IoT-Sicherheit

Vertrauenssiegel der EU Kommission für mehr IoT-Sicherheit

Der EU-Kommissar Günther Oettinger will das IoT mit einem Vertrauenssiegel besser absichern. Dieses soll das Einhalten der EU-Sicherheitsstandards aufzeigen.
Von Andre Reinhardt
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 Vertrauenssiegel der EU Kommission für mehr IoT-Sicherheit Unser Alltag wird durch das Internet der Dinge (Internet of Things, kurz IoT) zwar teilweise komfortabler, aber das Risiko, Opfer eines Hackerangriffs zu werden, ist hoch. Das liegt unter anderem an einem fehlenden Gütesiegel für Sicherheitsrichtlinien innerhalb der EU, der Markt wird immer mehr von verlockend günstigen - und schlampig programmierten - Endgeräten überflutet. Die Europäische Kommission will der Misere nun mit einem speziellen Gütesiegel entgegenwirken, das aufzeigen soll, dass das jeweilige Produkt den Mindestanforderungen der EU für Sicherheitsstandards entspricht.

EU Kommission arbeitet an Vertrauenssiegel für das IoT

Auch für Günther Oettinger war der vergangene Freitag anscheinend ein Schreckmoment. Millionen von vernetzten Endgeräten und Webseiten wurden über den Internet-Adressdienst DynDNS gehackt, ein Vorfall, der den Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft auf den Plan rief. Oettinger arbeitet nun mit seinem Team an Standards, die für das kommende "Vertrauenssiegel" eingehalten werden müssen. Gegenüber der Welt äußerte der Politiker, dass im Bereich Internet of Things "noch stärkere Sicherheitsvorkehrungen" gebraucht würden.

Vernetzte Geräte sind oftmals leicht zu hacken

Eine Schadsoftware namens Mirai kam bei vielen Angriffen zum Einsatz, die ins Heimnetz eingebundene Geräte wie Überwachungskameras, Blu-Ray-Player und sogar Kühlschränke kapert. Dabei hatte der Eindringling leichtes Spiel, denn die Unternehmen hatten die Software-Schnittstelle für Logins nicht deaktiviert. Mit DDOS-Attacken durch dieses Botnetz konnten dann Systeme überlastet werden, wodurch diese ihren Dienst einstellten.

Vertrauenssiegel scheinbar kein Zwang

Das Vertrauenssiegel der EU Kommission ist ein guter Ansatz, jedoch scheint dieses optional zu sein. Hersteller werden also nicht dazu gezwungen, die Sicherheitsrichtlinien der EU einzuhalten. Konsumenten, die nicht darauf achten, ob ein solcher Aufkleber vorhanden ist, können also auch in Zukunft noch unsichere Endgeräte erwerben. Besonders Produkte im Bereich des Internet der Dinge sind gefährdet, da viele, wie etwa Fitnessarmbänder, mit einem extrem günstigen Preis locken.

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