Vergleich

Telekom: VDSL 100 kann Internet per Kabel preislich nicht unterbieten

Mit VDSL 100 will die Telekom die Kabelnetzbetreiber angreifen. Preislich gelingt ihr das nicht, wie ein Vergleich von teltarif.de zeigt. Die Preise liegen weit über denen der Kabelanbieter, bieten aber auch mehr Upstream. Wir zeigen die Unterschiede auf und informieren über günstige VDSL-100-Alternativen.
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Mit VDSL 100 sollen die Kabelnetze unter Druck gesetzt werden. Preislich gelingt das noch nicht.Mit VDSL 100 sollen die Kabelnetze unter Druck gesetzt werden. Preislich gelingt das noch nicht. MIt VDSL 100 will die Deutsche Telekom ihren Wettbewerbern mit TV-Kabelnetzen paroli bieten. Lange Zeit war die Telekom nicht in der Lage, mehr als 50 MBit/s zu liefern - von einigen wenigen direkten Glasfaseranschlüssen mal abgesehen. Mit VDSL 100, das mit VDSL Vectoring realisiert wird, soll sich das nun in den kommenden Monaten ändern und die Telekom will ihre ärgsten Wettbewerber Kabel Deutschland und Unitymedia angreifen. Diese konnten dank anderer technischer Gegebenheiten in Kabelnetzen schon bis zu 150 MBit/s in einen einzelnen Haushalt bringen, theoretisch sind sogar noch weiteraus höhere Datenraten drin.

Doch wird der Telekom der Angriff gelingen? Wir haben die Preise der Telekom für VDSL 100 mit denen von Kabel Deutschland und Unitymedia verglichen. Zusätzlich haben wir den günstigsten VDSL-100-Anbieter, 1&1, mit in den Preisvergleich aufgenommen. Diesen Preisvergleich zwischen den VDSL-100-Anbietern haben wir am Donnerstag veröffentlicht.

Die Unterschiede im Überblick

Bei allen vier Anbietern haben wir Tarife mit 100 MBit/s im Downstream verglichen. Wir haben dabei jeweils die günstigste Möglichkeit gewählt, was die bei drei der vier Anbieter inkludierte Zwangshardware angeht. Bei den Kabelanbietern bedeutet das somit aber auch, dass die Kunden nur ein einfaches Modem oder einen einfachen Router bekommen. Höherwertigere Hardware ist erhältlich, kostet aber extra. Die Telekom macht die eigene Hardware nicht zur Pflicht. Wer schon einen VDSL-Router gekauft hat, kann diesen verwenden sofern dieser Vectoring kann, die Kosten haben wir daher nicht eingerechnet. Sollte kein VDSL-Router vorhanden sein, entstehen zusätzliche Kosten von mindestens 4,94 Euro im Monat.

Die Tarife an sich unterscheiden vor allem durch den Upstream. Dieser liegt zwischen 40 MBit/s bei der Telekom und vergleichsweise mageren 2,5 MBit/s bei Unitymedia. Kabel Deutschland gewährt seinen Kunden einen Upstream von 6 MBit/s und 1&1 in der Standard-Variante per VDSL 20 MBit/s. Für weitere 2,99 Euro monatlich sollen die Kunden den vollen Upstream von 40 MBit/s buchen können. Kabel Deutschland bietet eine solche Upstream-Erhöhung nicht an, bei Unitymedia kostet die Erhöhung des Upstreams auf 10 MBit/s monatlich 15 Euro durch Buchung der Komfort-Option für den Telefonanschluss mit anschließender Upstream-Erhöhung.

