Umfrage

Smartphone-Sucht: Sind Sie gefährdet?

Man nennt sie Smartphone-Sucht oder Nomophobie. Dahinter steckt die Angst, mobil nicht erreichbar zu sein und Wichtiges zu verpassen. Wir wollen in unserer aktuellen Blitzumfrage wissen, wie Sie Ihr Smartphone-Nutzungsverhalten einschätzen.
Von Rita Deutschbein
AAA
Teilen

Smartphone-Sucht: Sind Sie davon gefährdet?Leiden Sie an Smartphone-Sucht? Schon mal etwas von Nomophobie gehört? Nein? Dabei könnten Sie unter diesem Phänomen leiden. Denn als Nomophobie, der Kurzform von No-Mobile-Phone-Phobia, wird die Angst bezeichnet, mobil nicht erreichbar zu sein. Der Begriff stammt ursprünglich aus England und wurde im Zuge einer 2008 erhobenen Studie ins Leben gerufen. In Großbritannien wurde damals untersucht, wieviel Zeit die Menschen täglich mit ihrem Handy oder Smartphone verbringen. Dem Ergebnis zufolge litt 2008 die Hälfte der Briten an Nomophobie, 2012 waren es bereits 66 Prozent.

Smartphones oder auch die einfachen Handys sind aus dem Alltag der meisten Menschen nicht mehr wegzudenken. Ständig klingelt es irgendwo oder man sieht über Displays gebeugte Köpfe. Immer erreichbar sein und möglichst keinen Facebook-Post, Twitter-Feed und keine persönliche Nachricht via SMS, WhatsApp oder andere Kanäle verpassen ist die Devise. Mit der Zeit kann das nerven, besonders dann, wenn die Mitmenschen nicht oder nur selten vom Smartphone lassen können.

Entzugserscheinungen bei Smartphone-Sucht

Laut einer aktuellen Studie des Branchenverband Bitkom besitzt mittlerweile jeder dritte Deutsche ein Smartphone. Und in den seltensten Fällen wird dieses nur zum Telefonieren genutzt. Die vielen Möglichkeiten, die die Geräte dienen, bergen aber auch Gefahren, so die einhellige Meinung von Wissenschaftlern. Verbringen Menschen sehr viel Zeit mit ihrem Smartphone und werden unruhig, wenn sie es zu Hause vergessen haben oder der Akku leer ist, können das erste Anzeichen einer Smartphone-Sucht sein. Dabei wird die Zeit, die Nutzer mit ihrem Handy verbringen, häufig unterschätzt.

Wenn Smartphone-Süchtige ihr Handy nicht nutzen können, können sich Entzugserscheinungen einstellen, die denen von Drogen- oder Alkohol-Süchtigen ähneln. Angstzustände, Nervosität und Zittern sind nur einige der möglichen Symptome. Doch es gibt noch andere, auf den ersten Blick weniger auffällige Folgen von zu ausgedehnter Handy-Nutzung. Schauen Menschen zu oft auf das Smartphone, wirkt das für die Mitmenschen oft unhöflich. Denn wer möchte sich schon mit jemanden unterhalten, der offenbar mehr Interesse daran hat, was auf dem Handy los ist als am gerade geführten Gespräch?

Immer häufiger wird von einer Handy-Etikette gesprochen, die Regeln für einen gesunden und ausgewogenen Umgang mit den mobilen Telefonen vorgeben. Das Smartphone beim Essen nicht auf den Tisch legen, in der Bahn oder dem Bus nur kurze Gespräche in gedämpfter Lautstärke führen und bei Treffen mit Familie und Freunden die Aufmerksamkeit dem Gegenüber widmen und nicht dem Telefon sind nur einige der empfohlenen Verhaltensmaßnahmen.

Hype oder ernsthaftes Problem?

Das Thema der Smartphone-Sucht wird gerade heiß diskutiert. Informatiker und Psychologen der Universität Bonn haben in einer Studie im vergangenen Jahr das Telefonverhalten von 50 Studenten über einen Zeitraum von sechs Wochen untersucht. Dabei kam heraus, dass ein Viertel der Teilnehmer ihr Handy mehr als zwei Stunden pro Tag nutzen. Im Schnitt schauten die Probanden 80 Mal täglich auf das Smartphone - die Zeit zum Schlafen abgezogen im Schnitt also alle zwölf Minuten.

Dennoch stellt sich die Frage, ob das Problem gerade nur gehyped, also etwas überspitzt dargestellt wird, oder ob Nomophobie tatsächlich eine Gefahr für viele Smartphone-Nutzer darstellt.

Wie schätzen Sie Ihre Smartphone-Nutzung ein? Können Sie das Handy auch über einen längeren Zeitraum zur Seite legen, oder schauen Sie häufiger auf das Gerät, um keine Neuigkeiten zu verpassen?







(zum Ergebnis)
Teilen

Mehr zum Thema Smartphone