Enttäuscht

Twitter: Sturzflug trotz guter Zahlen im Werbegeschäft

Twitter veröffentlicht seine Geschäftszahlen des vergangenen Quartals. Demnach hat der Börsengang keinen besonderen Erfolg gebracht. Womit Twitter dennoch Geld verdient und was das Unternehmen ändern will, lesen Sie in unserer Meldung.
Von dpa / Jennifer Buchholz
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Twitter schreibt weiterhin rote ZahlenTwitter schreibt weiterhin rote Zahlen Ein magerer Zustrom neuer Nutzer im vergangenen Quartal hat die Aktie von Twitter einbrechen lassen. Das Papier verlor am Mittwoch nachbörslich annähernd 18 Prozent an Wert. Nach dem erfolgreichen Börsengang des Kurz­nachrichten­dienstes im November ist dies ein herber Rückschlag.

Im Schluss­quartal waren trotz des Börsenrummels lediglich 9 Millionen Nutzer hinzugekommen, womit die Gesamtzahl zum Jahreswechsel bei 241 Millionen lag. Zum Vergleich: Das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook hatte in der gleichen Zeit 39 Millionen Mitglieder gewonnen und kommt nun auf insgesamt 1,23 Milliarden Nutzer.

Verdoppelter Umsatz im Werbegeschäft

Twitter-Chef Dick Costolo versprach in einer Telefon­konferenz mit Analysten, neuen Mitgliedern den Einstieg mit speziellen Funktionen zu erleichtern. "Wir sehen uns gut aufgestellt für das Jahr 2014. Wir werden viel mehr Menschen erreichen."

Zumindest das Werbe­geschäft - die Haupt­einnahme­quelle von Twitter - ist bereits kräftig angesprungen. Im vergangenen Jahr verdoppelte sich der Gesamt­umsatz auf 665  Millionen Dollar (492 Millionen Euro). Für das laufende Jahr sagte der Kurz­nachrichten­dienst bis zu 1,2 Milliarden Dollar voraus.

Twitter schreibt allerdings nach wie vor tiefrote Zahlen. So müssen die Server bezahlt werden, über die Kurznachrichten laufen. Im Gesamtjahr fiel ein Verlust von 645 Millionen Dollar an, nachdem es 2012 minus 79 Millionen Dollar waren. Die Verschlechterung hat mit dem Börsengang zu tun. Twitter musste für Aktien, die das Unternehmen seinen Mitarbeitern gewährt hat, Kosten von 521 Millionen Dollar verbuchen. Im Schlussquartal gab es daher einen Verlust von 511,5 Millionen Dollar. Der Quartalsumsatz war mit 242,6 Millionen Dollar aber mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor.

Twitter-Aktie stieg kurzzeitig auf 66 Dollar

Twitter war erst im November unter großem öffentlichen Interesse an die Börse gegangen. Die Aktie zog vom ersten Tag an und lag zuletzt im regulären Handel mit rund 66 Dollar weit über dem Ausgabepreis von 26 Dollar. Durch den nachbörslichen Kursrutsch rutschte das Papier auf 54 Dollar zurück.

Konzernchef Costolo betonte in der Telefonkonferenz, ein Ziel für dieses Jahr sei ein "Twitter für alle" zu etablieren. Das Unternehmen sei gut für Wachstum positioniert - "wir haben erst an der Oberfläche des Möglichen gekratzt". Die bestehenden Nutzer würden immer aktiver, konterte Costolo den zuletzt schwachen Mitgliederzuwachs. Zugleich rutschte Twitter auch bei einer zentralen hauseigenen Messeinheit ab, den sogenannten Timeline-Ansichten. Dabei wird gezählt, wie oft Nutzer ihren Twitter-Nachrichtenstrom aktualisieren. Diese Timeline-Views gingen im Vergleich zum Vorquartal erstmals zurück.

Bei Twitter kann man bis zu 140 Zeichen lange Nachrichten absetzen, die auch Links zu Websites, Bildern oder Videos enthalten können. Das Unternehmen will sich als Medium für Nachrichten positionieren und baut dafür unter anderem auf große Sportereignisse wie die anstehenden Olympischen Winterspiele.

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