Zero Rating

Verbraucherschützer fordern Verbot von Vodafone Pass

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert zum Verbot der Zero-Rating-Option Vodafone Pass auf. Stattdessen fordern die Verbraucherschützer mehr monatliches Datenvolumen.
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Verbraucherschützer gegen Vodafone PassVerbraucherschützer gegen Vodafone Pass Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat die Bundesnetzagentur aufgefordert, die von Vodafone seit Ende Oktober angebotenen Vodafone-Pass-Tarifoptionen zu verbieten. Die Angebote seien nicht mit den Regeln der Netzneutralität vereinbar, so die Begründung. Ähnlich hatte vor wenigen Tagen bereits der Chaos Computer Club (CCC) argumentiert.

Vodafone rechnete nach eigenen Angaben ursprünglich schon für Ende vergangenen Jahres mit einer Stellungnahme der Bundesnetzagentur. Allerdings wurde bis heute kein Ergebnis zur Prüfung der Zero-Rating-Optionen des Düsseldorfer Mobilfunk-Netzbetreibers veröffentlicht. Bis jetzt gibt es auch noch keine Hinweise dazu, wann mit einer Entscheidung des Regulierers zu rechnen ist.

Ende vergangenen Jahres hatte die Bundesnetzagentur bereits Teile der Telekom-Option StreamOn, die ähnlich wie der Vodafone Pass funktioniert, für unzulässig erklärt. Die Telekom, die ihr Zero-Rating-Angebot bereits im Frühjahr vergangenen Jahres gestartet hatte, hat nun noch bis Ende März Zeit, die Auflagen des Regulierers umzusetzen. Geschieht dies nicht, so riskiert der Netzbetreiber die Verhängung eines Zwangsgeldes.

vzbv fordert Politik zum Handeln auf

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) geht in seiner Stellungnahme zum Vodafone Pass noch weiter und fordert auch die Politik dazu auf, gegen Zero-Rating-Optionen vorzugehen. Lina Ehrig, Leiterin des Teams Digitales und Medien beim vzbv, erklärte: "Die Koalitionäre sollten sich darauf verständigen, dass die BNetzA noch weitergehende Sanktionsmöglichkeiten für solche Zero Rating-Angebote erhält. Das europäische Recht bietet genug Spielraum."

Modelle wie Telekom StreamOn und Vodafone Pass würden Verbrauchern langfristig Nachteile bringen und so Rechte der Konsumenten untergraben. Lina Ehrig: "Was Verbrauchern wirklich nutzen würde, wäre ein grundsätzlich größeres Inklusivdatenvolumen für den monatlichen Grundpreis. Das ist in anderen europäischen Ländern längst Standard."

In der Tat gehen die deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber und -Provider vergleichsweise knausrig mit ungedrosseltem Datenvolumen bei Handyverträgen um. Echte Flatrates gibt es nur mit großen Einschränkungen oder zu sehr hohen Preisen. So müssen o2-Free-Kunden nach Verbrauch ihres Highspeed-Kontingents auf den Zugang zum LTE-Netz verzichten und haben maximal 1 MBit/s im Up- und Downstream zur Verfügung. Der Telekom-Tarif MagentaMobil XL Premium mit echter Flatrate schlägt wiederum mit einem Monatspreis von 199,95 Euro zu Buche.

Das Thema "Kampf um die Netzneutralität" haben wir vor einigen Wochen auch in einem Editorial behandelt.

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