antiviren-Programme stets auf dem neuesten Stand befinden", erläutert Sebastian Spooren vom Institut für Internet-Sicherheit (ifis) der Fachhochschule Gelsenkirchen.

Fremde Datenträger sollten immer geprüft werden

Bevor man auf die Daten auf einem fremden USB-Datenstift oder einer externe Festplatte zugreift, gehören die Geräte mit einem aktuellen Antiviren-Programm auf Malware hin überprüft, rät Spooren. Beim Absichern gegen Schadprogramme ist der Anwender in der Pflicht, sagt auch Fabian von Keudell von der in München erscheinenden Zeitschrift "Chip". Neben täglichen Updates der Antiviren-Software kommt es auch auf das regelmäßige Aktualisieren der Windows-Software an.

Doch Antiviren-Software ist nicht gleich Antiviren-Software: Ein kostenloses Programm reicht laut Christoph Hardy nicht mehr aus, um den Computer vor allen auftretenden Gefahren zu schützen. Schutz vor Schadcode auf Wechselmedien bieten dem Experten zufolge vor allem sogenannte On-Access-Virenscanner. Sie blockieren die Angreifer sofort beim Aufrufen einer befallenen Datei. "Taucht eine verdächtige Datei auf, sollte sie umgehend gelöscht werden."

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