Die 100-MBit/s-Tarife im Überblick

  Telekom 1&1 Kabel Deutschland Unitymedia
Call & Surf Comfort Speed IP Doppel-Flat VDSL 100 Internet & Telefon 100 2play Plus 100
Downstream 100 MBit/s
Upstream 40 MBit/s 20 MBit/s 6 MBit/s 2,5 MBit/s
Drossel - - File-Sharing -
Festnetz Flatrate
Mobilfunk 0,19 0,199 0,199 0,199
Zwangsrouter nein ja ja ja
Hardware Speedport W 724V: 4,95 / Monat,
Speedport W 921V: 5,95 / Monat
Fritz!Box 7362SL: 0,00 Kabelrouter ohne WLAN: 0,00 Kabelrouter ohne WLAN: 0,00
Aktion 6 Mon.: 34,95 Grundgebühr,
Online: 12 Mon. 10 Prozent Rabatt
24 Mon.: 34,99 Grundgebühr,
100,00 Bonus bei Rufnummern­mitnahme
12 Mon.: 19,90 Grundgebühr,
Online: 30,00 Bonus
individuelle Erstattung bei Wechsel 2)
2 Mon.: 0,00
10 Mon.: 19,99 Grundgebühr,
Online: 30,00 Erstattung Aktivierung
individuelle Erstattung bei Wechsel 2)
Einmalkosten 69,95 0,00 0,00 30,00
Grundkosten 44,95 44,99 39,90 35,00
Kosten über
24 Monate 1)
 
nach 24 Mon. 1 040,81 739,76 687,60 619,99
rechn. monat. 43,37 30,82 28,65 25,83
Kosten über
36 Monate 1)
 
nach 36 Mon. 1 580,21 1 279,64 1 166,40 1 039,99
rechn. monat. 43,90 35,55 32,40 28,87
Stand: 08. August 2014, Preise in Euro
1) Unter Berücksichtigungen der Grundgebühr und Einmalkosten sowie Hardwarekosten und aktueller Aktionen für Wechselkunden, exklusive Versandkosten.
2)  Neukunden, die noch an einen anderen Festnetzanbieters gebunden sind, können den Anschluss parallel zu ihrem Altvertrag schon nutzen. Bei einem Wechsel wird dem Kunden bis zum Ende des Altvertrags (KDG max. für 6 Monate, Unitymedia max 12 Monate, Nachweis erforderlich) die Grundgebühr für jeden vollen Monat gutgeschrieben. Wurde nicht in der Gesamtrechnung berücksichtigt, da keine klassische Ersparnis (Altvertrag läuft weiter) und individuell unterschiedlich.

Kabel behält preislich die Nase vorn, VDSL punktet beim Upstream

Für rechnerisch weniger als 30 Euro eine Doppel-Flatrate mit 100 MBit/s im Downstream ist ein gutes Angebot - zumal auch noch Telefon samt Flatrate inkludiert ist. Abstriche müssen Nutzer von Unitymedia, wo es dieses Angebot gibt, aber bei der Hardware und beim Upstream machen. 2,5 Prozent des Downstreams als Upstream sind im Verhältnis zum Wettbewerb extrem wenig. Kabel Deutschland bietet immerhin 6 Prozent seines Downstreams als Upstream an, ist aber auch etwas teurer. Die beiden Anbieter stehen nicht im Wettbewerb, da sie unterschiedliche Marktgebiete haben.

Vergleich man nun Kabelanbieter mit dem günstigsten VDSL-100-Tarif, so liegen die monatlichen Ersparnisse beim Kabel auf zwei Jahre gesehen bei 2,17 Euro (KDG) bzw. 4,99 Euro (Unitymedia). Bei längerer Vertragslaufzeit erhöht sich die monatliche Ersparnis. Dafür, dass die VDSL-100-Kunden von 1&1 mehr zahlen, bekommen sie aber auch mehr Leistung. So gibt es zum einen bessere Hardware dazu und zum anderen mit 20 MBit/s deutlich mehr Upstream als bei den Kabelanbietern. Wer diesen Upstream braucht, wird den vergleichsweise geringen Preisunterschied vermutlich gerne zahlen.

Die Preise der Telekom hingegen sind auch rechnerisch sehr hoch. Auf zwei Jahre gesehen kostet ein Anschluss mit 100 MBit/s Down- und 40 MBit/s Upstream monatlich 14,72 Euro mehr als ein Anschluss mit 6 MBit/s Upstream bei Kabel Deutschland. Zudem muss der Kunde sich selbst um die Hardware kümmern bzw. noch mehr zahlen. Preislich kann die Telekom den Kabelanbietern also nichts entgegensetzen.

Den Vergleich der vier großen Anbieter mit VDSL 100 finden Sie in einer weiteren Meldung.

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