zeitgemäß?

Trotz Prepaid-Konkurrenz: Vorzüge von Mobilfunk-Vertragstarifen

Optionsvielfalt bei allen Angeboten, Homezone, MultiSIM und mehr
Von Ralf Trautmann

Auf den ersten Blick ein Mehrwert ist das subventionierte Handy, das die Anbieter je nach Modell schon für einen Preis von 1 Euro bewerben. Das vermeintliche Schnäppchen muss aber bei genauer Betrachtung gar keins sein, wie wir auch schon in verschiedenen Vergleichsartikeln gezeigt haben: Wer wirklich einmal sein Telefonverhalten zu Grunde legt und durchrechnet, kommt bei einem Prepaid-Discounter (im selben Netz) ohne Hardwaresubvention möglicherweise auf ein rechnerisch günstigeres Gesamtangebot. Hier spart der Nutzer nämlich das Grundentgelt und kann zu günstigeren Minutenpreisen telefonieren, so dass bei direktem Kauf des Handys oftmals geringere Gesamtkosten entstehen als über die 24 Monate Vertragslaufzeit inklusive subventioniertem Gerät. Für den Vergleich lohnt sich natürlich eher ein Blick auf die Kosten in einem günstigen, vertrauensvollen Online-Shop als auf die Preise des Mobilfunkanbieters selbst.

Die Chance auf ein Schnäppchen ist aller Erfahrung nach größer, je hochpreisiger der Vertrags-Tarif ist. Zum anderen ist bei besonders günstigen Handys schon von der rechnerischen Logik her oft kein gutes Geschäft zu machen: Werden zum Beispiel für ein Handy 10 Euro auf den monatlichen Vertragspreis aufgeschlagen (wie es zum Beispiel bei den meisten o2-Tarifen üblich ist), fallen hierfür über die Vertragslaufzeit 240 Euro an. Handys mit einem geringeren Wert würden dann aber immer noch für 0 oder einen Euro als Einmal-Zuzahlung abgegeben, da der Anbieter ja keine Einmalausschüttung bietet, auch wenn das Endgerät im Einzelkauf weit unter diesen 240 Euro angesiedelt ist.

Ein allgemeingültiger Tipp für die Frage "Subvention oder Online-Shop?" unabhängig von Endgerät und Anbieter kann hier somit nicht gegeben werden. Wer sparen will, muss für seinen individuellen Fall vergleichen. Ein grundlegender Vorteil der Subvention gerade bei teuren Endgeräten ist aber: Ist der Interessent knapp bei Kasse, gibt es das Handy bei den Vertragsangeboten abseits der Einmalzahlung quasi auf Raten.

Besserer Service? Kostenlose Hotline

Wer früher ein Problem mit seinem Handy hatte und Vertragskunde war, konnte einfach auf eine kostenfreie Service-Nummer zurückgreifen. Das gilt heute nicht mehr in jedem Fall, auch für Nutzer mit Kontrakt wurden die Leistungen je nach Anbieter sukzessive eingeschränkt. Bei E-Plus zahlt der Kunde nämlich seit geraumer Zeit in jedem Fall für den telefonischen Kontakt, egal ob Prepaid oder Vertrag. Dies gilt auch für Kunden bei o2, sofern sie einen Online-Vertrag abschließen. Bei T-Mobile und Vodafone kommen Kunden mit Vertrag noch in den Genuss des kostenlosen Service.

Wie groß der aus einer kostenfreien Service-Nummer erwachsende Vorteil ist, lässt sich schwer einschätzen: Der eine Nutzer kommt ohne jede Schwierigkeit mit seinem Handy klar, der andere hat mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. Generell gilt aber auch, dass Anbieter mit kostenpflichtiger Hotline einen kostenfreien Support per E-Mail bieten. Zudem wickelt ein Teil der Discount-Anbieter ihre kostenpflichtige Hotline über zumindest im Vergleich zu 0900-Hotlines noch halbwegs moderat tarifierte 01805-Nummern ab (vor allem, wenn diese vom Festnetz aus angerufen werden). Insofern kann ein Verzicht auf diesen Vertrags-Vorteil ordentlich sparen helfen.

In Ausnahmefällen wichtig: Vertragslaufzeit schützt vor Tarifänderungen

Prinzipiell kann die Vertragslaufzeit den Kunden allerdings auch schützen: Vor geraumer Zeit kam debitel mit seinen so genannten crash5-Tarif auf den Markt, der bei 2,95 Grundentgelt Gespräche in alle Netze für 5 Cent pro Minute bei einer Mindestvertragslaufzeit von einem halben Jahr erlaubte. Während dieser Zeit waren die Kunden vor eine Verschlechterung der Konditionen geschützt, im Anschluss kam es aber seitens debitel zu einer Vielzahl von Kündigungen.

Fazit: Nach wie vor gute Gründe für Vertragstarif

Nach wie vor gibt es einige Gründe, die für einen Laufzeitvertrag sprechen. Neben der Homezone-Funktionalität als Festnetz-Ersatz gibt es einige spezielle Optionen oder Funktionen, die die Discounter nicht bieten können. Allerdings punkten die Billig-Anbieter ihrerseits mit schlagenden Argumenten: Kein Grundentgelt, keine Mindestlaufzeit und im Schnitt günstigere Minutenpreise als bei den Verträgen. Wer zum Beispiel eine spezielle Sprach- oder Daten-Flatrate sucht, kann heutzutage ebenfalls bei den Prepaid-Discountern zu günstigen Entgelten fündig werden. Auch was die Hardware anbelangt, muss der Prepaid-Kunde oftmals nicht draufzahlen. Die Handy-Subvention hat aber andererseits den Vorteil des Raten-Kaufs, der manchem Nutzer ein hochpreisiges Gerät beschert, das er sich bei Einmal-Finanzierung vielleicht nicht hätte leisten können. Wer ganz spezielle Vorstellungen bezüglich der Kombination von Features für sein Mobilfunkangebot hat, wird zudem unter Umständen weiterhin nur bei den Laufzeit-Kontrakten fündig.

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