3G

UMTS abgeschaltet: Aus für veralte­ten Mobilfunk-Standard

Telekom, Voda­fone und Telefónica schalten ihre UMTS-Netze ab, um mehr Platz für LTE und 5G zu schaffen. Die 3G-Nutzung ist seit Jahren stark rück­läufig.

Voda­fone und die Deut­sche Telekom haben schon vor mehr als einem Jahr ange­kün­digt, sich vom aus heutiger Sicht veral­teten UMTS-Mobil­funk­stan­dard in diesem Jahr trennen zu wollen. Telefónica wollte sich ursprüng­lich mit der Abschal­tung etwas mehr Zeit lassen. Doch auch der Münchner Netz­betreiber startet heute mit der Umwid­mung des bislang für das 3G-Netz verwen­deten Frequenz­spek­trums.

Zum kommer­ziellen Netz­start 2004 brachte UMTS erst­mals die Möglich­keit mit sich, mobil einen schnellen Internet-Zugang zu nutzen. Die 384 kBit/s, die 3G in der ersten Ausbau­stufe geschafft hat, sorgten fast für "DSL-Feeling" - nur eben im Mobil­funk­netz. HSDPA und HSUPA sorgten später für noch größere Daten­über­tra­gungs­raten. Doch mit dem Start der LTE-Netze war eigent­lich schon klar, dass der 4G-Stan­dard 3G perspek­tivisch den Rang ablaufen wird.

UMTS-Aus deutete sich früh an

UMTS-Abschaltung in Deutschland UMTS-Abschaltung in Deutschland
Foto: Telefónica, Logos: Anbieter, Montage: teltarif.de
LTE und erst recht 5G bieten noch viel höhere Daten­über­tra­gungs­geschwin­dig­keiten als UMTS. Die neueren Netz­stan­dards sind effi­zienter. LTE wird von den Netz­betrei­bern schon seit Jahren auch in Regionen ausge­baut, in denen der 3G-Stan­dard nie verfügbar war. Nachdem immer mehr Kunden mit LTE-taug­lichen Mobil­tele­fonen ausge­stattet waren, wurden die Kapa­zitäten für UMTS bereits allmäh­lich zurück­gefahren bzw. für LTE und 5G umge­widmet.

Nur für Discounter-Kunden blieben die 3G-Netze noch lange Zeit wichtig. Vor allem Telekom und Voda­fone verwehrten diesen lange den Zugang zum LTE-Netz. Ohne UMTS hätten die Anwender nur noch einen sehr lang­samen mobilen Internet-Zugang über GPRS bzw. EDGE zur Verfü­gung gehabt. 2019/20 setzte sich LTE aber sukzes­sive auch bei den Discoun­tern durch. So sind sich die Netz­betreiber sicher, dass die UMTS-Abschal­tung von den meisten Kunden unbe­merkt bleiben wird.

Abschalt-Fahr­plan bei den Netz­betrei­bern

Das UMTS-Netz der Deut­schen Telekom wurde in der vergan­genen Nacht offi­ziell abge­schaltet. Spätes­tens im Laufe der kommenden Stunden sollte der veral­tete Stan­dard im Telekom-Netz Geschichte sein. Voda­fone führt die Abschal­tung nach eigenen Angaben in vier Wellen durch. Der Start war eben­falls in der vergan­genen Nacht. Bis zum 7. Juli sollen die letzten 3G-Sender des einst als D2privat gestar­teten Netz abge­schaltet bzw. für LTE umge­widmet sein.

Telefónica startet eben­falls heute mit der Abschal­tung des 3G-Netzes. Der Münchner Betreiber lässt sich mit der Umwid­mung des verblie­benen UMTS-Frequenz­spek­trums für 4G aber noch etwas länger Zeit. Wie bereits berichtet erfolgt die Umschal­tung von 3G auf LTE bei o2 nach Regionen getrennt im Laufe der kommenden sechs Monate. Vor Weih­nachten dürfte der letzte UMTS-Sender in Deutsch­land abge­schaltet sein.

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