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United Mobile: Liechtenstein-Plattform +423 wird abgeschaltet

Rechtsstreit mit Mobilkom Liechtenstein führt zum Aus

Wie bereits gemeldet, können seit etwa einer Woche Kunden des Roaming-SIM-Karten-Anbieters United Mobile [Link entfernt] mit Liechtensteiner Rufnummer (+423) nicht mehr abgehend telefonieren oder SMS-Kurznachrichten verschicken. Um eine Verbindung aufzubauen, muss das Handy über eine SIM-Toolkit-Applikation eine Kurzmitteilung nach Liechtenstein schicken, um den Rückruf anzufordern. Durch die Abschaltung des SMS-Dienstes ist dies nun nicht mehr möglich.

Zahlreiche noch verbliebene Kunden mit einer Rufnummer in Liechtenstein beschwerten sich. Zwischen United Mobile und der Mobilkom Liechtenstein, einer Tochter der österreischischen Mobilkom A1, die wiederum die Mobilfunktochter der Telekom Austria ist, kam es zum Rechtsstreit. Mobilkom Liechtenstein hatte eigentlich für letzten Donnerstag die Abschaltung der Plattform angekündigt, in Tests der Redaktion von teltarif.de konnten wir aber einzelne Nummern noch heute erreichen.

Bis zur finalen Abschaltung sind UM-423-Kunden noch für Anrufe und Kurznachrichten erreichbar und können ebenso noch mobil Daten übertragen. Nach der Abschaltung wird die Rufnummer als "nicht vergeben" geführt, Sprachmailboxnachrichten werden verloren sein.

United Mobile bietet Alternative mit englischer Rufnummer an

Seit einiger Zeit verkauft der Roaming-SIM-Karten-Anbieter United Mobile SIM-Karten im Netz von Jersey Telecom, die von dieser Abschaltung nicht betroffen sind. Viele Kunden von United Mobile mit Wohnsitz in der Schweiz setzten aber weiter auf die Liechtensteiner Variante. Diese war aus der Schweiz oft noch zum landesinternen Tarif erreichbar, denn Liechtenstein gehörte telefontechnisch lange zum Schweizer Inland.

United Mobile hat allen Kunden, deren Postadresse bekannt ist, eine Ersatzkarte im Netz von Jersey-Telecom mit der Vorwahl +44-7937 zugeschickt. Wer noch keine Karte mit dem Namen UM+ bekommen hat oder dessen Postadresse bei United Mobile nicht bekannt ist, kann kostenlos eine Ersatzkarte mit zehn Euro Startguthaben anfordern. Das Restguthaben der alten Karten mit +423-Rufnummer wird auf Wunsch auf das Guthaben der neuen Karten mit +44-Rufnummer umgebucht.

Die UM+-Karten sind deutlich günstiger als die bisherigen Liechtensteiner Karten zu erreichen. Letztere verwendeten eine "Premium"-Vorwahl, die United Mobile nicht alleine gehörte und von allerlei Erotik-Dienstleistern mitgenutzt wurde, was zu Fehlschaltungen, Sperrungen oder falschen Abrechnungen bei den Verbindungsnetzbetreibern und damit Beschwerden geführt hatte.

Jede neue UM+-Karte muss vom Kunden im Online-Tool unter www.united-mobile.com oder über die Hotline freigeschaltet werden. Falls nach Freischaltung die UM+-Rufnummer als "nicht vergeben" angesagt wird, sollte sicherheitshalber die Rufmleitung mit der Zeichenfolge *112*# Hörertaste ausgeschaltet werden.