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Studie: Potenzial für werbefinanziertes Video-on-Demand

Einer Studie zufolge ziehen 54 Prozent der Deutschen Video-On-Demand dem klassischen linearen Fernsehen vor. Für die Mehrheit kommt dabei ein kostenfreies Video-On-Demand-Angebot mit Werbung grundsätzlich infrage.
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Einer aktu­ellen reprä­sen­ta­tiven Studie zufolge ziehen 54 Prozent der Deut­schen Video-On-Demand dem klas­si­schen linearen Fern­sehen vor. Für die Mehr­heit der Bundes­bürger kommt dabei ein kosten­freies Video-On-Demand-Angebot mit Werbung grund­sätz­lich infrage.

Das Hamburger Markt­for­schungs­in­stitut Sple­ndid Rese­arch hat im Dezember 2018 im Rahmen einer reprä­sen­ta­tiven Umfrage 1221 Deut­sche zwischen 15 und 69 Jahren online zum Thema Video-On-Demand (VoD) befragt. Die Studie unter­sucht das Medi­en­nut­zungs­ver­halten, die Präfe­renz von Video-On-Demand gegen­über dem klas­si­schen Fern­sehen, die Zahlungs­be­reit­schaft für werbe­freie Inhalte sowie die Bekannt­heit und Nutzung von insge­samt 27 VoD-Anbie­tern.

Lineares Fern­sehen nach wie vor beliebt

Großes Potenzial für werbefinanziertes VoDGroßes Potenzial für werbefinanziertes VoD Das lineare Fern­sehen ist nach wie vor das am häufigsten konsu­mierte Medium: Gut 70 Prozent der Bundes­bürger schalten täglich bzw. mehr­fach pro Woche ein Fern­seh­pro­gramm ein. Dagegen nutzen ledig­lich drei von zehn Deut­schen Video-On-Demand derart intensiv. Dennoch erfreut sich Video-On-Demand inzwi­schen größerer Beliebt­heit: Knapp 54 Prozent der Bürger ziehen es dem linearen Fern­sehen grund­sätz­lich vor. Die Gründe dafür sind viel­fältig: Für 80 Prozent der aktu­ellen Nutzer liegt der entschei­dende Vorteil von Video-On-Demand in der inhalt­li­chen und zeit­li­chen Flexi­bi­lität der eigenen Programm­ge­stal­tung. Immer noch knapp 60 Prozent schätzen die fehlende Werbung sowie quali­tativ hoch­wer­ti­gere Inhalte.

Trotz des stetigen Zuwachses an Beliebt­heit ist die Zahlungs­be­reit­schaft für VoD-Dienste begrenzt: 52 Prozent aller Deut­schen erachten die aktuell übliche Monats­ge­bühr von zehn Euro für die Nutzung werbe­freier Anbieter als zu hoch. Zudem würde sich bei gleich­wer­tigen Inhalten die Mehr­heit für einen kosten­losen Anbieter mit Werbung und gegen ein Abo-Modell entscheiden. Mehr noch: Ledig­lich zwölf Prozent der aktu­ellen YouTube-Nutzer wären bereit, für ein werbe­freies Angebot zu zahlen. Ein durch Werbung finan­ziertes Gratis-Netflix käme dagegen für drei Viertel der aktu­ellen Nutzer infrage. "Diese Erkennt­nisse lassen auf ein bisher unge­ho­benes Poten­zial werbe­fi­nan­zierter VoD-Platt­formen schließen. Mit diesen Modellen könnte das Tor zum Massen­markt endgültig aufge­stoßen werden“, schluss­fol­gert Patrick Teuben­ba­cher, Studi­en­leiter von Sple­ndid Rese­arch.

Bekannt­heit: Netflix knapp vor Amazon Prime

Die bekann­testen Anbieter sind Netflix (94 Prozent), Amazon Prime (93 Prozent), Sky (86 Prozent) und YouTube (85 Prozent). Der Sport-Anbieter DAZN erreicht inzwi­schen einen Bekannt­heits­wert von 38 Prozent, das Video­spiel-Strea­ming-Portal Twitch kennen immerhin 19 Prozent der Deut­schen. Unter den Portal­ken­nern errei­chen Gratis-Dienste wie YouTube (71 Prozent) oder die Media­theken des öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks (67 Prozent) die höchsten Nutzungs­quoten. Über Grund­ge­bühren finan­zierte Ange­bote wie Maxdome (22 Prozent) und DAZN (20 Prozent) oder Platt­formen mit Einzel­trans­ak­tionen wie iTunes (18 Prozent) oder Google Play Video (12 Prozent) fallen dagegen deut­lich ab. "Vor diesem Hinter­grund wäre es span­nend zu beob­achten, wie sich ein werbe­fi­nan­zierter Anbieter mit hoch­wer­tigem Inhalt auf dem stark umkämpften und sich mögli­cher­weise bald konso­li­die­renden Markt behauptet. Die Voraus­set­zungen für Erfolg sind auf jeden Fall gegeben", stellt Teuben­ba­cher abschlie­ßend fest.

Hinweis: Die voll­stän­dige Studie können Sie sich unter folgendem Link ansehen.

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