Turmquoten

Vantage Towers: Sendeturmgesellschaft legt Zahlen vor

Die von Voda­fone gegrün­dete Vantage Towers legt Zahlen vor. 260 neue Stand­orte in Deutsch­land (im 1. Halb­jahr) stehen 1200 Stationen der Telekom (im Jahr) gegen­über.

Die von Voda­fone gegrün­dete Sende­turm­gesell­schaft "Vantage Towers" hat ihre Halb­jah­res­ergeb­nisse vorge­legt. Stolz ist die Gesell­schaft auf ihr "robustes Konzern­umsatz­wachstum" von sechs Prozent im ersten Halb­jahr auf 533 Millionen Euro (soge­nanntes "konso­lidiertes Finanz­ergebnis").

Unterm Strich seien 282,5 Millionen Euro "opera­tiver Gewinn" übrig geblieben oder 244,2 Millionen vor Steuern. Im zweiten Quartal habe man weitere Fort­schritte beim Bau neuer Makro­stand­orte (Sende­türme oder Dach­stand­orte) erzielen können.

Hoff­nung durch Finanz­inves­toren

Sendemast von Vantage Towers. Pro Standort senden im Schnitt 1,45 Netzbetreiber Sendemast von Vantage Towers. Pro Standort senden im Schnitt 1,45 Netzbetreiber
Foto: Vantage Towers
Noch­mals ging Vantage Towers auf das geplante Gemein­schafts­unter­nehmen mit den Finanz­inves­toren GIP (Global Infra­struc­ture Part­ners) und KKR ein, das eine 81,7-prozen­tige Betei­ligung von Voda­fone an Vantage Towers halten wird. Das Gemein­schafts­unter­nehmen bietet an, "frei­ste­hende" Aktien zum Preis von 32 Euro je Aktie zu über­nehmen.

Im ersten Halb­jahr des Geschäfts­jahres 2023(!) konnten "710 Netto-Neuver­mie­tungen von Stand­orten" erzielt werden, was eine gesell­schafts­weite Vermie­tungs­quote von 1,45 Netz­betrei­bern pro Standort bedeutet, mittel­fristig ist ein Wert von über 1,5 geplant.

Wieso Geschäfts­jahr 2023?

Zum Hinter­grund: Das Geschäfts­jahr 2022 endete bei Vantage Towers bereits am 31. März 2022 und aktuell befindet sich das Unter­nehmen - wie auch die "Mutter­gesell­schaft" Voda­fone - im Geschäfts­jahr 2023 (das hier vom 1.April 2022 bis 31.März 2023 läuft).

Was bedeuten 1,5 Vermie­tungen?

Nehmen wir zehn Stand­orte, dann wären dort insge­samt 15 Netz- oder Sende­betreiber aktiv. Dabei könnten auf einem Standort auch drei oder vier Netz­betreiber sein (falls Platz ist), auf anderen Stand­orten wären es dann weniger oder nur ein einziger, es handelt sich also um statis­tische Werte.

Deutsch­land hat Nach­hol­bedarf

Inter­essant ist der inter­natio­nale Vergleich: So ist die Vermie­tungs­quote in Deutsch­land gegen­über 2022 von 1,22 auf 1,24 gestiegen, während Spanien schon 1,81 (vorher 1,75) erreichte. Auch Grie­chen­land liegt besser als Deutsch­land (von 1,66 auf 1,7). In den übrigen euro­päi­schen Märkten ist der Wert bei 1,43, d.h. Deutsch­land hat hier noch Nach­hol­bedarf oder die Netz­betreiber sind es einfach noch "gewöhnt" nur auf ihren "eigenen" Stand­orten aktiv werden. Kenner wissen auch, dass viele Stand­orte so "eng" sind, dass nur ein Netz­betreiber "drauf passt".

Für die zweite Jahres­hälfte will sich Vivek Badri­nath (der CEO von Vantage Towers) unter anderem auf den Rollout des 1&1-Netzes, sprich "Produk­tion und Inbe­trieb­nahme", damit dürften irgend­wann erste eigene Funk­signale des neuen Anbie­ters "sichtbar" werden.

Neben der Funk­turm-Versor­gung bietet Vantage Towers auch "Indoor-Coverage"-Lösungen, schnelles Breit­band-Internet und hat Glas­faser­ver­ein­barungen, was neue Umsatz­poten­ziale bergen soll.

Im ersten Halb­jahr hat die Gesell­schaft "mehr als 400 neue Makro­stand­orte" errichtet, "trotz eines schwie­rigen opera­tiven Umfelds", davon 260 neue Stand­orte in Deutsch­land. Im Vergleich liegt die Telekom mit 1200 Stationen pro Jahr alleine in Deutsch­land deut­lich weiter vorne.

Im hessi­schen Lauter­bach waren Voda­fone-Kunden nach einem Brand drei Wochen offline.

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