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Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg bietet Handyticket und Live-Ver­kehrs­an­sicht

Der VBB hat eine neue Version seiner App für iOS und Android veröffentlicht. Sie ermöglicht nun auch den mobilen Fahrkartenkauf. Wir haben uns die neue App angeschaut. Außerdem ermöglicht der VBB es nun, Verkehrsmittel auf einer Live-Karte in Echtzeit zu verfolgen.

Der Startbildschirm der VBB-App. Die VBB-App
Screenshot: teltarif.de
Die Berliner Verkehrsbetriebe veröffentlichten im Januar eine neue Version ihrer App. Mit ihr war es in Berlin erstmals möglich, im Bedarfsfall Fahrkarten für städtische öffentliche Verkehrsmittel zu kaufen. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg hat nun ebenfalls eine neue Version seiner App für Android veröffentlicht, die iOS-Version soll demnächst folgen. Wie auch bei der BVG-App vermuten wir, dass es sich um eine komplette Neuentwicklung der Anwendung handelt. Wir haben uns die neue App einmal genauer angeschaut und weisen auf Unterschiede zwischen den Helferlein hin.

Haltestellensuche per Augmented Reality

Der Startbildschirm der VBB-App. Die VBB-App
Screenshot: teltarif.de
Einer der größten Kritikpunkte bei der BVG-App war das Bedienkonzept, das uns nicht wirklich überzeugen konnte. Hier punktet die VBB-App sofort. Sie wirkt modern, reagiert schnell und weniger altbacken. Die VBB-App mit dem Namen "Bus&Bahn" erlaubt es unter anderem, Verbindungen, Abfahrten und Netzpläne nachzuschlagen. Dabei gibt es auch eine Funktion, die die beste Verbindung vom aktuellen Standort heraussuchen kann. Besonders interessant ist aber die Augmented Reality-Funktion der VBB-App. Öffnet der Nutzer diese, bekommt er das Bild der Kamera auf der Smartphone-Rückseite angezeigt. Dort integriert sind Haltestellen, die sich in der Nähe des Nutzers befinden. Dreht der Besitzer das Smartphone in eine andere Richtung, werden ihm die hier gelegenen Abfahrtsorte angezeigt. Das ist gerade für einheimische Touristen nützlich, die über einen Mobilfunkdatenvertrag verfügen. Sie können sich so leicht orientieren.

Unterschiede beim Ticket-Angebot

Des Weiteren bietet die App die Möglichkeit, Fahrkarten mobil zu kaufen. Da der VBB als Dienstleister das HandyTicket-Deutschland nutzt, muss man sich zunächst bei dem Dienst registrieren. Beim HandyTicket Deutschland, das auch in anderen Verkehrsverbänden nutzbar ist, muss sich der Kunde mit seiner Handynummer registrieren und bekommt auf diese per SMS dann eine PIN für den Login zugeschickt.

Nach der Angabe der persönlichen Daten muss der Kunde festlegen, womit er sich bei einer Fahrkartenkontrolle identifizieren möchte. Zur Auswahl stehen hier EC-Karte, Kreditkarte, Personalausweis oder Reisepass. Als Bezahlverfahren hat der Kunden die Auswahl zwischen Kreditkarte, Lastschrifteinzugsverfahren und Prepaid-Aufladung. Die Daten können auch auf der Internet-Seite des Anbieters eingesehen und bearbeitet werden. Die Nutzung auch in anderen Teilen von Deutschland ist gerade dann praktisch, wenn man in zwei Städten zuhause ist und/oder viel zwischen verschiedenen Städten pendelt.

Ein weiterer Unterschied: Während man in der App der Berliner Verkehrsvertriebe nur Fahrkarten für das Berliner-ABC-Netz kaufen kann, ermöglicht die VBB-App auch den Kauf von Tickets für Potsdam, Cottbus, Brandenburg an der Havel und Frankfurt/Oder. Punkten kann die BVG-App dagegen beim Ticket-Angebot. Dieses ist deutlich ausführlicher als in der VBB-App. Hier stehen Einzel- und Anschlussfahrausweise sowie Tages- und Klein- beziehungsweise Gruppenkarten bereit. Zudem, und das dürfte viele Nutzer besonders freuen, bietet sie aber auch die 4-Fahrten-Karte für den Tarifbereich Berlin-AB an. Dem größeren Tarifbereich entsprechend bietet die VBB-App deutlich mehr Netzpläne, als die Version der BVG.

Suche der VBB-Anwendung kann überzeugen

Haltestellensuche per Augmented Reality - App zeigt zusätzliche Informationen an. Haltestellensuche per Augmented Reality.
Screenshot: teltarif.de
Der zweite große Kritikpunkt an der BVG-App war, dass es bei der Suche nach passenden Verbindungen nicht möglich war, frühere beziehungsweise spätere Fahrten herauszusuchen. Vermutlich wird die BVG hier nachbessern, bei der VBB-Version funktioniert dieses lobenswerterweise aber von Hause aus. Sie ermöglicht es auch, eine Heimat-Adresse in den Einstellungen festzulegen, hat aber anders als das BVG-Pendant keinen Zugriff auf Adressen von im Telefon gespeicherten Kontakten. Des Weiteren ist es möglich, eine gefundene Verbindung offline verfügbar zu machen, sodass die grundlegenden Informationen auch dann verfügbar sind, wenn das Smartphone keinen Zugang zum Internet hat. Für aktuelle Verbindungen lässt sich ein Alarm einrichten, der den Nutzer über Abweichungen informiert.

Davon träumt die NSA: VBB-Livekarte zeigt Position von Verkehrsmitteln

Zugegeben: Die NSA verfügt vermutlich längst über eine solche Technologie beziehungsweise dürfte sich wenig für die aktuelle Position eines bestimmten S-Bahn-Zuges interessieren, uns hat das Beobachten der Busse und Bahnen auf der Live-Karte aber doch Freude bereitet. So beobachteten wir beispielsweise die beginnende Urlaubsreise eines Kollegen live. Im Feierabendbetrieb kamen dann zudem erste Ideen für neue Geschäftsmodelle auf. Denkbar wäre beispielsweise ein Callcenter-Dienst, der den Kunden informiert, ob sich das Rennen nach dem Bus noch lohnt.

Abseits dieser Gedankenspiele sind aber auch durchaus ernsthaftere Szenarien denkbar, gerade im Pannen-geplagten Berlin. Bei einer Störung können Nutzer jetzt nachschauen, wo ihre S-Bahn festhängt, oder aber, auch um wie viele Minuten sich ihr Bus verspätet. In der Karte lässt es sich zudem sogar explizit nach Verbindungen mit einer bestimmten Verspätung suchen. Ganz genau sind die Positionen der Verkehrsmittel aber nicht. Teilweise fahren sie durch Gebäude und Parks. Der Fernverkehr lässt sich zumindest im VBB-Bereich und bis nach Polen beobachten. Wer Züge in anderen Teilen Deutschlands beobachten will, der kann das Zugradar der Deutschen Bahn nutzen.

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