Forschung

Pinkeln lädt den Akku auf - Forscher entwickeln neue Energiequelle

Bakterien ernähren sich von organischer Masse und produzieren Energie
Von dpa / Marc Kessler

Robotics Laboratory Forscher des Robotics Laboratory in Bristol
Foto: Robotics Laboratory
Urin kann nach einer Studie britischer Wissen­schaftler ein Handy aufladen. Die Forscher nutzten die Stoff­wechsel­prozesse von Bakterien, um aus mensch­lichem Urin eine Energie­quelle zu machen.

Die Ausbeute reiche bisher für einen kurzen Anruf, SMS oder Surfen im Internet, teilten die Briten mit. Das Verfahren solle nun weiter­entwickelt werden. Methode und Ergebnisse haben die Forscher in der Fachzeitschrift "Physical Chemistry Chemical Physics" veröffentlicht.

Es sei das erste Mal, dass Urin Strom für ein Mobiltelefon geliefert habe, hieß es vom Robotics Laboratory in Bristol, einem Projekt der Universität Bristol und der University of the West of England.

Bakterien ernähren sich von Urin - und produzieren dabei Energie

Robotics Laboratory Forscher des Robotics Laboratory in Bristol
Foto: Robotics Laboratory
Hinter der Strom­gewinnung stecken Bakterien. Nach Angaben der Forscher läuft der Urin durch sogenannte mikrobielle Brennstoff­zellen. In diesen Energie­konvertern wird organische Masse in Elektrizität umgewandelt. Die Energie entstehe als Nebenprodukt aus den Stoffwechsel­prozessen der Organismen. Je mehr Material - wie etwa Urin - die Bakterien verzehrten, desto mehr Energie produzierten sie.

Deckung des heimischen Strombedarfs über die Toilette?

"Wir nutzen das ultimative Abfall­produkt als Energie­quelle für die Produktion von Elektrizität - mehr Öko geht nicht", sagte Ioannis Ieropoulos vom Forscherteam. Seiner Ansicht nach könnte die Technologie zur Strom­gewinnung über Urin in der Zukunft fester Bestandteil von Toiletten werden und unter anderem Energie zum Duschen, Rasieren oder für Licht liefern.

Mikrobielle Brenn­stoff­zellen werden auch schon in anderen Bereichen eingesetzt, liefern aber in ihrem derzeitigen Entwicklungs­stadium noch nicht genug Strom für einen weit­reichenden wirtschaftlichen Einsatz.

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