Verbraucherhinweis

VZBV: Vorsicht bei Vertragsabschluss über Tablets

Eine Vertrags­unter­schrift per Tablet ist schnell getä­tigt, unvor­sich­tige Konsu­menten können aber das Nach­sehen haben. Der VZBV schil­dert die Situa­tion und spricht sich auch gegen Handy­ver­träge mit 24 Monaten aus.

Der Verbrau­cher­zen­trale Bundes­ver­band spricht eine Warnung für via Tablet zu unter­schrei­bende Verträge aus. Zwar wird die grund­sätz­liche Inno­vation befür­wortet, jedoch der Konsu­men­ten­schutz kriti­siert. Oftmals würden Zeit­druck seitens der Mitar­beiter und Einflüsse wie schlechtes Umge­bungs­licht dafür sorgen, dass der Kunde den Kontrakt signiert, ohne ihn voll­ständig gelesen zu haben.

Mit gedruckten Verträgen gingen die Verbrau­cher noch anders um. Deshalb empfiehlt der VZBV ein Wider­rufs­recht von bis zu 14 Tagen. Die langen Handy­ver­trags­lauf­zeiten sind der Insti­tution eben­falls ein Dorn im Auge.

Vertrags­abschluss am Tablet kann unschöne Folgen haben

Vorsicht bei Vertragsabschluss über ein Tablet Vorsicht bei Vertragsabschluss über ein Tablet
Bild: Andre Reinhardt
Ob nun ein Handy­ver­trag im Mobil­funk­laden oder ein Miet­ver­trag - Flach­rechner ersetzen immer häufiger das klas­sische Papier. Für den Verkäufer respek­tive Vermieter ermög­licht dies eine effi­ziente Synchro­nisa­tion mit seiner digi­talen Infra­struktur. Aller­dings werden nicht selten Verbrau­cher bei einem Vertrags­abschluss gehetzt. Schließ­lich wartet schon der nächste Kunde. Das kann zu Fahr­läs­sig­keit führen. So wird der Kontrakt nur lapidar über­flogen und vom Konsu­menten abge­segnet.

Die Deut­sche Pres­seagentur (via Süddeut­sche Zeitung) macht auf ein State­ment der Verbrau­cher­zen­trale Bundes­ver­band zu dieser Thematik aufmerksam.

Klaus Müller, Chef der Insti­tution, schil­dert die Sach­lage: „Eigent­lich könnte ich auch hier den Vertrag lesen und zurücks­crollen. Das tut aber keiner, vor allem nicht, wenn der Verkäufer unge­duldig ist und hinter mir der nächste Kunde wartet“ Anschlie­ßend seien die Verbrau­cher häufig über­rascht, was sie eigent­lich unter­schrieben hätten. Ähnlich wie im Online­handel schlägt Müller eine zwei­wöchige Frist vor, in deren Rahmen man vom Vertrag zurück­treten könnte. Abseits der Bedie­nung und dem Zeit­druck wirken sich auch Umwelt­ein­flüsse auf die Sich­tung des Doku­ments aus: „Teil­weise sind es banale Fragen wie Licht­ver­hält­nisse, ob ich ein Tablet wirk­lich lesen kann“

VZBV will 24-mona­tige Handy­ver­träge abschaffen

Heut­zutage binden sich Teil­nehmer immer noch häufig über zwei Jahre an einen Mobil­funk­anbieter. Ginge es nach der Verbrau­cher­zen­trale Bundes­ver­band, wäre dies schon längst anders. Im Bundestag wurde zuletzt eine verpflich­tende einjäh­rige Lauf­zeit disku­tiert und letzt­end­lich abge­lehnt.

Müller hält dies für einen Fehler. Eine kürzere Lauf­zeit würde Druck auf die Preise ausüben und dies sei für die Konsu­menten „eine gute Botschaft“. Die Verbrau­cher­schützer kriti­sieren auch Lock­ange­bote von 24-Monats­ver­trägen mit enthal­tenen vergüns­tigten Leis­tungen.

Gele­gent­lich gibt es sogar Handy­ver­träge mit einer Lauf­zeit mehr als zwei Jahren.

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