Umweltschutz

Verbraucher wollen Kennzeichnung von Energieverbrauch

Längere Nutzung aus Umweltgründen für viele Kunden vorstellbar
Von Hans-Georg Kluge
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Eine Umfrage, die im Auftrag des BUND entstanden ist, kommt zu dem Ergebnis, dass Verbraucher auf eine Kenn­zeichnung des Energie­verbrauchs beim Kauf von Computern achten würden. Insgesamt 76 Prozent würden eine verpflichtende Kenn­zeichnung in ihrer Kauf­entscheidung berück­sichtigen. Die Umfrage wurde vom Meinungs­forschungs-Institut forsa am 25. und 26. Februar durchgeführt. forsa befragte 1005 Personen und gibt an, die Umfrage sei repräsentativ, allerdings mit einer Fehlertoleranz von 3 Prozentpunkten.

Klimaschutz: Die meisten Befragten wollen Computer länger nutzen

Computer, Notebooks und andere Komponenten haben gerade bei der Produktion eine sehr schlechte Klimabilanz.Computer, Notebooks und andere Komponenten haben gerade bei der Produktion eine sehr schlechte Klimabilanz. Die erste Frage war, ob es für die Umwelt und das Klima besser sei, einen neuen, energie­sparenden Computer zu kaufen oder den alten länger zu nutzen. 60 Prozent der Befragten spricht sich dafür aus, Computer länger zu nutzen. Dagegen sind 32 Prozent der Meinung, der Neukauf eines Computers sei für die Umwelt besser - eine Meinung, die bei 42 Prozent der Jüngeren (14 bis 29 Jahre) verbreitet ist. Auch 42 Prozent der Hauptschul-Absolventen sowie 35 Prozent der Personen mit mittlerem Bildungs­abschluss sind dieser Auffassung. Dagegen sind besonders 45- bis 59 Jährige anderer Auffassung. Hier sind 70 Prozent der Meinung, eine längere Nutzungsdauer von Geräten sei für die Umwelt und das Klima besser. Auch 67 Prozent der Befragten mit Abitur oder Studium als letzten Bildungs­abschluss glauben, dass längere Verwendung besser ist.

Eine Studie des Umweltbundesamtes kommt zu einem ähnlichen Ergebnis, wie teltarif.de berichtete. Selbst bei fünfjähriger Nutzung eines Notebooks soll die Produktion desselben immer noch mehr Treib­hausgase verursachen als der Betrieb durch den Käufer. Die längere Nutzungs­dauer eines Notebooks ist also für das Klima besser. Moderne Geräte können jedoch oft auch energie­sparender sein - dies macht sich jedoch weniger in der Klimabilanz, als vielmehr auf der Stromrechnung bemerkbar.

Komfort geht vor

Bei Notebooks und Tablets ist eines der größten Probleme, dass die Akkus oft eine wesentlich geringere Lebenszeit haben, als der Rest der Hardware. Mittlerweile haben immer mehr Notebooks, Smartphones und Tablets den Akku aber fest eingebaut. Ein Tausch ist dann für den Kunden nicht ohne weiteres möglich. Die BUND-Umfrage zeigt, dass 8 Prozent der Befragten vor einem Austausch des Akkus zurückschrecken und sich gleich ein neues Gerät kaufen würden. Ein Akku-Tausch ist für viele nur dann interessant, wenn der Tausch in einem Elektronik­markt in der Nähe durchgeführt wird. Insgesamt 61 Prozent der Befragten würden dann einen Austausch vornehmen lassen und auf einen neuen Computer zunächst verzichten. Weitere 10 Prozent würden den Akku auch dann tauschen lassen, wenn dafür das Gerät zum Hersteller eingeschickt werden müsste.

Kennzeichnung des Energieverbrauchs könnte Teil der Kaufentscheidung sein

Gäbe es eine verpflichtende Kenn­zeichnung des Energie­verbrauchs, so würden immerhin 76 Prozent der Befragten, die bereits einen Computer besitzen, dies in ihrer Kaufentscheidung berücksichtigen. Wieder ist die Altersgruppe der 45- bis 59-Jährigen mit 82 Prozent ganz vorne, während von der jüngeren Zielgruppe (14 bis 29 Jahre) 34 Prozent andere Kriterien wichtiger finden. Robert Pörschmann, Energieexperte beim BUND, meint: "Die Verbraucher sind den Herstellern und dem Gesetzgeber voraus. Sie wollen wissen, was sie kaufen und welche Umweltauswirkungen die Produkte haben. Wir fordern die Computerhersteller auf, den Erwartungen ihrer Kunden endlich zu entsprechen. Der Energie- und Ressourcenverbrauch bei der Herstellung von Computern muss entscheidend reduziert werden. Die Lebensdauer der Geräte muss durch austauschbare Akkus erhöht und der Energieverbrauch klar gekennzeichnet werden." Letztlich müsse sich die Industrie fragen lassen, "ob ihre Umweltschutz-Ankündigungen auch halten, was sie versprechen", so der Experte.

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