Herausforderung

So versorgt die Telekom die UN-Klimakonferenz in Bonn

Die heute in Bonn startende UN-Klimakonferenz ist mit 25 000 Teilnehmern die größte zwischenstaatliche Konferenz, die es in Deutschland je gegeben hat. Die Telekom kümmert sich darum, die Konferenz mit Glasfaser und Mobilfunk zu versorgen.
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Die Telekom versorgt die UN-Klimakonferenz mit NetzDie Telekom versorgt die UN-Klimakonferenz mit Netz Seit 16 Jahren findet ab heute erstmals wieder eine UN-Klima­konferenz in Bonn statt. Für die in Bonn ansässige Deutsche Telekom ist das einerseits also ein Heimspiel, auf der anderen Seite aber auch eine große Heraus­forderung.

Denn die regulären Netze sind einer derartigen Veranstaltung natürlich keineswegs gewachsen. Neben rund 25 000 regulären Konferenzteilnehmern werden sich tausende weitere Personen wie Journalisten, Übersetzer, Caterer, freiwillige Helfer und Nichtregierungsorganisationen auf demselben Gelände aufhalten: dem UN-Campus an der Bonner Rheinaue, der vor der Wiedervereinigung das Regierungsviertel der Bundesrepublik bildete. Damit ist die Klimakonferenz die größte zwischenstaatliche Konferenz, die es in Deutschland je gegeben hat.

Schon die Planung war ein enormer Aufwand

In ihrem Blogeintrag Geht nicht gibt’s nicht beschreibt die Telekom die Heraus­forderungen, die angesichts der UN-Klima­konferenz netz­technisch zu stemmen sind. Im März 2017 befand sich am Ort des Geschehens noch eine grüne Wiese, auf der zunächst die beiden Konferenzzentren zu errichten waren. Für die Telekom stand fest: Für das ganze Gelände müssen Glas­faser­leitungen verlegt werden inklusive der Innen­ver­kabelung. Außerdem waren zusätzliche Mobilfunkantennen aufzustellen.

Wie man eine derartige Veranstaltung netztechnisch versorgt, ist für die Telekom natürlich kein Neuland - jährlich stattfindende Ereignisse wie das Oktoberfest oder der Cannstatter Wasen sowie Fanmeilen zu Fußball-Events gehören schon zum Standardprogramm. Doch bei politischen Veranstaltungen herrscht in der Regel ein deutlich höherer Sicherheitsbedarf, auch bei der Ausgestaltung der Kommunikationsnetze.

Der zuständige Projektleiter bei der Telekom hat sich bereits um die Versorgung des G7/G8-Gipfels vor zwei Jahren, um den G20-Gipfel und den Tag der deutschen Einheit in diesem Jahr gekümmert. Laut der Telekom waren über 50 Firmen am Aufbau sowie an der Durchführung des Klimagipfels beteiligt, das erfordere jede Menge Koordination und exakte Planung.

Außerdem müssen für viele Arbeitsschritte behördliche Genehmigungen eingeholt werden. Denn die Rheinaue befindet sich in einem Hochwassergebiet, daher war ein Hochwasserkonzept zu erstellen. Außerdem dürfen bei der Kabelverlegung zu den Konferenz-Zelten keine Baumwurzeln verletzt werden.

50 Kilometer Glasfaser wurden verlegt

Laut der Telekom arbeiten über 50 Mitarbeiter aus allen Teilen des Unternehmens an der Umsetzung dieses Projekts. Sie mussten und müssen sich um den Aufbau, die Sicherung und den Betrieb des 50 Kilometer langen Glasfasernetzes und die acht zusätzlichen Mobilfunkantennen kümmern.

Sieben dieser Basisstationen versorgen sogenannte "Small Cells" und befinden sich in den zweistöckigen Konferenzzelten. Denn dort, wo auf engstem Raum gleichzeitig viele Teilnehmer telefonieren und Daten verschicken, muss ein optimaler Mobilfunkempfang herrschen. Außerdem werden Teile der Konferenz live ins Internet gestreamt. Und in Kooperation mit dem "Walker Institut" der Universität Reading aus Großbritannien wird ein Roboter als Avatar eingesetzt. Dieser soll die Studenten in Reading virtuell mit Konferenzteilnehmern in Bonn verbinden.

Die Server und Computer werden nach Ende der Konferenz zwar wieder abgebaut, das neu verlegte Netz im Boden bleibt laut Angaben der Telekom jedoch bestehen und kann damit später wieder für Großveranstaltungen genutzt werden.

In einem separaten Artikel erläutern wir, wie die Telekom bei Katastrophen für die Netze sorgt.

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