Netzstandards

LTE auf UMTS-Frequenzen: Wann kommt das Aus für 3G?

Seit einem Jahr gibt es Hinweise darauf, dass das UMTS-Netz mittelfristig aufgegeben wird. Die Frequenzen können auch für LTE genutzt werden. Allerdings ist so mancher Kunde auch noch auf 3G angewiesen.
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UMTS könnte mittelfristig abgeschaltet werdenUMTS könnte mittelfristig abgeschaltet werden Zu Jahresbeginn hatte die Deutsche Telekom ihre Allgemeinen Geschäfts­bedingungen dahingehend geändert, dass sich das Unternehmen vorbehält, sein UMTS-Netz zum Jahresende 2020 abzuschalten. Später hieß es, damit wolle sich die Telefongesellschaft lediglich rechtlich absichern. Einen tatsächlichen Abschalttermin gebe es nicht.

Allerdings stellte die Telekom im Zusammenhang mit der Einführung von LTE im Frequenzbereich um 900 MHz auch klar, dass das GSM-Netz den UMTS-Standard überleben werde. Das derzeit noch für das 3G-Netz verwendete Frequenzspektrum werde perspektivisch für LTE genutzt, zumal 4G auch deutlich effizienter sei als das veraltete UMTS-Netz.

Vodafone testet LTE auf UMTS-Frequenzen

Einem Golem-Bericht zufolge sagte Johan Wibergh, Chief Technology Officer Vodafone, vergangene Woche auf dem Global Mobile Broadband Forum in London, der Netzbetreiber werde sein UMTS-Netz "ungefähr im Jahr 2020 bis 2021" abschalten. 3G sei kein Erfolg gewesen.

Ein solches konkretes Abschaltszenario konnte die deutsche Vodafone-Pressestelle für den hiesigen Markt nicht bestätigen. Allerdings ist Vodafone in Deutschland sogar Vorreiter mit dem Einsatz des 2100-MHz-Frequenzbereichs für LTE. Das Unternehmen nutzt als erster deutscher Netzbetreiber im Rahmen eines Pilotversuchs an ausgewählten Standorten ein 5-MHz-Spektrum zur Erweiterung seines 4G-Netzes.

Dieser Test ist zunächst noch kein Indiz dafür, dass Vodafone UMTS auf 2100 MHz durch LTE ersetzt. Vielmehr nutzt der Netzbetreiber die Single-RAN-Technik, um die drei Netzstandards GSM, UMTS und LTE je nach Bedarf einzusetzen. Dennoch zeigt auch dieser Test, dass LTE immer wichtiger wird, da der Standard effizienter ist und den Bedarf nach immer höheren Bandbreiten beim mobilen Internet-Zugang besser erfüllen kann als UMTS.

Telefónica setzt weiterhin auch auf UMTS

Bei Telefónica denkt indes - zumindest offiziell - noch niemand an eine kurz- oder mittelfristige Abschaltung des UMTS-Netzes. So hat o2 erst im vergangenen Jahr mit o2 Free neue Tarife eingeführt, die explizit auch auf die Nutzung des 3G-Standards (nach Verbrauch des monatlichen Highspeed-Datenvolumens) abzielen.

Ferner verfügt Telefónica durch die Zusammenlegung der früher eigenständigen Netze von E-Plus und o2 über das wohl dichteste UMTS-Netz Deutschlands. Dafür hinken die Münchner ihren beiden Mitbewerbern beim Ausbau des LTE-Standards hinterher. Zwar engagiert sich Telefónica verstärkt bei der Aufrüstung der Basisstationen mit 4G. Es dürfte aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen, den Rückstand gegenüber Telekom und Vodafone aufzuholen.

In einem Ratgeber haben wir aufgezeigt, wie ein Mobilfunknetz funktioniert.

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