Warnungen

Twitter Alerts: Katastrophenwarnungen im Zwitscher-Universum

Warnmeldungen über SMS oder Smartphone-Benachrichtigung
Von Hans-Georg Kluge mit Material von dpa
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Das Online-Netzwerk Twitter führt Notfall-Nach­richten für Katastrophen­fälle ein. Organisationen wie das Rote Kreuz oder die US-Kata­strophenschutzbehörde FEMA können künftig Twitter-Nach­richten als "Alert" markieren, teilte das Netzwerk mit. Nutzer, die diese Alarm­meldungen abonniert haben, be­kommen die Nach­richten als SMS auf ihr Handy geschickt.

Twitter Alerts sind besonders gekennzeichnet

Twitter Alerts in der TimelineTwitter Alerts in der Timeline Im Twitter-Nachrichten­strom sollen die Warn­meldungen mit einer orange­farbenen Glocke hervor­gehoben werden. Die Funktion solle "in Notfällen, bei Natur­kata­strophen oder in Momenten, wenn andere Kommuni­kations­dienste nicht erreichbar sind" wichtige Informationen verbreiten, erklärte Twitter-Managerin Gaby Pena auf dem Firmenblog.

Nutzer müssen sich unter der URL twitter.com/[ORGANISATION]/alerts bei den jeweiligen Organisationen selbst anmelden. Die Warnungen kommen dann über SMS oder auf Smartphones in der Benachrichtigungsleiste. In der Timeline erscheinen Twitter Alerts versehen mit einem orangenen Alarmzeichen.

Zum Start holte Twitter mehr als 70 Hilfsorganisationen und Behörden ins Boot. Dazu gehören das US-Seuchenschutzzentrum und der US-Geologiedienst, der Erdbeben misst. Neben Behörden aus den USA sind auch Stellen in Japan und Südkorea dabei. Weitere Stellen weltweit sollen folgen, heißt es. Das Netzwerk will sich offenbar auf Behörden und Hilfsorganisationen konzentrieren; andere Anlaufstellen wie etwa Medien werden nicht erwähnt.

US-Behörden benutzten Twitter bereits während vergangener Naturkatastrophen als Kommunikationskanal. So verschickte die Katastrophenschutzbehörde FEMA während des Hurrikans Sandy im Jahr 2012 Nachrichten über das Online-Netzwerk.

Katwarn: Deutscher Warndienst über SMS und Smartphone-App

In Deutschland wurden nach dem Elbe-Hochwasser im Sommer im Internet Hilfsaktionen organisiert, Webseiten meldeten, wo Sandsäcke und Helfer gebraucht wurden. Außerdem betreiben Kommunen und andere Organisationen Dienste via SMS wie das Katastrophen-Warnsystem Katwarn. Dieses System verfügt über eine Smartphone-App, die den Nutzer anhand vorher festgelegter Postleitzahl oder dem aktuellen Standort zum Beispiel über Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes informiert. Im Alltag funktioniert dies sehr gut - wie auch Erfahrungen aus der teltarif.de-Redaktion zeigen. Es ist allerdings aktuell nur in Berlin, Hamburg und einigen weiteren Landkreisen verfügbar. Wie auch bei den Twitter Alerts ist eine funktionierende Internetverbindung unabdingbar.

Bei Katastrophenfällen berichten auch immer wieder Betroffene selbst online von ihren Erfahrungen. Solche Augenzeugenberichte nehmen mit der steigenden Verbreitung von Smartphones mit Internetzugang zu. Allerdings werden so auch immer wieder Fehlinformationen weiter getragen.

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