3G

Zusammenfassung: Mobiles Internet über UMTS im Test

Wir fassen unsere Tests in den UMTS-Netzen von Telekom, Vodafone und Telefónica zusammen und zeigen auf, warum der Verzicht auf LTE auch abseits von Geschwindigkeit und Ansprechzeiten ein gravierender Nachteil ist.
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Wer kennt nicht den Effekt, auf der Straße noch volles UMTS-Signal zu haben, während nach Betreten eines Hauses nur noch GSM und somit GPRS oder EDGE zur Verfügung steht. Hier ergibt sich, wie unsere Tests ergeben haben, ein Vorteil für Kunden im Netz der Deutschen Telekom. Sind GPRS und EDGE bei Vodafone und Telefónica nämlich fast ein Totalausfall, so konnten wir im Telekom-Netz immerhin mit 180 bis 190 kBit/s im Downstream und 70 bis 140 kBit/s im Upstream online gehen.

Surfen im Internet macht bei einem derart langsamen Internet-Zugang sicher keinen Spaß. EDGE im Telekom-Netz reicht aber aus, um Textnachrichten per WhatsApp oder E-Mails auszutauschen. Auch Push-Benachrichtigungen zu Toren bei der Fußball-Europameisterschaft kommen problemlos am Handy an. Zeitgemäß ist der Internet-Zugriff über das 2G-Netz natürlich im Jahr 2016 eigentlich nicht.

Verzicht auf LTE bedeutet geringere Breitband-Abdeckung

Höhere Datenübertragungsraten und niedrigere Ansprechzeiten sind nur zwei Vorteile, die Anwendern fehlen, die - aus welchem Grund auch immer - auf Internet über LTE verzichten müssen. Mit dem fortschreitenden 4G-Netzausbau gibt es in allen Netzen immer mehr Regionen, in denen mobiles Breitband-Internet zwar über LTE, nicht aber über UMTS verfügbar ist. Die 3G-Netze werden nämlich mittlerweile kaum noch weiter ausgebaut.

Telefónica-Kunden profitieren bereits seit mehr als einem Jahr vom National Roaming über UMTS. Die Kombination der Netze von E-Plus und o2 dürfte die wohl dichteste 3G-Abdeckung auf dem deutschen Markt bedeuten. Telekom-Kunden beklagen hingegen, dass sich der UMTS-Empfang in den vergangenen Jahren zum Teil sogar leicht verschlechtert habe - ein Eindruck, den wir im Test nicht bestätigen konnten, der aber mit dem Effekt der "atmenden Zellen" je nach Auslastung der jeweiligen Zelle zusammenhängen könnte.

Messergebnisse in den UMTS-Netzen

  Telekom Vodafone Telefónica
Frankfurt am Main  
Downstream 17,32 bis 18,59 20,26 bis 22,05 14,14 bis 16,65
Upstream 2,45 bis 2,67 1,32 bis 3,92 2,06 bis 4,00
Ping 33 bis 46 28 bis 54 51 bis 77
Fulda  
Downstream 2,19 bis 6,48 15,47 bis 19,57 14,58 bis 15,48
Upstream 1,77 bis 1,81 4,04 bis 4,41 1,84 bis 2,12
Ping 56 bis 58 36 bis 38 49 bis 60
Göttingen  
Downstream 13,48 bis 18,84 8,39 bis 13,95 15,39 bis 15,41
Upstream 1,80 bis 2,44 0,53 bis 10,01 1,84 bis 1,89
Ping 57 bis 70 85 bis 109 58 bis 60
Berlin  
Downstream 24,34 bis 24,35 16,13 bis 19,62 16,81 bis 18,79
Upstream 2,46 bis 2,49 2,63 bis 3,81 2,08 bis 2,93
Ping 48 bis 50 36 bis 51 47 bis 49
Stand: 24. Juni 2016. Bandbreiten in MBit/s, Ping in ms.

Fazit: Wenn möglich nicht auf LTE verzichten

Der UMTS-Internet-Zugang war während unseres Tests in den deutschen Mobilfunknetzen durchaus in Ordnung. Das bedeutet aber nicht, dass der Zugriff auf das LTE-Netz verzichtbar wäre, denn 4G bietet mittlerweile die deutlich bessere Flächenabdeckung auf dem Land und - vor allem bei Nutzung des Bands 20 - die bessere Versorgung innerhalb von Gebäuden.

Problematisch ist es vor allem in den Netzen von Vodafone und Telefónica aber auch, wenn UMTS einmal nicht zur Verfügung steht und man demnach auf das GSM-Netz mit GPRS oder EDGE zurückfällt. Maximal rund 200 kBit/s sind nun wirklich nicht mehr zeitgemäß und selbst diese Geschwindigkeit haben wir nur im Telekom-Netz annähernd erreicht. In den Netzen von Vodafone und Telefónica gab es stellenweise überhaupt keinen Datendurchsatz über 2G.

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