Reduktion

1&1-Ionos: Unified Messaging wird eingestellt

Manche E-Mail, die vom eigenen Internet-Provider kommt, ist ernst gemeint: Ionos schaltet phasen­weise sein Unified Messa­ging System ab. Sprach­boxen werden am 17. November einge­stellt, der Fax-Anteil erst nächstes Jahr.

Verschie­dene E-Mail- und Internet-Anbieter stell(t)en ihren Kunden seri­enmäßig oder gegen Aufpreis eine Sprach- und/oder Fax-Mailbox zur Verfü­gung ("Unified Messa­ging" oder UMS). Einge­hende Faxe werden meist im PDF-Format, einge­hende Sprach­nach­richten als WAV oder MP3 Datei per E-Mail an den Inhaber über­mit­telt.

Gerade bei Faxen ist das recht prak­tisch, da man kein Faxgerät im Standby-Betrieb mitlaufen lassen muss.

Unified Messa­ging über Vorwahl "032"

Der Internetdienstleister Ionos stellt sein  Unified-Messaging-Angebot ein. Kunden werden per E-Mail informiert Der Internetdienstleister Ionos stellt sein
Unified-Messaging-Angebot ein. Kunden werden per E-Mail informiert
Foto/Logo: Ionos, Montage: teltarif.de
Als Rufnummer für diese Ange­bote werden oft 032-Rufnum­mern verwendet, die von der Bundes­netz­agentur als "noma­dische" Rufnummer (d.h. ohne festen Standort) ange­sehen werden. Anrufe zu "032" können bei guten Anbie­tern in der Fest­netz-Flat bereits enthalten sein.

Bei anderen Anbie­tern werden normale Fest­netz-Tarife, aber auch teil­weise absurde Preise berechnet. Insbe­son­dere vom Mobil­funk können das schnell 49 Cent/Minute sein.

In der Folge machen viele Anwender einen Bogen um solche Rufnum­mern und nutzen sie nicht.

Immer weniger Nutzer

Weil diese Dienste nur wenig genutzt werden, hatte Telekom/T-Online die Aufzeich­nung von Sprach­nach­richten bei seinem T-Online-Angebot schon vor einiger Zeit abge­schaltet, nur für Faxe steht das System unter einer für jeden Kunden indi­vidu­ellen 032-Rufnummer noch zur Verfü­gung.

Wer eine Telekom-Flat­rate und mehrere Rufnum­mern hat, kann eine davon als Faxnummer dekla­rieren und dauer­haft auf die 032-Fax-Mailbox umleiten.

Ionos schaltet UMS-Dienste in Stufen ab

Auch Ionos, der Internet-Domain- und Cloud-Dienst­leister der 1&1 Gruppe, hat jetzt seine Kunden erneut infor­miert, dass Unified Messa­ging Service abge­schaltet werden wird.

Die entspre­chenden E-Mails an die Kunden enthalten die Vertrags­kun­den­nummer und die Unified-Messa­ging-Rufnummer, die mit "032" beginnt. Diese Mails sind kein Phis­hing oder Spam, sondern ernst gemeint.

Laufende Infor­mati­ons­kam­pagne seit August

Bereits Mitte August und Anfang Oktober 2021 waren alle Kunden darüber infor­miert worden, dass Ionos diesen Service zukünftig nicht mehr zur Verfü­gung stellen möchte. In einem ersten Schritt wird zum 17. November 2021 die Anruf­beant­worter-Funk­tion deak­tiviert. Ab diesem Zeit­punkt können Kunden über ihre UMS-Rufnummer(n) keine Sprach­nach­richten mehr empfangen. Wer dennoch anruft, wird nur noch den typi­schen Fax-Triller-Ton hören.

Der Fax-Empfang und Fax-Versand, so betont Ionos, werde "über­gangs­weise noch bis zum 24. Februar 2022" funk­tions­fähig bleiben, danach wird auch das abge­schaltet. Ionos rät den betrof­fenen Kunden, sich "recht­zeitig um einen adäquaten Ersatz" zu kümmern. Spätere Anrufer dürften dann entweder ein Besetzt­zei­chen oder eine Ansage ("Rufnummer nicht vergeben/unbe­kannt") hören.

Einige Kunden wissen vermut­lich gar nicht (mehr), dass sie einen solchen Dienst haben, da das Vorgän­ger­unter­nehmen von Ionos diese Nummern allen Kunden auto­matisch einge­richtet hatte. Sie brau­chen dann nichts weiter zu tun und können die Nach­richt igno­rieren. Für Fragen zur UMS-Abschal­tung hat Ionos unter der Rufnummer 0721 170 5522 eine Hotline einge­richtet.

Unab­hän­gige Anbieter von Sprach-Mail­boxen und Fax-Mail­boxen mit E-Mail-Weiter­lei­tung gibt es noch. Viele richten sich eher an Geschäfts­kunden, einige bedienen auch Privat­kunden.

Die wich­tigen Notruf­num­mern waren kürz­lich teil­weise gestört. Mehr dazu lesen Sie in einer weiteren News.

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