Urlaubsratgeber

Mit dem Handy in den Osterurlaub: So telefonieren Sie günstig

Netzbetreiber-Optionen können Ersparnisse bringen, aber Kosten auch steigern
Von Thorsten Neuhetzki
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Ostern steht vor der Tür und somit auch für viele Deutsche der Osterurlaub. Besonders beliebt: Kurzreisen in die Nachbarländer - sei es zum Städtetrip oder zum Ski Laufen. Stets dabei: Das Handy. Damit Sie auch im Ausland günstig telefonieren können, geben wir Ihnen im Rahmen unseres Themenmonats "Telefonieren im Mobilfunk" einige Tipps, wie Sie die Kosten für Gespräche in Grenzen halten können.

Zunächst einmal gilt im EU-Ausland der von der EU vorgeschriebene maximale Roaming-Tarif, auch bekannt als EU-Tarif. Die Verordnung besagt, dass abgehende Gespräche in EU-Länder im Ausland maximal 54,74 Cent pro Minute kosten dürfen, ankommende Gespräche maximal 26,18 Cent pro Minute. Bereits berücksichtigt ist hier die deutsche Mehrwertsteuer, in anderen Ländern gelten also andere Brutto-Preise. Zu beachten gilt es für den Oster-Urlaub: Die Schweiz unterliegt als Nicht-EU-Land auch nicht dem EU-Tarif. Das heißt, Gespräche mit dem Handy in der Schweiz sind in aller Regel weitaus teurer als im EU-Ausland. Eine löbliche Ausnahme bietet hier o2: Der Münchener Netzbetreiber hat die Schweiz bei Vertragskunden in die gleiche Tarifzone wie die EU-Länder einsortiert.

Alle vier Netzbetreiber bieten ihren Kunden auf Wunsch spezielle Roaming-Optionen an, die versprechen, das Telefonieren im Ausland günstiger zu machen. Je nach Telefonierverhalten kann das tatsächlich so sein. Wer allerdings das Handy im Ausland nur für den Notfall dabei hat oder lediglich zu Hause anruft, um zu sagen, dass man gut angekommen ist, der zahlt mit diesen Optionen mehr als mit dem normalerweise geltenden Roaming-Tarif.

T-Mobile: 30 Minuten für 10 Euro

Telefonieren im Urlaub Relax Holiday nennt sich die Roaming-Option von T-Mobile. Sie bietet den Kunden 30 Gesprächsminuten (ankommend und abgehend) für einmalig 10 Euro. Allerdings: Diese Minuten gelten nur in der Ländergruppe 1. Dabei handelt es sich mit Ausnahme von Norwegen um EU-Länder. Das heißt, das hier (auch in Norwegen) der EU-Tarif gilt, ankommende Gespräche also im Standardtarif nur 26 Cent pro Minute kosten. Werden die 30 Minuten voll ausgeschöpft und nur mit ankommenden Gesprächen verbraucht, so zahlt der Kunde indes 33 Cent pro Minute. Für abgehende Gespräche lohnt sich die Option lediglich dann, wenn der Kunde mehr als 19 Minuten abgehend telefoniert. Ab der 31. Minute gilt wieder der normale Roaming-Tarif, die Ersparnis durch die Option von 6,20 Euro bleibt erhalten. Wer weniger als 19 Minuten telefoniert oder in erster Linie ankommende Gespräche erwartet, sollte von der Option Abstand nehmen. Die Inklusivminuten sind vier Wochen lang gültig, buchbar ist die Option nur für Vertragskunden.

o2: 100 eingehende Minuten für 8 Euro

Der Münchener Anbieter o2 sortiert bei Vertragskunden nicht nur neben Norwegen auch die Schweiz in die EU-Tarifzone, sondern bietet den Kunden auch mehr Inklusivminuten im Ausland für weniger Geld. Mit My Europe Top können die Kunden in insgesamt 43 Ländern die ersten 100 Minuten pro Monat eingehende Gespräche kostenlos empfangen - zahlen dafür aber 8 Euro. Der rechnerische Minutenpreis liegt damit bei 8 Cent. Wer allerdings weniger als 30 Minuten ankommend telefoniert, der telefoniert allerdings günstiger mit dem regulären Roaming-Tarif. Auch wer deutlich mehr als 100 Minuten telefoniert, sollte Abstand von der Option nehmen: Jede weitere Minute kostet mit 39 Cent deutlich mehr als normalerweise. Günstiger hingegen sind abgehende Gespräche: Sie kosten 39 statt 54 Cent pro Minute.

Die Option, die nur für Vertragskunden buchbar ist, kann sich lohnen, kann aber unter Umständen auch unnütz sein und lediglich für mehr Umsatz beim Netzbetreiber sorgen. Loop-Kunden können ohnehin nur auf die Standard-Tarife zurückgreifen.

Wie Kunden von Vodafone und E-Plus sparen können und welche Spartipps Sie in jedem Fall berücksichtgen sollten, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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