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Unitymedia-Chef äußert sich zu WiFiSpots-Kritik, DOCSIS 3.1 & Co.

Der Unitymedia-CEO Lutz Schüler hat zu wichtigen Themen wie DOCSIS 3.1, dem allgemeinen Kabel-Netz-Ausbau und der WiFiSpots-Kritik Stellung bezogen.
Von der Anga Com in Köln berichtet
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Unitymedia ist auf der Anga Com in Köln in diesem Jahr mit starken Themen vertreten. So demonstriert der Kabelnetzbetreiber in einem Testnetz auf der Messe seine WiFiSpots über das 2,4-GHz-Frequenzband. Zudem spielt DOCSIS 3.1 eine große Rolle und auch die schnellen Gigabit-Anschlüsse sowie der weitere Ausbau sind ein Thema. Im Rahmen einer Presseveranstaltung auf der Anga Com hat der Unitymedia-Chef, Lutz Schüler, sich zu den genannten Themenbereichen geäußert und Stellung bezogen.

Unitymedia-CEO Lutz SchülerUnitymedia-CEO Lutz Schüler Derzeit stellt Unitymedia aus technischer Sicht bereits etwa 50 Prozent seiner Kunden schnelle Internet-Anschlüsse über das TV-Kabel mit bis zu 400 MBit/s im Downstream zur Verfügung. Dabei setzt das Unternehmen auf den Übertragungsstandard DOCSIS 3.0. Schüler sagt, dass sich fast 10 Prozent der Kunden für die Produkte mit 200 oder 400 MBit/s entscheiden würden. Tele Columbus und NetCologne bieten manchen Kunden ebenfalls schon solche hohen Übertragungsgeschwindigkeiten. Zum Vergleich: Bei Vodafone sind über das integrierte ehemalige Kabel-Deutschland-Netz bis zu 200 MBit/s erreichbar und die Telekom hat Vectoring-Anschlüsse mit bis zu 100 MBit/s im Downstream im Sortiment.

Über DOCSIS 3.0 sind theoretisch Geschwindigkeiten von bis zu ein Gbit/s möglich. Mit dem Nachfolger DOCSIS 3.1 sind theoretisch unter den optimalsten Bedingungen Geschwindigkeiten von bis zu 10 GBit/s umsetzbar - realistisch ist allerdings eher eine niedrige einstellige Zahl an GBit/s. Wie Lutz Schüler mitgeteilt hat, arbeite Unitymedia derzeit an der Umrüstung auf DOCSIS 3.1. Allerdings sei mit einer größeren Einführung erst 2018 zu rechnen - dies wird auch die Nachfrage der Kunden bestimmen. Auf der unserer Ratgeberseite informieren wir Sie ausgiebig zu DOCSIS 3.1.

WiFiSpots-Kritik, Ultra-HD-Vorbereitung & Neuanschlüsse

Außerdem hat sich Lutz Schüler zu der Kritik an der Einführung der WiFiSpots und der damit verbundenen fehlerhaften Kommunikation gegenüber den Kunden geäußert. Lutz Schüler räumt ein, die Kunden nicht ausreichend informiert zu haben. Man habe nun aber schnell die Konsequenzen daraus gezogen und die Kunden ausreichend über die Einführung der Hotspots informiert. Bis Ende dieses Jahres will Unitymedia etwa 1,5 Millionen WiFiSpots anbieten. Diese werden dabei über die Router der Kunden als zweites, vom WLAN des Kunden unabhängiges WLAN-Netz realisiert. Kunden haben die Möglichkeit, der Nutzung als WiFiSpot zu widersprechen - mehr dazu lesen Sie in diesem Hintergrundartikel. Im Sommer wird Unitymedia mit den WLAN-Hotspots starten. Auch die Verbraucherschützer hatten sich zu diesem Thema eingemischt und Unitymedia abgemahnt.

Zudem erwähnte der Unitymedia-Chef, dass Unitymedia bis Ende dieses Jahres noch bis zu 250 000 Kabel-Neuanschlüsse in den noch nicht erschlossenen Gebieten zur Verfügung stellen will. Spannend ist auch der durchschnittliche Verbrauch der Unitymedia-Kunden pro Monat, den Schüler im Gespräch preisgab. Demnach würde ein durch­schnittlicher Verbrauch von 86 GB pro Monat stattfinden. Laut den Ermittlungen der Bundesnetzagentur für den bundesweiten Durchschnitt des Datenvolumens von 13 GB liegt der Wert damit weit über der Norm. Aus diesem Grund schließt Schüler eine Preiserhöhung nicht aus, eine Begrenzung des Datenvolumens durch eine Drossel soll es aber nicht geben.

Außerdem erwähnte Schüler, dass Unitymedia technisch auf Ultra-HD vorbereitet sei, wenn es kommt. Dann müsse das Unternehmen allerdings weitere Investitionen tätigen, um die hohen Datensätze bei der Übertragung zu regeln. Weitere Details zur Vorbereitung auf Gigabit-Speed im Netz von Unitymedia erfahren Sie in einer zusätzlichen Meldung.

Der Unitymedia-CEO Schüler hat auf einem Podium der Anga Com betont, dass das Kabel-Netz das Rückgrat der Breitband-Internets sei und ist der Auffassung, dass der Gigabit-Anschluss noch in diesem Jahrzehnt selbstverständlich wird - mehr dazu in diesem Artikel.

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