Veränderungen

Twitter verändert Datenschutz-Einstellungen

Twitter kommt nicht aus den roten Zahlen heraus, während Facebook und Google den Online-Werbemarkt abräumen. Nun gibt sich der Online-Dienst etwas mehr Freiheiten zur Personalisierung von Anzeigen. Nutzer bekommen im Gegenzug mehr Kontrolle.
Von dpa /
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Ein Gadget mit dem Logo des Kurznachrichtendienstes Twitter liegt am 29.06.2015 in Hamburg in einem Büro von Twitter Deutschland auf einem Besprechungstisch mit dem eingraviertem Zeichen "Hashtag".Twitter will künftig Werbung besser personalisieren Twitter macht einen groß angelegten Anlauf, die Werbung stärker zu personalisieren und so das chronisch verlust­reiche Geschäft anzukurbeln. Unter anderem will der Kurz­nachrichten­dienst nun gesammelte Informationen über Besuche von Nutzern auf Webseiten mit Twitter-Buttons bis zu 30 statt der bisherigen 10 Tage speichern, wie aus den neuen Daten­schutz­bestimmungen hervorgeht. Bei Nutzern in der EU sowie dem EFTA-Wirtschafts­raum mit Island, Norwegen, Schweiz und Liechten­stein werden keine Daten von Webseiten-Besuchen erfasst.

Twitter steigt zudem nach rund fünf Jahren aus der Initiative Do Not Track aus, bei der Nutzer dafür sorgen können, dass keine Daten zu ihrem Surf-Verhalten gesammelt werden. Do Not Track sei nicht wie damals erhofft zum branchen­weiten Standard geworden, hieß es zur Begründung.

Gleich­zeitig bekommen Nutzer weit­reichendere Kontroll­möglichkeiten. So können sie die Personalisierung der Werbung komplett abschalten. Oder auch nur punktuell entscheiden, dass die Anzeigen zum Beispiel nicht auf Basis der besuchten Orte oder mit Daten von allen genutzten Geräten individualisiert werden sollen. Außerdem kann man jetzt sehen, welche Interessen die Twitter-Software einem Nutzer bisher zum Zuschneiden der Anzeigen zugeordnet hat (zum Beispiel Musik­richtungen, Film­genres, Nachrichten­themen) und nicht passende Einträge streichen.

Änderungen beim Datenschutz - Einstellungen prüfen

Im Zuge der Neuerungen sollten Twitter-Nutzer ihre Daten­schutz-Einstellungen erneut überprüfen. Das geht in der jüngsten Version der App in den Einstellungen zu Daten­schutz und Sicher­heit im Punkt "Personalisierung und Daten". Da durch die Änderung auch einige neue Einstellungs­möglich­keiten hinzukommen, lohnt sich ein Besuch im Einstellungen-Menü.

Hier können Nutzer wählen, ob sie auf ihre Interessen zugeschnittene Werbung wollen, ob ihr Standort für die Auswertung genutzt werden darf oder in welcher Form Daten an Dritte weiter­gegeben werden. Im Punkt "Deine Twitter Daten anzeigen" gibt es eine Über­sicht zu persönlichen Daten und auch zu den von Twitter ermittelten Nutzer­interessen.

Auch Twitter müsste Hass­kommentare künftig schneller entfernen, wenn der geplante Gesetz­entwurf von Justiz­minister Heiko Maas durchkommt.

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