Blianz

Unitymedia: Immer mehr Kunden geben immer mehr Geld aus

20,68 Euro gibt ein Unitymedia-KabelBW-Kunde derzeit durchschnittlich pro Monat aus. Das ist deutlich mehr als ein Jahr zuvor. Mehr als 2,5 Millionen Kunden nutzen das Kabelnetz zum Telefonieren und Surfen.
Von Thorsten Neuhetzki
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Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia KabelBW hat seine Jahresbilanz vorgelegt, die sich durchaus sehen lassen kann. Die wesentlichen Zahlen sind positiv: Die Kundenzahlen wachsen, die Kunden buchen im Durchschnitt mehr Produkte und geben mehr Geld aus. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde lag im letzten Quartal des vergangenen Jahres bei über 20 Euro und mehr als 2,5 Millionen der insgesamt 7 Millionen Kunden nutzen das Netz zum Telefonieren und/oder zum Surfen im Internet.

Dabei sei die Nachfrage nach Kombiprodukten, also den Produktlinien 2play und 3play stärker geworden, teile Unitymedia KabelBW mit. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Nachfrage danach um fünf Prozent. Im vierten Quartal kamen 88 900 Internetnutzer neu in das Netz. Damit wuchs der Anbieter zwar langsamer als im Vorjahresquartal (108 700 Neunutzer), kann angesichts der Tatsache, dass er nur in drei Bundesländern tätig ist, immer noch ordentliche Neukundenzahlen vorlegen. Insgesamt hat der Anbieter 7,07 Millionen Kunden, die im Durchschnitt 1,65 Produkte gebucht haben. Im Vorjahresquartal waren es noch 1,58 Produkte pro Kunde.

44 000 Kunden haben binnen eines Quartals 150-MBit/s-Anschlüssen

Unitymedia KabelBW legt gute Zahlen vorUnitymedia KabelBW legt gute Zahlen vor Wer beispielsweise eine Doppelflatrate bucht, nutzt allerdings schon zwei Produkte des Anbieters. Mit drei Prozentpunkten (jetzt 28,9 Prozent) ist vor allem der Anteil an Triple-Play-Kunden stark gestiegen, der Großteil der Kunden (63,4 Prozent, minus 4,5 Prozentpunkte) nutzt aber lediglich ein Produkt. Dabei handelt es sich in der Regel im einen analogen Fernsehanschluss. Diese Zahlen wirken sich auch auf den durchschnittlichen Umsatz pro Kunde, den ARPU, aus. Dieser lag im vierten Quartal bei 20,68 Euro und somit 1,24 Euro höher als noch ein Jahr zuvor. Zurückzuführen ist das ferner auch darauf, dass Kunden bei Unitymedia offenbar entgegen dem Branchentrend gewillt sind, für hohe Datenraten zu zahlen. 44 000 Kunden hätten sich alleine im vierten Quartal für einen 150-MBit/s-Anschluss entschieden.

97 Prozent des eigenen Netzes seien inzwischen so ausgebaut, dass die Kunden Telefon und Internet über den Koaxialanschluss nutzen können. Insgesamt erreichte Unitymedia KabelBW 12,634 Millionen Haushalte in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg. 339 000 Haushalte können derzeit noch nicht im Internet versorgt werden, der Ausbau läuft aber an verschiedenen Stellen weiter. Der Umsatz des Kabelanbieters, der zur Liberty-Global-Gruppe gehört, stiegt im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 1,93 Milliarden Euro. Allerdings heißen alle diese positiven Zahlen nicht, dass der Anbieter Gewinn macht. Im Gegenteil: Der operative Gewinn auf Basis des Adjusted EBTIDA lag bei 1,158 Milliarden Euro, doch nach Abschreibungen, Zinsen und Steuern lief ein Nettoverlust von 285,7 Millionen Euro auf. 2012 lag dieser bei 259,3 Millionen Euro.

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