Wiedergewählt

Witt: Wir müssen die Telekom ziehen

Der von Renè Obermann mitgegründete Interessen­verband VATM vertritt wichtige Unternehmen der Tele­kommuni­kations­branche und sieht Wett­be­werb als Zugpferd für den Glasfaserausbau.
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Einer der ältesten Interessenverbände der Anbieter von Tele­kommuni­kations­dienst­leistungen im Wettbewerb zur Deutschen Telekom ist der VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten), ursprünglich als VAT von René Obermann gegründet, damals Chef des Service-Providers Hutchison Telecom (später Phonehouse und heute Teil von 1&1-Drillisch).

Der VATM hat gestern Abend seinen Vorstand gewählt: Martin Witt (1&1) und David Zimmer (Inexio) wurden in ihrem Ämtern bestätigt. Im Präsidium des VATM sind Unternehmen wie 1&1/1&1-Drillisch, Deutsche Glasfaser (DGF), ecotel, EWE TEL (EWE), mobilcom-debitel/freenet (Mobilfunk Service-Provider), next id (Service-Rufnummern), Telefónica Germany (Netzbetreiber o2), und Vodafone Deutschland (Netzbetreiber Vodafone D2) vertreten.

Wettbewerb treibt den Glasfaserausbau

Der neu gewählte Vorstand des VATM: Dieter Zimmer (Inexio, links) und Martin Witt (1&1, rechts)Der neu gewählte Vorstand des VATM: Dieter Zimmer (Inexio, links) und Martin Witt (1&1, rechts) Für Martin Witt, der seit 2014 dieses Amt bekleidet, bleibt „Wettbewerb ... der wichtigste Treiber der FTTB/H-Ausbaus und der Digitalisierung in Deutschland – der Nutzen muss für die Bürger erkennbarer werden“. Und er fügt hinzu: „Wir müssen nun gemeinsam die guten Ziele des Koalitionsvertrages umsetzen. Das schaffen wir nur ohne faule Kompromisse. Alle Marktteilnehmer brauchen Klarheit und Planungssicherheit. Wenn wir jetzt keine Fehler machen, ist das Gigabit-Ziel immer noch weitgehend erreichbar. Wir befinden uns in einer für den Wirtschaftsstandort Deutschland und die Verbraucher besonders kritischen Phase.“ Der VATM werde sich intensiv und konstruktiv bei der Gestaltung der richtigen Rahmenbedingungen einbringen.

„Wir beteiligen uns aktuell unter anderem mit eigenen Vorschlägen an der Diskussion über die richtige Förderung und die Umsetzung des neuen europäischen Rechtsrahmens (EECC - Europäische Kommunikations Codex)". Ein möglichst intensiver Wettbewerb sei der beste Garant für die zügige Digitalisierung Deutschlands und den richtigen Einsatz von Fördermitteln, wo sie wirklich notwendig sind.

Wir werden die Telekom mit uns ziehen

Nach wie vor bauten die Wettbewerber deutlich mehr Glasfaseranschlüsse bis zum Haus/Endkunden als die Deutsche Telekom, betont der VATM. Viele Verträge konnten zwischen ausbauenden Unternehmen und Diensteanbietern geschlossen werden. "Wir kommen voran und wir werden die Telekom mit uns ziehen, denn letztlich werden wir es nur gemeinsam schaffen. Wir treiben den Ausbau und den gesamten Markt voran und das ist auch in der Politik erfreulicherweise angekommen“, unterstreicht der Verbandspräsident.

Martin Witt, Vorstandsvorsitzender der 1&1 Telecommunication SE und COO der 1&1 Drillisch AG, gehört seit sechs Jahren dem VATM-Präsidium an. David Zimmer, Geschäftsführer der des saarländischen Glasfaser-Anbieters inexio Informationstechnologie und Telekommunikation GmbH, ist seit Februar 2013 Präsidiumsmitglied des VATM und seit 2014 Vizepräsident des Verbandes. „Unser gemeinsames Ziel im VATM bleibt, bei der Digitalisierung möglichst gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land zu schaffen. Genau dazu stehen die vielen kleineren und mittelständischen Unternehmen, die hier besonders aktiv im Markt sind. „Dafür muss die Bundesregierung aber die richtigen Rahmenbedingungen für Investoren setzen“, so Zimmer.

Bekannte Unternehmen im Präsidium

Als weitere Mitglieder des Präsidiums bestätigte die Mitgliederversammlung außerdem Christoph Clément, Mitglied der Geschäftsleitung und Director Legal, Regulatory, Public Affairs & Corporate Security bei Vodafone Deutschland, Valentina Daiber, Vorstand Recht & Corporate Affairs bei Telefónica (o2) Germany, Uwe Nickl, Geschäftsführer der Deutsche Glasfaser Holding, Rickmann von Platen, Geschäftsführer der mobilcom-debitel/CCO freenet AG, Norbert Westfal, Sprecher der Geschäftsführung EWE TEL und der EWE Vertrieb, und Peter Zils, Vorstandsvorsitzender der ecotel communication. Ihre Positionen getauscht haben bei der Wahl Karsten Rudloff (jetzt ordentliches Präsidium), Geschäftsführer next id, und Christian Plätke (erweitertes Präsidium), Geschäftsführender Gesellschafter IN-telegence.

Neu im erweiterten VATM-Präsidium ist seit gestern Stefan Riedel, CCO/Mitglied der Geschäftsführung der Tele Columbus AG. Die Versammlung wählte außerdem in das erweiterte Präsidium: Stephan Drescher, Geschäftsführer envia TEL, Jürgen Hermann, Vorstandsvorsitzender QSC, Alexander Lucke, Geschäftsführer DNS:NET, Udo Neukirchen, Geschäftsführer Skylogic Germany/Eutelsat, Christian Plätke, Geschäftsführender Gesellschafter IN-telegence, Wolfram Rinner, Geschäftsführer der GasLINE, Marc Schütze, Geschäftsführer Drillisch Netz, sowie Stefan Winghardt, Mitglied der Geschäftsführung BT Germany.

Der wieder gewählte VATM-Präsident Witt ist seit Juni 2012 Vorstandsvorsitzender der 1&1 Telecommunication SE, seit 2011 Vorsitzender der Geschäftsführung der hundertprozentigen Tochtergesellschaft 1&1 Telecom GmbH sowie seit Oktober 2017 Vorstandsmitglied und seit Januar 2018 COO der 1&1 Drillisch AG. In den Jahren 2014 bis 2017 war er Vorstand der United Internet AG. Witt begann seine berufliche Karriere als Entwicklungsingenieur für die Telekommunikation bei der Siemens AG und wechselte später zur Deutschen Telekom, wo er die Einführung der Mobiltelefone mit Windows Mobile bei der Telekom begleitete. 2005 wechselt er als Leiter für „Projekt & Innovationen, Fachhandel“ zum Service-Provider debitel, bevor er 2008 Bereichsleiter Vertrieb & Handel bei der freenet AG wurde. Witt studierte Physik an der Universität Heidelberg.

Inexio gewinnt Ausschreibung im Landkreis Bad Dürkheim

Sein Vize, David Zimmer, ist seit 1990 Unternehmer und Geschäftsführer bei inexio, das er 2012 gegründet hat. Das Unternehmen investiert bundesweit in den Auf- und Ausbau von Glasfasernetzen. In Rheinland-Pfalz hat inexio die Ausschreibung des Kreis-Clusters zum Ausbau der "weißen Flecken" im Landkreis Bad Dürkheim mit Glasfaser bis ans Haus (FTTB) gewonnen.

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