Milliarden schwer

Vodafone besitzt nun Mehrheit an Kabel Deutschland

Operative Zusammenarbeit muss erst noch geregelt werden
Kommentare (133)
AAA
Teilen (1)

Voda­fone hat die milliar­den­schwere Über­nahme von Kabel Deut­schland unter Dach und Fach gebracht - zumin­dest formal. Der Anteil des bri­tischen Mobil­funk­riesen an Deut­schlands größtem Kabel­netz­betrei­ber beträgt nun 76,57 Prozent, wie die Unter­nehmen heute in London und in München mit­teilten.

Die Übernahme ist abgeschlossen.Die Übernahme ist abgeschlossen Die eigent­liche Arbeit beginnt aller­dings erst. In einem ersten Schritt soll zwischen der Mutter und ihrer Tochter ein so­genannter Beherr­schungs- und Gewinn­abführungs­ver­trag geschlossen werden. Das Papier sichert Vodafone den Durch­griff auf alle Ent­schei­dungen bei Kabel Deutschland und beendet die Ei­genstän­digkeit der Münchner.

Die Verhandlungen über den Vertrag haben bereits begonnen. Wie lange die Gespräche dauern werden, konnten Sprecher beider Firmen nicht sagen. Der Vertrag muss aufseiten von Kabel Deutschland noch auf einer bisher nicht terminierten Hauptversammlung genehmigt werden - angesichts der Mehrheitsverhältnisse ist das aber Formsache.

Ob Kabel Deutschland danach an der Börse bleiben soll oder Vodafone weitere Anteile kaufen wird, ist noch nicht entschieden. Auch die operative Zusammenarbeit muss erst noch im Detail geregelt werden. Bei diesen Fragen sei man noch ganz am Anfang, sagte ein Sprecher. Der genaue Zeitplan ist noch offen.

Statt eigener Investitionen kauft Vodafone den Zugang

Vodafone will mit der Übernahme des Kabelanbieters vor allem den Rivalen Deutsche Telekom auf dessen Heimatmarkt im Festnetzgeschäft angreifen. Das größte deutsche Kabelnetz bietet nicht nur für TV-Angebote ein erhebliches Potenzial. Es kann auch für den Ausbau von Festnetz-Telefonie und als Internetzugang genutzt werden.

Der Deal dürfte die Lage auf dem deutschen Telefon-, Internet- und Kabel-TV-Markt grundlegend verändern. Vodafone will mit der neuen Tochter rasch seinen Kunden Festnetz, Mobilfunk, Breitband und Fernsehen aus einer Hand anbieten. Statt Milliarden in den Ausbau des eigenen Netzes zu stecken, kaufen sich die Briten den Zugang.

Die EU-Kommission hatte keine Bedenken gegen die Übernahme und gab dem Geschäft schon Mitte September den kartellrechtlichen Segen. Die Angebote beider Unternehmen ergänzten sich und behinderten den Wettbewerb auf dem hartumkämpften deutschen Telekommunikationsmarkt nicht, hieß es. Der Verbund habe nach wie vor viele Konkurrenten.

Teilen (1)

Mehr zum Thema Übernahme