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Überregionale VDSL-Angebote im Überblick

Offerten gibt es bei der Telekom, 1&1 und HanseNet
Von Ralf Trautmann / Thorsten Neuhetzki
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VDSL ist technisch nicht gleich VDSL. Die Deutsche Telekom kann in ihrem Netz Internetfernsehen (IPTV) anbieten, 1&1 bietet mit maxdome ebenfalls Videoinhalte an. Wer allerdings einen VDSL-Anschluss bei Alice bucht, der kann plötzlich kein IPTV mehr bekommen - auch wenn er vor dem Wechsel zu VDSL IPTV-Nutzer war. Aber auch andere Anbieter, die VDSL auf Basis des Telekom-Netzes anbieten, müssen mit Einschränkungen leben. Die Begründung dafür ist technischer Natur. Videopumpe für IPTVIPTV-Signale: Von der Videopumpe zum Kunden

Die VDSL-Anschlüsse von 1&1 und Alice oder später einmal auch von Vodafone werden im sogenannten Bitstream-Verfahren geschaltet. Der Kunde bekommt also eigentlich einen Anschluss der Deutschen Telekom und erst ab einer bestimmten Netz-Ebene wird das IP-Signal an das Core-Netz (Kernnetz/Backbone) des Alternativ-Anbieters übergeben. Dadurch kommt es aber zu Einschränkungen. Das Internet-Signal (IP-Signal) ist lange Zeit ein IP-Signal im Telekom-Netz. Dadurch können die als Videopumpen bezeichneten Geräte nicht erreicht werden. Sie befinden sich zumeist in Rechenzentren der Alternativ-Anbieter. Im Fall von Bitstream-VDSL wird dieses Rechenzentrum jedoch nicht benötigt. Bildlich gesprochen geht die VDSL-Bitstream-Leitung an diesen Geräten vorbei.

Diese Videopumpen sind aber entscheidend für die Auslieferung von IPTV-Signalen, da von hieraus die Kunden mit den TV-Signalen beliefert werden. Das hier genutzte Verfahren nennt sich Multicast. Multicast schont das Core-Netz des IPTV-Anbieters, da die TV-Signale nur einmal als gesammeltes Paket zu den Videopumpen transportiert und erst dann direkt zum Kunden ausgeliefert werden. Würden alle Kunden von einer zentralen Stelle aus beliefert werden, würde dies einen enormen Datenverkehr bedeuten. Diesen Weg geht maxdome. Technisch lässt sich maxdome aber auch nicht anders realisieren, da maxdome aus allen deutschen Netzen erreichbar ist. Zudem bietet maxdome ohnehin nur Video on Demand an, so dass ein Multicast-Verfahren hier ohne Bedeutung ist.

Abseits der Telekom alles IP-basiert

Ein weiterer Unterschied zwischen dem VDSL-Angebot der Deutschen Telekom und denen der Wettbewerber ist die Realisierung der Telefonleitung. Während die Deutsche Telekom derzeit noch einen echten analogen oder ISDN-Anschluss schaltet (PSTN - Public Switched Telecom Network), müssen die anderen Anbieter ihre Telefondienste schon heute über NGN, also IP-basiert, realisieren. Auch dieser Unterschied ist in der Anschlusstechnik des Bitstreams begründet. Bitstream lässt den Alternativ-Anbietern keine Möglichkeit, einen echten Telefonanschluss zu schaltet. Das trifft auch dann zu, wenn die Anschlussgegend vom Anbieter selbst erschlossen ist und er im klassischen DSL-Markt einen 16 MBit/s-Anschluss mit ISDN schalten kann.

Derzeit dienen die VDSL-Anschlüsse von 1&1, HanseNet und bald auch Vodafone also der Befriedigung der Kundenwünsche nach immer mehr Bandbreite. Für weitere sinnvolle Angebote, etwa für den Transport von HDTV-Signalen, lassen sie sich jedoch nicht einsetzen. Bleibt zu hoffen, dass zumindest für den IPTV-Weg eine technische Lösung gefunden wird.

Fazit: Steigende Angebotsvielfalt

Lange Zeit waren die VDSL-Tarife der Deutschen Telekom die einzigen Offerten, wenn ein VDSL-Anschluss gewünscht wurde. Zudem waren diese ursprünglich nur mit Entertain-Angebot buchbar. Mittlerweile bzw. in Kürze gibt es dann insgesamt vier Anbieter mit entsprechenden Tarifen (abseits einzelner Regional-Anbieter), und das sowohl als reine Doppel-Flat, aber auch angereichert mit Multimedia-Angeboten. Wer sich für letzteres interessiert, sollte genau entscheiden: Ob man eine Online-Videothek braucht, ist Geschmackssache. Für TV via Internet gibts bei VDSL nur die Telekom und aus den genannten Gründen nicht HanseNet - ob Entertain gegenüber den klassischen TV-Angeboten via DVB-T, Kabel oder Satellit zum Beispiel durch die Möglichkeit des zeitversetzten Fernsehens oder aber die Bundesliga tatsächlich einen entscheidenden Mehrwert bietet, muss ebenfalls jeder selber entscheiden.

Für manchen Selbstständigen können die VDSL-Offerten indes eine gute Wahl sein: Wer zum Beispiel als freiberuflicher Fotograf tätig ist und Bilder hochladen will, findet hier eine bedeutend günstigere Lösung für hohen Upstream als das ungleich teurere SDSL, das im Business-Bereich genutzt wird und im Up- und Downstream gleiche Geschwindigkeiten bietet.

Kabel ist übrigens noch ein gutes Stichwort, denn wer richtig schnelles Internet will, hat zu VDSL genau diese Alternative, die zudem eine sehr hohe Verfügbarkeit aufweist - natürlich mit entsprechenden Fernseh-Angeboten.

Um einen passenden Anschluss zu finden, können Sie auch unseren Breitband-Rechner verwenden, der technologieneutral ein Angebot ermittelt - auch mit den lokalen Kabelanbietern.

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