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Weniger als ein Drittel der Kabel­verzweiger mit Vectoring versorgt

Mehr als 90 000 Kvz sind in Deutschland bereits mit Vectoring versorgt. Insgesamt gibt es 330 000 dieser grauen Kästen, nicht alle können aber derzeit schon ausgebaut werden.
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In diesen Kabelverzweigern wird VDSL Vectoring realisiertIn diesen Kabelverzweigern wird VDSL Vectoring realisiert Der Breitbandausbau in Deutschland läuft auf vollen Touren und auch die Glaubensfrage nach der richtigen Ausbauart ist bis heute nicht beantwortet. Zumindest als schnelle Lösung für eine möglichst rasche Breitbandversorgung ist VDSL Vectoring in der Branche anerkannt, auch wenn viele Anbieter der Auffassung sind, es sei nur eine Übergangslösung. Glasfaserleitungen bis zu den Kunden zu bauen würde deutlich länger dauern, das Breitbandziel der Bundesregierung, mindestens 50 Mbit/s für jeden bis 2018 zu erreichen, würde verfehlt. Fast ein Drittel der derzeit ausbaufähigen Kabelverzweiger in Deutschland war kurz vor Weihnachten schon mit Vectoring versorgt. Das geht aus einer Vectoring-Ausbauliste hervor, die teltarif.de vorliegt.

So viele Kabelverzweiger gibt es in Deutschland

Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 330 000 Kabelverzweiger im Telekom-Netz. Das sind die grauen Kästen am Straßenrand, die historisch bedingt vor der Aufrüstung mit VDSL höher als breit sind und die mit dem VDSL-Ausbau etwa zwei Meter breit und mehr als 1,50 Meter hoch werden. Von diesen 330 000 Kabelverzweigern stehen nach Schätzungen von Brancheninsidern etwa 41 000 im sogenannten Hvt-Nahbereich. Sie konnten bislang aufgrund von Regulierungsauflagen noch nicht mit Vectoring ausgebaut werden, nach der jüngsten Entscheidung der Bundesnetzagentur sind nun aber auch diese Kvz ausbaufähig. Allerdings sind hier noch 18  Klagen von Wettbewerbern vor dem Verwaltungsgericht Köln anhängig, über die Mitte März verhandelt werden soll. Viele der Nahbereichs-Kvz sind jedoch durch den VDSL-Ausbau der Telekom mit bis zu 50 Mbit/s schon mit hoher Bandbreite versorgt. Vectoring würde hier eine Verdopplung des Downstreams und eine Vervierfachung des Upstreams bringen.

Es bleiben somit derzeit 289 000 generell ausbaufähige Kvz übrig. Von diesen waren nach Informationen von teltarif.de mit Stand von Mitte Dezember vergangenen Jahres etwas mehr als 90 000 als mit Vectoring ausgebaut gemeldet. Der Ausbau erfolgte dabei durch die Telekom, aber auch durch insgesamt etwa 90 Wettbewerber. Welche Anbieter ausbauen und welchen Anteil die Telekom dabei hat, lesen Sie in einer weiteren Meldung. Möglich aber, dass noch nicht alle Anschlussbereiche in der Vermarktung waren, da der technische Ausbau in der Regel abgeschlossen ist, bevor die Anschlüsse durch die Anbieter auch wirklich bestellt und geschaltet werden können.

40 000 Kvz binnen eines Jahres erschlossen

Binnen elf Monaten haben Telekom und Wettbewerber somit knapp 40 000 dieser "grauen Kästen" mit Glasfaserleitungen erschlossen und Vectoring aktiviert. Im Januar vergangenen Jahres waren knapp 50 000 Kvz mit Vectoring versorgt. Darüber hinaus gibt es auch in ländlichen Regionen Kabelverzweiger, die zwar mit Glasfaserleitungen erschlossen sind und VDSL bieten, aber kein Vectoring ermöglichen. Vor allem im geförderten Ausbau ist es derzeit nicht erlaubt, Vectoring einzusetzen. Diese Kabelverzweiger sind folglich auch nicht in der Vectoring-Liste enthalten. Wollen die Anbieter das Breitbandziel mit VDSL Vectoring erreichen, müssen sie trotz guter Ausbauzahlen weiter massiv ausbauen. Geht man davon aus, dass über die 90 000 bereits mit Vectoring versorgten Kvz noch einmal hochgegriffene 50 000 mit VDSL ohne Vectoring versorgt wären, so bleiben auch ohne den Hvt-Nahbereich noch 149 000 Kabelverzweiger übrig, die noch erschlossen werden müssen. Zudem sind zahlreiche größere Städte schon vor mehreren Jahren mit VDSL durch die Telekom versorgt worden. Hier wird Vectoring erst in den nächsten Monaten nachgerüstet.

Mehr zu den grauen Kästen am Straßenrand, die weitaus mehr leisten als nur VDSL und VDSL Vectoring bereitzustellen, finden Sie in einer Bilderstrecke.

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