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UMTS: Die Netze und ihre Vor- und Nachteile

Von Steffen Herget
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Mittlerweile hagelt es aus allen Ecken Angebote für das mobile Internet: UMTS-Sticks, Surf-Tarife, Paket-Angebote mit Netbooks und Daten-Flatrates. Neben den individuellen Vertragsinhalten tritt aber bei der Vielzahl von Anbietern eines manchmal in den Hintergrund: das Netz. Dabei haben die vier in Deutschland verfügbaren Mobilfunknetze durchaus unterschiedliche Stärken und Schwächen, die für das mobile Internet am Netbook durchaus wichtig sind. Die Kollegen von teltarif haben diese einmal herausgearbeitet.

Die Platzhirsche sind T-Mobile und Vodafone

T-Mobile, Mobilfunk-Tocher der Deutschen Telekom, hatte zu Anfang deutlich die Nase vorn und bietet auch jetzt noch ein sehr gut ausgebautes Netz. Als einziger Anbieter haben die Magenta-Jungs eine vollständige EDGE-Unterstützung implementiert. Zwar bietet EDGE nicht gerade Hochgeschwindigkeit, ist aber ein guter Ersatz, wenn gerade kein UMTS mit HSDPA vorliegt, und mit bei T-Mobile bis zu 260 kBit/s im Downstream immer noch deutlich schneller als reines GPRS mit maximal 50 kBit/s. UMTS/HSDPA hat T-Mobile vor allem in Städten und Gemeinden vorrangig ausgebaut, in ländlichen Gebieten ist die Versorgung schlechter.

In die Fläche investiert hat bei UMTS Vodafone. Die Verbreitung von UMTS ist in deren Netz höher als bei T-Mobile, wo die Bonner nur EDGE anbieten, kann eventuell über Vodafone mit UMTS-Geschwindigkeit gesurft haben. In Würzburg hatte Vodafone auch als erster Anbieter eine komplette Stadt mit HSDPA mit bis zu 7,2 MBit/s ausgerüstet. Nachteil: Der EDGE-Ausbau wurde weniger stark forciert, hier hinkt Vodafone T-Mobile hinterher. Wo als dann doch mal kein UMTS-Empfang gegeben ist, wird's ohne EDGE schnell arg langsam.

o2 und vor allem E-Plus hinken hinterher

Stark ins eigene Netz investiert hat in den letzten Jahren auch der Münchener Anbieter o2 - das war aber auch nötig, zum Jahresanfang wurde schließlich das Inlands-Roaming zu T-Mobile abgeschafft. Der große Vorteil bei o2: wo UMTS-Empfang-herrscht, gibt es auch HSDPA und HSUPA. Zwar kann das Netz in der Fläche immer noch nicht mit denen von T-Mobile und Vodafone mithalten, die weißen Flecken sind aber deutlich kleiner geworden. Auch viele Discounter wie etwa Tchibo nutzen das o2-Netz. Dort liegt aber auch ein Problem: die Vielzahl von Anbietern und Kunden belasten das Netz stark, der Ausbau muss also weiter forciert werden. Zum Problem kann auch werden, dass die EDGE-Unterstützung in Gegenden, die auch UMTS bieten, schlechter ist. Wer also schlechten oder - etwa in Gebäuden - keinen UMTS-Empfang hat, hat oft nur das langsame GPRS als Notlösung parat. Immerhin baut o2 in München ihr Netz derzeit auf das schnelle HSPA+ aus.

Bleibt E-Plus und damit ein kleiner Problemfall. Beim Ausbau der Datennetze hinkt E-Plus immer noch gewaltig hinterher. Erst letztes Jahr wurde die EDGE- und HSDPA-Unterstützung beschlossen. Während der EDGE-Ausbau mittlerweile bei 90 Prozent der Bevölkerung liegen soll, gibt es HSDPA weiterhin nur sehr vereinzelt, meist in Großstädten. Aber auch da ist das Netz meist langsamer als das der Konkurrenz, und weitere Ausbaupläne gibt es von E-Plus - zumindest offiziell - derzeit auch nicht. Immerhin sind die Tarife oftmals günstig, auch von Discountern wie Aldi Talk oder Blau.

Im Einzelfall entscheidet oft die Verfügbarkeit

Letzten Endes muss jeder für sich selbst überlegen, was wichtig ist. Wer viel unterwegs ist, etwa bei langen Bahnfahrten, wird oft über ein weithin verfügbare EDGE-Netz wie etwa von T-Mobile froh sein. Wer sich häufig in einem überschaubaren räumlichen Rahmen bewegt, sollte auf jeden Fall vorher die verschieden Netze testen, um zur persönlich richtigen Entscheidung zu kommen.

<via teltarif>

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