USA

"Wenn Trump eine Mauer baut, Mobilfunk geht durch"

Mobilfunk überwindet Mauern und Grenzen: T-Mobile US-Chef Legere ist sich sicher, dass sein Netz die geplante US-mexikanische Grenzmauer überstrahlen wird.
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In einem Konferenztelefonat mit Analysten und Journalisten aus Deutschland am Donnerstagmorgen wurde der Telekom-Chef Timotheus Höttges nach den Auswirkungen der amerikanischen Präsidentschaftswahl auf sein Unternehmen gefragt. Seine Antwort war klar: Er hält sich aus der internationalen Politik heraus - Geschäft ist Geschäft und Politik ist Politik, so Höttges.

So mischte sich T-Mobile-USA-Chef Legere in den Wahlkampf ein

Timotheus Höttges möchte US-Wahlergebnis nicht kommentierenTimotheus Höttges möchte US-Wahlergebnis nicht kommentieren In den USA hatten sich der überaus erfolgreiche T-Mobile-USA-Chef John Legere und der inzwischen frisch gewählte Präsident der USA, Donald Trump während der Frühphase des US-Wahlkampfes im vergangenen Jahr ein kleineres Scharmützel geliefert.

Anlass der Diskussion war, dass T-Mobile USA sein Tarifmodell so erweitert hat, dass T-Mobile-US-Kunden nicht nur unbegrenzt nach Mexiko oder Kanada anrufen und dorthin SMS schreiben können, sondern auch Reisen in diese Länder (sofern man über die Grenze reisen darf) sind ohne Roaming-Aufschläge für ankommende oder abgehende Gespräche von T-Mobile-USA-Kunden möglich.

Die Änderung des Simple-Choice-Tarifes trat bereits zum 15. Juli 2015 in Kraft. Auch der Simple-Global-Tarif von T-Mobile USA, der schon 2013 eingeführt wurde, wurde angepasst. Er erlaubt US-Kunden den internationalen Versand von SMS-Nachrichten und freies Daten-Roaming in ungefähr 120 Ländern. Anrufe kosten 20 US-Cents pro Minute (ca. 18,40 Euro-Cent).

Analysen hatten ergeben, dass mehr als ein Drittel aller Auslands­telefonate von den USA nach Mexiko oder Kanada führen. "Damit machen wir Kanada und Mexiko zu einem Teil unseres Heimatlandes", habe T-Mobile USA Chef John Legere erklärt, so zitiert ihn die amerikanische Nachrichtenseite recode.net, die zur Vox-Media-Gruppe gehört, an der führende amerikanische Unternehmen wie ComCast beteiligt sind.

Legere zu Verizon und AT&T: "dumm und dümmer"

In einem Konferenzgespräch mit amerikanischen Wall-Street-Analysten und Journalisten, das bereits im Frühsommer 2015 stattfand, solle Legere, der gerne als Provokateur im amerikanischen Markt auftritt, seine Konkurrenten Verizon und AT&T als "dumm und dümmer" eingestuft haben, die ihre Angelhaken nach dem damaligen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump ausgeworfen hätten, dessen Einschätzung der mexikanischen Einwanderer als "Räuber, Mörder und Drogenhändler" weltweit viel Kritik ausgelöst hatte. Wörtlich solle Legere zu den Analysten gesagt haben: "Selbst wenn Donald Trump eine Mauer baut, um Jedermann vor der Einreise zu hindern, das Mobilfunknetz wird unterbrechungsfrei (also grenzüberschreitend) versorgen."

Nach der Wahl twitterte Legere (@JohnLegere) ganz staatsmännisch: The election is over. We are all Americans and we need to unite and move forward together. Übersetzt: Die Wahl ist vorbei. Wir sind alle Amerikaner und wir müssen uns einigen und gemeinsam vorwärts bewegen. Zuvor hatte er getwittert: Congrats to the new POTUS, @realDonaldTrump. Let’s see what an out of the box, non-typical, non-politician can do for America! Übersetzt: Gratulation an den neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten. Schauen wir, was ein nagelneuer, untypischer Nicht-Politiker für Amerika tun kann. Kurz vor der Wahl hatte Legere noch seine Follower aufgefordert, wählen zu gehen (ohne eine Empfehlung auszusprechen) und gab sogar Hinweise, wo und ob ein Selfie in der Wahlkabine zulässig ist, das US-Recht unterscheidet sich hier, je nach Bundesstaat, wo gewählt wurde.

In einer weiteren Meldung berichten wir über die Geschäftsentwicklung der Telekom im Festnetzbereich: Der Magenta-Konzern hat heute neue Zahlen vorgelegt.

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