Kraftfahrt-Bundesamt

Verkehrssünder: Punkte in Flensburg jetzt digital abrufen

Keiner liebt die beim Kraft­fahrt-Bundesamt gespei­cherten Punkte für Verkehrs­sünder - doch ab und zu sollte man wissen, wie der Stand ist. Das geht nun auch digital ohne Brief­post oder Flens­burg-Besuch.

In manchen Reise­füh­rern wird es tatsäch­lich als Sehens­wür­dig­keit für Flens­burg ange­priesen, obwohl das Gebäude selbst ganz unscheinbar ist: Das Kraft­fahrt-Bundesamt, das die "Verkehrs­sün­der­datei" mit den berühmten Punkten pflegt und hütet. Mancher Flens­burg-Besu­cher hat schon beim Auskunfts­pavillon an der Förde­straße 16 vorbei­geschaut, um persön­lich seinen Punk­testand abzu­fragen. Ansonsten ging das nur per Post.

Das soll sich nun ändern: Das KBA und die Bundes­regie­rung geben bekannt, dass die Punkte im Fahr­eig­nungs­register nun auch digital abge­rufen werden können. Persönliche Auskunft zum Punktestand gibts auch weiterhin in diesem Pavillon direkt beim KBA in Flensburg Persönliche Auskunft zum Punktestand gibts auch weiterhin in diesem Pavillon direkt beim KBA in Flensburg
Bild: Kraftfahrt-Bundesamt

So funk­tio­niert die Online-Auskunft

Die Behörde hat das Auskunfts­ver­fahren jetzt verein­facht - es ist ja auch seit vielen Jahren geplant, dass nach und nach so gut wie alle Dienst­leis­tungen von Bundes­behörden auch online nutzbar werden sollen. Verkehrs­teil­nehmer sollen ihren Punk­testand jetzt online über das Smart­phone oder den Computer einsehen können. Die gebüh­ren­freie Regis­ter­aus­kunft erfolgt in mehreren Schritten und kann direkt als PDF herun­ter­geladen werden. Damit soll der Infor­mati­ons­zugang für Auto­fahrer beschleu­nigt werden.

Für die Auskunft benö­tigen die Verkehrs­teil­nehmer unter anderem ein Smart­phone, den elek­tro­nischen Perso­nal­aus­weis mit zuge­höriger PIN und die entspre­chende AusweisApp2. Zunächst muss die Start­seite der Online-Regis­ter­aus­kunft aufge­rufen werden. Nun muss der Bürger sich mit dem Perso­nal­aus­weis bei der AusweisApp2 authen­tifi­zieren und anschlie­ßend auf "Weiter" klicken. Als nächstes sollten die Daten geprüft werden, die aus dem Perso­nal­aus­weis ausge­lesen wurden. Im letzten Schritt muss die Auskunft aus dem Fahr­eig­nungs­register ausge­wählt werden. Der aktu­elle Punk­testand kann nun als PDF-Doku­ment auf Smart­phone oder Computer herun­ter­geladen werden.

Zahl der Anfragen per Post soll abnehmen

"Online, schnell und sicher - so sehen einfache Auskunfts­ver­fahren der Verwal­tung für die Bürge­rinnen und Bürger aus. Das KBA bietet mit der Online-Auskunft aus den Regis­tern genau diese Möglich­keit für einen beschleu­nigten, gebüh­ren­freien und sicheren Infor­mati­ons­zugang. Im Sinne einer aktiven und bürger­freund­lichen Verwal­tung werden wir diese Dienst­leis­tungen noch ausbauen und stetig weiter­ent­wickeln," erklärt Richard Damm, Präsi­dent des Kraft­fahrt-Bundes­amtes.

Im Jahr 2020 erteilte das KBA rund eine halbe Million Auskünfte an private Antrag­steller - über­wie­gend per Post. Ob diese Zahl durch die Einfüh­rung des nun verein­fachten digi­talen Verfah­rens aller­dings wirk­lich abnehmen wird, bleibt abzu­warten. Denn zahl­reiche Bürger haben entweder die elek­tro­nische Funk­tion des Perso­nal­aus­weises noch nie genutzt oder wissen gar nicht, wie das geht.

Das KBA spei­chert im Fahr­eig­nungs­register Infor­mationen über Verkehrs­teil­nehmer, die im Stra­ßen­ver­kehr auffällig geworden sind, sofern der Verkehrs­ver­stoß nach dem Fahr­eig­nungs-Bewer­tungs­system mit Punkten zu bewerten ist. Rund 11 Millionen Personen waren am 1. Januar 2021 im Register einge­tragen.

Miet­wagen, die die Kopp­lung des Smart­phones mit dem einge­bauten Info­tain­ment-System erlauben, sind prak­tisch: Musik hören, Tele­fonie und Co. Doch das Handy kann Spuren hinter­lassen.

Mehr zum Thema Auto