Hybrid-Router

Viprinet lässt Router-Werbung von der Telekom verbieten

Der Router-Hersteller Viprinet hat eine Einstweilige Verfügung gegen die Telekom erwirkt, die ihr verbietet zu behaupten, als erster Telekommu­nikations­anbieter einen Hybridrouter zu vertreiben.
Von Marie-Anne Winter
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Der Router-Hersteller Viprinet hat vor dem Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung gegen die Deutsche Telekom erwirkt. Die Deutsche Telekom darf nicht länger behaupten, dass sie der erste Telekommuni­kations­anbieter sei, der Hybridrouter vertreibe. Wie Viprinet heute mitteilte, hat das Unternehmen bereits vor zwei Wochen eine entsprechende Verfügung veranlasst, die der Telekom diese und ähnliche Aussagen in ihrer Werbung untersagt. Allerdings verstieß die Telekom laut Virpinet weiterhin gegen die gerichtlichen Auflagen, woraufhin es Zwangsmaßnahmen und weitere einstweilige Verfügungen beantragte, die erteilt wurden. Viprinet-Stand auf der CeBIT 2014.Viprinet-Stand auf der CeBIT 2014.

Der deutscher Router-Hersteller vertreibt seit 2008 VPN-Router, die mehrere Internetverbindungen zu einer ausfallsicheren Gesamtanbindung bündeln können. So kann zum Beispiel aus DSL und LTE eine Hybrid-Anbindung geschaltet werden, bei der die Grundlast der Datenübertragungen auf der günstigen DSL-Leitung läuft und nur für Lastspitzen freie Kapazitäten im LTE-Netz mitgenutzt werden. Seit 2012 hat die Deutsche Telekom immer wieder angekündigt, bald mit einem von Huawei produzierten Hybrid-Router auf den Markt zu gehen. In der zweiten Jahreshälfte 2014 wurde das Gerät zwar immer noch nicht ausgeliefert, dafür warb die Telekom für ihren Router Speedport Hybrid aber bereits mit Spitzen- und Alleinstellungsbehauptungen, die nahelegten, dass ein solches Gerät eine Innovation der Telekom sei.

Viprinet bietet seit Jahren Hybridrouter an

Viprinet hält dagegen, dass das Unternehmen schon seit 2006 Hybridrouter entwickelt und verkauft. Die Telekom behaupte deshalb zu Unrecht, als erster Netzbetreiber ein solches Gerät anzubieten. Während es sicherlich Auslegungssache sei, ob man das China-Produkt als Plagiat oder nur als gut inspiriert ansehe, sei dieser Umstand ein leicht zu überprüfendes Faktum.

Viprinet-Geschäftsführer Simon Kissel sagt dazu: "Wir haben nichts gegen Wettbewerb. Sicher darf es neben dem deutschen Original in Sachen Bündelungstechnik in deutschen Haushalten auch billige Chinaprodukte geben, solange dadurch deutsche Sicherheitsinteressen nicht gefährdet werden. Aber der Wettbewerb muss fair sein. Es steht der Deutschen Telekom nicht gut zu Gesicht, sich mit fremden Federn zu schmücken."

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