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Handy-Tarife ohne Grundgebühr: Langlebiger als Prepaid

Kann man eine Prepaid-Karte für Notfälle mehrere Jahre gefahrlos in die Schublade legen? Leider nicht, denn bei Nichtnutzung oder Nichtaufladung kann der Provider sie jederzeit kündigen. Wir stellen Vertragstarife vor, die als Alternative dienen können und die zum Teil keine Grundgebühr kosten.
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Achtung - Text von 2016: Von diesem Tarifvergleich gibt es mittlerweile eine aktuellere Version aus dem Jahr 2018: Handy-Vertragstarife ohne Grundgebühr im Überblick.
Wer bei seinem Mobilfunkanbieter wenig bezahlen und volle Kostenkontrolle will, soll eine Prepaid-Karte nehmen - oder doch nicht? Die Redaktion von teltarif.de erreichen immer wieder Anfragen von genervten Mobilfunk-Kunden, denen die Prepaidkarte ohne Vorwarnung gekündigt wurde. Ohne Handynummer will aber niemand dastehen - welche Alternativen hat der Kunde?

Die Handy-Nutzer, die sich mit diesem Anliegen an teltarif.de wenden, haben in der Regel einen klar formulierten Wunsch: Sie möchten ein Handy, das keine regelmäßig wiederkehrenden Kosten verursacht, also keine Grundgebühr. In der Regel geht es darum, dass der Nutzer telefonisch erreichbar ist, abgehende Telefonate sind nur für äußerste Notfälle geplant. Die Nutzung des mobilen Internets oder der SMS-Versand sind nicht vorgesehen. In vielen Fällen liegt das Telefon wochen- oder monatelang in der Schublade, bis es wieder einmal zum Einsatz kommt.

Die Erfahrungsberichte einiger teltarif.de-Leser zeigen, dass Prepaid für dieses Nutzungsszenario nicht immer das beste Tarifmodell ist. Aber darf man Wenignutzer, die dem Provider keinen oder nur einen geringen Umsatz bescheren, als Schmarotzer einstufen und mit Zwangs-Aufladungen belästigen? Wir haben uns einmal auf die Suche nach Prepaid-Alternativen gemacht - das Zauberwort heißt: Postpaid-Tarife ohne Grundgebühr.

Anspruchshaltung: "Der Provider muss mir eine unkündbare Gratis-SIM geben"

Handy-Tarife ohne GrundgebührHandy-Tarife ohne Grundgebühr Eines ist klar: Die Mobilfunkanbieter verdienen ihr Geld hauptsächlich mit Kunden, die Tarife mit teuren Grundgebühren buchen. Heutzutage sind das in der Regel Allnet-Flats mit einem Datenvolumen von mindestens 2 GB oder 3 GB, die in der Regel je nach Netz, Provider und Zusatzleistungen um die 20 bis 30 Euro kosten, im Rahmen von Rabattaktionen auch weniger. Mit Handy-Zuzahlung, WLAN-Hotspot-Zugang, Sicherheitspaket, Musik-Flat, Roaming-Paket, Handy-Versicherung und SMS-Flat lässt mancher Nutzer auch gut und gerne 60 bis 80 Euro monatlich beim Provider. Für einen Wenigtelefonierer kommt ein derartiger Vertrag aber keineswegs in Frage. Für echte Sparfüchse ist selbst ein Tarif mit Minutenkontingent für 5 bis 10 Euro noch zu teuer.

Aus wirtschaftlicher Sicht kann man die berechtigte Frage stellen: Warum sollten die Mobilfunkanbieter grundgebührenfreie Verträge auflegen, bei denen der Kunde über mehrere Monate oder gar Jahre keinerlei Umsatz generiert, aber trotzdem ständig erreichbar ist? Aus den von Lesern an teltarif.de gesandten E-Mails spricht manchmal eine gewisse Anspruchshaltung - nach dem Motto: "Der Provider muss mir doch kostenlos eine unkündbare SIM-Karte anbieten, die ich in die Schublade legen und nur im Notfall benutzen kann." Doch die Mobilfunkanbieter sind keine Wohlfahrtsverbände, die ihre Dienste aus Barmherzigkeit anbieten, sondern Wirtschaftsunternehmen, bei denen knallhart kalkuliert wird. Für den Aufbau und den Betrieb der Netze fallen hohe Kosten an und bei den Tarifen gilt eine Mischkalkulation: Das, was ein Teil der Kunden an Umsatz zu wenig macht, müssen dann eben die Premium-Kunden mit erwirtschaften.

