Flugsicherheit

US-Regierung erwägt Laptop-Verbot für Flüge aus Europa

Das bei Flügen, egal ob Kurz- oder Langstrecke, Sicherheit groß geschrieben wird, ist bekannt. Nun denkt die US-Regierung jedoch über einen Schritt nach, der gerade Geschäftsleute aus Europa verärgern könnte.
Von Stefan Kirchner mit Material von dpa
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Die US-Regierung erwägt, das Verbot elektronischer Geräte wie Laptops im Handgepäck auch auf Flüge von Europa in die USA auszuweiten. Entsprechende Überlegungen liefen, es sei aber noch keine Entscheidung gefallen, erklärte ein Sprecher des Heimatschutzministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Einen Bericht der Nachrichtenseite "The Daily Beast", wonach eine Ankündigung zu dem Verbot bereits heute kommen könnte, wies er als falsch zurück. "Wenn es Änderungen gibt, werden wir das bekannt geben."

Die Regierung von Präsident Donald Trump hatte ein solches Verbot im März für Direktflüge von zehn Flughäfen in die Vereinigten Staaten verhängt. Alle acht betroffenen Länder befinden sich im Nahen Osten oder in Nordafrika. Verboten sind sämtliche Geräte, die größer als Mobiltelefone sind - also Laptops, Tablet-Computer, E-Book-Reader oder Kameras. Die Geräte können jedoch im Gepäck aufgegeben werden, das im Flugzeugbauch verstaut wird.

Angst vor Anschlägen

Notebook-Verbot bei Flügen in die USANotebook-Verbot bei Flügen in die USA Grund für das Verbot der elektronischen Geräte bei Flügen in die USA ist die Angst vor möglichen Terroranschlägen. Die US-Administration fürchtet, dass Terroristen Wege und Mittel gefunden hätten, Notebooks in potentielle Bomben zu verwandeln. Dadurch könnten besagte Terroristen Flugzeuge zu Notlandungen zwingen oder gar während des Fluges in die Luft sprengen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Dass sich die US-Administration zu diesem Schritt genötigt fühlt, könnte mit den vermehrt durchgeführten Terroranschlägen der letzten Monate in Europa zusammenhängen.

Ob das Verbot für die Mitnahme größerer elektronischer Geräte aus Europa auch auf Tablets ausgeweitet wird, oder ob nur Notebooks betroffen sein werden, wollte die zuständige US-Behörde nicht weiter kommentieren. Man werde die Sicherheitslage weiter beobachten und zu gegebener Zeit weitere Informationen veröffentlichen. Man wolle stets die Sicherheit der Fluggäste im Auge behalten, heißt es.

Gefahr auf anderem Weg

Wirklich glücklich gewählt ist die Verbannung größerer Elektronik aus dem Fluggastraum auch wieder nicht. Immerhin sind Lithium-Ionen-Akkus trotz großer Sicherheitsvorkehrungen bei der Herstellung ein zweischneidiges Schwert. Schließlich sind Fehler bei der Herstellung nur schwer auszuschließen, was zuletzt das Galaxy Note 7 zeigte. Dessen Akkus gingen reihenweise in Flammen auf, was Samsung zur kompletten Einstellung des Gerätes zwang.

Zudem kommt hinzu, dass in den letzten Jahren zahlreiche Notebook-Akkus verschiedener Hersteller wegen Sicherheitsbedenken ausgetauscht werden mussten. Denn sollte sich eine defekte Lithium-Ionen-Zelle entzünden, kann diese bis zu 800 Grad heiß werden.

Genau das ist auch eine Sorge die aufkommt: Das unbemerkte Entflammen von Notebook-Akkus während eines Fluges im Gepäckraum. Dies wäre eine eventuell größere Gefahr als zu Bomben umgebaute Notebooks, die bei der Gepäckkontrolle durch den Scanner geschickt werden.

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