Kundenzahlen

1&1-Mutter will noch mehr Kunden gewinnen als geplant

Die Serie der guten Halbjahres-Berichte bei den Telefongesellschaft hält an. Auch United Internet legt stark zu und korrigiert seine Pläne - nach oben. In diesem Jahr sollen 880 000 zahlende Kunden gewonnen werden.
Von Thorsten Neuhetzki mit Material von dpa
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Der Internetdienstleister United Internet (1&1, GMX, Web.de) macht trotz höherer Ziele beim Kunden­zuwachs keine Abstriche bei seiner Gewinn­prognose für das laufende Jahr. Den Ausblick auf neue Kunden mit zahlungs­pflichtigen Verträgen schraubte Konzernchef Ralph Dommermuth wie erwartet in die Höhe, im Gesamtjahr rechnet das Management nun mit 880 000 neuen Kunden nach Abzug von Kündigungen. Zuvor hatte das TecDax-Schwergewicht mit 800 000 Verträgen kalkuliert.

Im 1. Halbjahr 2015 hat United Internet wieder stark in neue Kunden­beziehungen investiert. Dadurch konnte die Zahl der kosten­pflichtigen Kundenverträge bereits um 430 000 Verträge auf 15,21 Millionen zum 30. Juni gesteigert werden. "Getragen wurde das Kundenwachstum von unserem Segment 'Access', in dem wir stärker als je zuvor zulegen konnten", kommentiert Dommermuth das starke Kunden­wachstum.

Die Kundenzahlen im Einzelnen

United Internet will noch stärker wachsen, sagt Konzernchef DommermuthUnited Internet will noch stärker wachsen, sagt Konzernchef Dommermuth Bei DSL-Anschlüssen legte der Anbieter binnen Jahresfrist um 650 000 Anschlüsse zu (jetzt 3,99 Millionen), beim mobilen Internet um 760 000 (jetzt 2,99 Millionen). Zurück ging lediglich die Zahl der nicht mehr vermarkteten T-DSL-Anschlüsse. Bei den kostenlosen Accounts (u.a. GMX und web.de) legte United Internet ebenfalls zu und zählt hier nun 31,95 Millionen (510 000 mehr).

Obwohl der stärkere Kunden­zustrom beim Konzern mit den Marken 1&1, GMX und Web.de über die Subventionen für Smartphones und Tablets tendenziell auf den operativen Gewinn drückt, bleibt es bei der anvisierten Steigerung des um Sondereffekte bereinigten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 40 Prozent. Die Umsatzprognose bleibt ebenfalls beim Alten.

Im ersten Halbjahr kletterte der Umsatz vor allem dank des Zukaufs von Versatel um mehr als ein Viertel auf 1,82 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum 1,43 Milliarden). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg mit knapp 48 Prozent noch stärker auf 351,3 Millionen Euro (237,6 Milliarden).

United Internet reiht sich damit ein in die Riege der Telekommunikationsunternehmen, die zum 30. Juni gute Quartalszahlen vorgelegt haben. Insbesondere die Mobilfunker haben mit einer Ausnahme gute Zahlen vorgelegt, die wir Anfang der Woche analysiert haben.

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