Pilotprojekt

VDSL Vectoring mit der FRITZ!Box: Erfolgreiches Projekt mit 100 MBit/s

inexio konnte in einem Pilotprojekt zusammen mit AVM seine Datenrate beim VDSL Vectoring für Privathaushalte auf 100 MBit/s verdoppeln. Zusätzlich wird das Übersprechen innerhalb der Kabelbündel trotz verschiedener Chips vermieden.
Von Jennifer Buchholz

Auch ohne Glasfaser ist ein Downstream von 100 MBit/s möglich Auch ohne Glasfaser ist ein Downstream von 100 MBit/s möglich
Bild: dpa
In Heidelberg hat das Tele­kommu­nikations­unter­nehmen inexio zusammen mit dem Hersteller von FRITZ!Box-Geräten AVM erfolg­reich ein Vectoring-Pilotprojekt gestartet.

Ziel ist es, die Datenrate des VDSL Vectorings von 50 MBit/s auf 100 MBit/s zu steigern. Dieses wurde erreicht, nachdem die 150 beteiligten Haushalte für ihre FRITZ!Box das Software-Update FRITZ!OS 6.0 installiert haben. Seitdem steht für die beteiligten Anschlüsse eine Datenrate von 100 MBit/s zur Verfügung. Dies entspricht einer Verdopplung des bisherigen Daten­durch­satzes an VDSL-An­schlüssen mit 50 MBit/s.

Auch ohne Glasfaser ist ein Downstream von 100 MBit/s möglich Auch ohne Glasfaser ist ein Downstream von 100 MBit/s möglich
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Ein zweites Ergebnis dieses Pilot­projektes ist, dass die VDSL2 Line Cards des Netzwerk­aus­rüsters sowie die FRITZ!Box-Modelle Chip­sätze ver­schiedener Her­steller enthalten. Zuvor mussten, um das Über­sprechen der Leitungen in einem Kabel­bündel zu vermeiden, sowohl die Geräte am DSLAM als auch die Endgeräte in den Haushalten Vectoring-fähig sein. "Durch den Einsatz von VDSL2 Vectoring können wir trotz der mehr als 150 Anschlüsse pro Gebäude Bandbreiten von 100 MBit/s für die einzelnen Nutzer sicher­stellen", erklärt Christoph Staudt, Vorstand der inexio Geschäftsführungs-AG.

Pilotprojekt VDSL Vectoring in Heidelberg

Um VDSL Vectoring im Echtbetrieb testen zu können, hat inexio für das Projekt Ende 2013 insgesamt 150 Haus­halte aus einem Heidelberger Hochhaus mit einbezogen. Diese Wohnungen waren bis dato mit den FRITZ!Box-Modellen 7390 bzw. 7360 ausgestattet und wurden mit 50-MBit/s-VDSL-Anschlüssen versorgt.

Die Leitungs­kapazität im Kabelbündel der Haushalte lag bei durchschnittlich 79 MBit/s. Ziel war es jedoch, eine durchgängige Leitungskapazität von mehr als 100 MBit/s zu erreichen. Hierzu erhielten die FRITZ!Box-Modelle das Software-Update, wodurch sie Vectoring-fähig wurden. Am anderen Ende des Kabelbündels kam bei dem Versuch ein DSLAM mit Vectoring-fähigen Line Cards zum Einsatz. Dabei konnte die mittlere Leitungs­kapazität auf 126 MBit/s gesteigert werden. Auf Grund dieser Ver­besserungen ist nun auch für kommerzielle Haushalte eine verdoppelte Datenrate von 100 MBit/s möglich, auch wenn hier ein älteres FRITZ!Box-Modell wie die 7360 oder 7390 angeschlossen ist. Für den Endverbraucher bedeutet dies, dass er sein VDSL-Modem nicht auszutauschen braucht, sondern nur ein Firmen-Update durchführen muss, damit dieses Vectoring-fähig wird. Der verwendete DLSAM seiner­seits muss auch eine Vectoring-fähige Line Cards haben, damit die Empfangsgeräte eine verdoppelte Datenrate erhalten können.

Vor wenigen Monaten hatte AVM zusammen mit dem Bundes­verband Breit­band­kommunikation (Breko) in einem Labortest die Verdoppelung sowie die Vermeidung des "Übergreifens" erprobt. inexio führte diesen Versuch nun in einer realen Umgebung durch. Für die privaten Haushalte und somit den Massen­markt wird VDSL Vectoring voraussichtlich ab Sommer 2014 verfügbar sein.

Lesen Sie in in unseren Meldungen zum VDSL Vectoring, ob der Ausbau technisch und regulatorisch umstritten ist.

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