OPM-Hack

USA fürchten nach Hackerangriff Enttarnung ihrer Spione

Nach dem Angriff auf die US-Behörde OPM fürchtet die US-Regierung, dass die Daten dazu genutzt werden könnten, im Ausland eingesetzte Undercover-Agenten zu enttarnen.
Von Marie-Anne Winter mit Material von dpa
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Die USA fürchten nach dem OPM-Hack die Enttarnung von im Ausland eingesetzten Undercover-Agenten.Die USA fürchten nach dem OPM-Hack die Enttarnung von im Ausland eingesetzten Undercover-Agenten. Der Hacker-Angriff auf die US-Behörde OPM (Office of Personnel Management), bei dem persönliche Daten von 21,5 Millionen Menschen in die Hände der Angreifer fielen, könnte für die USA sehr unangenehme Folgen haben. Laut einem Bericht der New York Times geht bei der US-Regierung nun die Sorge um, dass nach einem Medienbericht die Sorge, dass China die erbeuteten Daten zur Enttarnung von US-Spionen nutzen könnte.

Das hätte wiederum zur Folge, das eine große Zahl von Agenten der Geheimdienste niemals mehr im Ausland eingesetzt werden könnte, wie die Zeitung unter Berufung auf aktive und ehemalige Geheimdienstbeamte schreibt. Für die US-Spionagebehörden wäre dies ein bedeutender Rückschlag, hieß es weiter.

Im Juni war bekannt geworden, dass bei einer China zugeschriebenen Cyberattacke auf Computer der Bundesverwaltung OPM über 21 Millionen Menschen ausgespäht wurden. Dazu zählen Regierungsangestellte, zivile Auftragnehmer sowie deren Familien, Verwandte und Freunde. Manche der Daten wurden bei Überprüfungen von Regierungsmitarbeitern mit Zugang zu Geheiminformationen oder Anwärtern darauf gesammelt.

Enttarnung durch Datenabgleich

US-Regierungsbeamte hatten der Zeitung zufolge zwar in der Vergangenheit erklärt, dass keine Informationen über US-Spione bei der Bundesverwaltung gespeichert und diese Daten zum Zeitpunkt des Hackerangriffes völlig geschützt gewesen seien. Aber Geheimdienstler und andere Offizielle befürchteten, dass Undercover-Agenten identifiziert werden könnten, indem die gestohlenen Daten mit bereits gesammelten anderen Informationen abgeglichen würden.

Auch Informationen über ehemalige CIA-Angestellte seien bei der OPM gespeichert gewesen.

Außerdem könnten die OPM-Daten dazu genutzt werden, um ausgefeilte Phishing-Angriffe ("spear phishing") auf Regierungsangestellte zu starten, um auf diese Weise Zugang zu Regierungsstellen und weiteren vertraulichen Daten zu erhalten. Insgesamt müsse man bei der Menge der Daten und bei den heutigen Möglichkeiten der Datenanalyse von einem Worst-Case-Szenario ausgehen.

Der oberste US-Geheimdienst-Chef James R. Clapper Jr. räumte ein, dass die routinemäßigen Sicherheits-Überprüfungen von Geheimdienstlern derzeit auch wegen des Angriffs nur mit großen Verzögerungen durchgeführt werden könnten. Aber er erklärte auch: "Wenn wir die Möglichkeit hätten, dasselbe zu tun, dann würden wir es wahrscheintlich tun."

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