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USB-Multimeter: Hält der Akku, was er verspricht?

Die Hersteller von USB-Netzteilen und externen Akkus versprechen manchmal mehr Leistung als sie halten können. Doch auch ein billiges Kabel kann die Freude trüben. Ein USB-Multimeter gibt immerhin eine erste Einschätzung.
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Wer mit dem Smartphone ein Ladegerät erhält, kann auf dem Typenschild die technischen Daten des Netzteils ablesen - gegebenenfalls benötigt man dazu eine Lupe. Auch auf externen Akkus - Powerbanks genannt - ist in der Regel angegeben, welche Leistung der Akku erbringen soll. Powerbanks und Steckdosen-Ladegeräte mit mehreren USB-Ausgängen haben entweder eine Ladeelektronik, die sich auf das angeschlossene Gerät einstellt, oder die USB-Ausgänge geben verschiedene Stromstärken ab, beispielsweise 1 Ampere, 2,1 Ampere, 2,4 Ampere oder 3 Ampere.

Die Kapazität von internen und externen Akkus wird in Milliamperestunden (mAh) angegeben. Die Stiftung Warentest hat schon vor einiger Zeit durch Labor-Messungen herausgefunden, dass Powerbanks nicht immer die versprochene Kapazität erbringen. Wie kann Otto Normalnutzer, der kein Testlabor zuhause hat, schnell und kostengünstig einschätzen, ob das gekaufte Gerät hält, was der Hersteller verspricht?

Spannungs-Test eines Ladegeräts ohne angeschlossenes Smartphone
Spannungs-Test eines Ladegeräts ohne angeschlossenes Smartphone

So funktioniert ein USB-Multimeter

Elektronik-Bastler haben stets ein digitales oder analoges Multimeter zuhause - doch dies ist bei modernen Interfaces wie USB nicht einsetzbar, es sei denn man besorgt oder bastelt sich selbst eine Breakout-Box dazu, wie es das früher zum Beispiel für die serielle RS-232-Schnittstelle oder andere D-Sub-Steckverbinder wie den VGA-Anschluss gab.

Bei Elektronik-Händlern gibt es allerdings kleine und kostengünstige USB-Multimeter mit verschiedenen Ausstattungsvarianten. Grundprinzip eines USB-Multimeters ist, dass man ein USB-Signal an das Multimeter anlegt (entweder von einem USB-Netzteil, der USB-Buchse eines Computers) oder durchschleift (zum Beispiel zu einem Smartphone). Ein USB-Multimeter hat also stets einen USB-Ein- und Ausgang. Auf einem Display zeigt das Multimeter dann die momentan anliegende oder durchfließende Spannung in Volt sowie die Stromstärke in Ampere an.

Preislich kosten die zum Beispiel bei Amazon angebotenen USB-Multimeter, die meist aus China kommen, zwischen 8 und 15 Euro. Als wir uns auf die Suche nach einem derartigen Mini-Messgerät machten, entdeckten wir eines, das zusätzlich über einen Micro-USB-Eingang verfügt und das die durch das Messgerät geflossene Ladung in Milliamperestunden (mAh) auf 10 Speicherplätzen abspeichern kann. Das von uns gekaufte Audel KCX-017 USB Multimeter kostete bei Amazon 8,90 Euro.

Die billige Verarbeitung war dem USB Multimeter sofort nach dem Auspacken anzusehen: Die Verpackung war verbeult, auf dem Gehäuse und dem Display befanden sich Schmierflecken, der Aufdruck der technischen Daten war schief und die Flüssigkristallanzeige unter dem Display hatte eine Wölbung.

Technische Daten des USB-Multimeters und Genauigkeit

Das USB-Multimeter unterstützt einen Input und Output von 3-7 Volt sowie 50-3500 Milliampere. Gespeichert werden kann eine Ladungskapazität von maximal 19 999 mAh. Der Messbereich liegt zwischen 3 und 7 Volt sowie 0 und 2,5 Ampere. Gemessen wird in 10-Millivolt- sowie 1-Ampere-Schritten.

Und damit sind wir beim Thema Genauigkeit angelangt - denn gerade bei einem derart billigen Messgerät muss man davon ausgehen, dass auch hier der alte Grundsatz aus der Messtechnik gilt: "Wer misst, misst Mist." In der Tat verfügt das USB-Multimeter über keine eigene Stromversorgung und bezieht die Energie aus dem angeschlossenen Ladegerät oder Akku. Der Hersteller gibt an, dass das Gerät für seinen eigenen Betrieb (messen und auf dem beleuchteten Display darstellen) weniger als 20 mA verbraucht. Die gemessenen und angezeigten Werte sollen von den tatsächlichen Werten um maximal 2 Prozent abweichen. Eingesetzt werden kann das USB-Multimeter bei einer Temperatur zwischen 0 und 40 Grad sowie bei einer Luftfeuchtigkeit von 0 bis 75 Prozent.

Im übrigen ist bei allen Messungen zu beachten, dass billige (Micro-)USB-Kabel das Ergebnis verfälschen können. Liegen die Werte deutlich unter den versprochenen Werten, sollte man zum Vergleich ein höherwertiges USB-Kabel verwenden, um auszuschließen, dass das Kabel der Übeltäter ist. Auch die Hersteller von Smartphones und Powerbanks warnen oft vor zu billigen USB-Kabeln.

Auf der folgenden Seite unseres Berichts gehen wir nun darauf ein, wie man mit dem USB-Multimeter Ladegeräte und Powerbanks testet und was beim Laden am USB-Port des Notebooks zu beachten ist.

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