Nutzer-Erfahrungen mit Prepaid: Kündigung kann jederzeit kommen

Das Missverständnis vieler Kunden besteht darin, dass man mit einer einmal gekauften Prepaidkarte für lange Zeit "seine Ruhe hat". In der Anfangszeit des Mobilfunks, wo jeder Kunde (egal ob zahlend oder nicht) die Bilanzen verschönerte, war das noch möglich. In den vergangenen Jahren sind die Provider aber vermehrt dazu übergegangen, Kunden mit Schubladen-SIM zu kündigen. Dafür gibt es mehrere Gründe: Einerseits haben die Betriebswirtschaftler herausgefunden, dass nichtzahlende Karteileichen dem Unternehmen wenig bringen. Und andererseits fallen die Rufnummern bei einer Kündigung wieder an den Provider zurück, wenn keine Portierung beauftragt wird. Nach einer Wartezeit kann der Provider die Nummer neu vergeben, statt immer wieder neue Nummernblöcke beim Netzbetreiber ordern zu müssen.

Das Prepaid-Modell beruht darauf, dass es keine Vertragslaufzeit gibt, und das gilt auch für den Provider. Manche Kunden denken, der Provider sei (wenn schon nicht rechtlich, dann immerhin moralisch) dazu verpflichtet, die Schubladen-SIM über Jahre am Laufen zu halten, wohingegen der Kunde jederzeit kündigen könne. Doch auch der Provider kann die Karte jederzeit (in der Regel mit Monatsfrist) kündigen, ohne dass dies rechtlich zu beanstanden ist, selbst wenn eine kostenpflichtige Option mit monatlicher Grundgebühr gebucht wurde. Dem hat der Kunde mit dem Kauf der Prepaid-SIM zugestimmt.

Mittlerweile bestehen die meisten Prepaid-Anbieter auf einer Mindestaufladung in einem gewissen Aktivitätszeitraum, meist innerhalb von sechs oder zwölf Monaten. Intelligente Zeitgenossen haben dieses System eine Zeitlang dergestalt ausgetrickst, dass sie per Dauerauftrag monatlich exakt 1 Cent auf das Prepaid-Konto überwiesen haben. Mit 12 Cent jährlich konnte man so eine Prepaid-Karte "am Leben" erhalten. Die meisten Prepaid-Anbieter haben diesen Trick aber mittlerweile durchschaut und setzen einen Mindest-Aufladebetrag von 10 oder 15 Euro fest. Selbst wenn es immer noch Prepaid-Karten ganz ohne Mindestaufladung und ohne Aktivitätszeitraum gibt: Ein verbrieftes Recht hat der Kunde darauf nicht, der Provider kann die Bedingungen jederzeit mit Monatsfrist ändern.

teltarif.de-Leser berichten, dass sie auf ihre geliebte, aber nie genutzte Prepaid-SIM über die Jahre per Pflichtaufladung insgesamt mehrere Hundert Euro aufgeladen haben, nur um die Erreichbarkeit oder die Nummer nicht zu verlieren. Selbstverständlich darf das Guthaben nicht verfallen und muss im Fall einer Kündigung sofort ausbezahlt werden. Die betroffenen Kunden bringen aber zum Ausdruck, dass sie sich nur sehr ungern als "Kreditgeber" für den Provider betrachten, der mit dem nicht genutzten Prepaid-Guthaben der Kunden wirtschaften kann.

Die Lösung: Postpaid-Tarife ohne Grundgebühr

Die einzige vernünftige Lösung für die beschriebene Kundengruppe besteht darin, einen Postpaid-Vertrag ohne Grundgebühr abzuschließen. Hierbei muss der Kunde dem Provider allerdings mehr Daten übermitteln als bei einer Prepaid-Karte. Der Provider verlangt die Bankdaten des Kunden und bucht immer dann eine monatliche Rechnung ab, wenn Umsatz angefallen ist, auch wenn der Rechnungsbetrag nur wenige Cent beträgt. In der Regel wird auch eine Schufa-Abfrage durchgeführt, was bei Prepaid-Tarifen nicht notwendig ist.

Eine wichtige Fundstelle für derartige Tarife ist der Tarifrechner von teltarif.de - hier können Interessenten schnell den gewünschten Tarif finden. Bei "mobile Telefonie", "SMS" und "mobile Daten" ziehen wir den Schieberegler auf Null. Anschließend entfernen wir das Häkchen bei der Vertragsart "Prepaid", belassen es bei "Laufzeitvertrag" und klicken auf "jetzt berechnen". Wir haben Ihnen hier eine spezielle Tarif-Abfrage vorbereitet, die Postpaid-Tarife ohne Grundgebühr optimal anzeigt:

Das Ergebnis beinhaltet bei Redaktionsschluss dieses Artikels mehrere hundert Tarife, von denen die ersten 13 Tarife tatsächlich grundgebührenfrei sind.

Auf der folgenden Seite unseres Artikels analysieren wir dieses Ergebnis und geben konkrete Tipps zu einzelnen Tarifen. Tabellarisch listen wir auf, welche besonderen Tarife es ohne Grundgebühr auch mit kürzerer Laufzeit gibt.

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