Datenleck

Twitch: Massiver Datendiebstahl beim Streaming-Dienst

Twitch ist vor allem bekannt als Platt­form, auf der Gamer live ihren Video­spiel­ver­lauf über­tragen. Ein massives Daten­leck könnte den von Amazon gekauften Dienst vor schwer­wie­gende Probleme stellen.

Die Strea­ming-Platt­form Twitch ist Opfer eines großen Daten­dieb­stahls geworden. Ein Unbe­kannter veröf­fent­lichte im Netz ein Daten­paket, das nach seinen Angaben den gesamten Program­mier­code des Dienstes enthält. Die Amazon-Toch­ter­firma bestä­tigte gestern einen uner­laubten Daten­zugriff, äußerte sich aber zunächst nicht zur Echt­heit der Inhalte. Man arbeite unter Hoch­druck daran, das Ausmaß zu verstehen, teilte Twitch bei Twitter mit.

Twitch wird vor allem von Gamern dafür genutzt, den Verlauf von Video­spielen live zu über­tragen. Die Platt­form brachte eigene Stars hervor, die viele Zuschauer haben.

Experte warnt vor weiteren Hacks

Die Streaming-Plattform Twitch ist eine Tochterfirma von Amazon Die Streaming-Plattform Twitch ist eine Tochterfirma von Amazon
Bild: picture alliance / dpa | Michael Nelson
Zu den veröf­fent­lichten Daten gehören auch Listen mit den angeb­lichen Einkünften der Twitch-Streamer. Vor allem könnte aber die Entblö­ßung der kompletten tech­nischen Platt­form gefähr­liche Folgen haben. "Da auch Quell­texte geleakt wurden, ist davon auszu­gehen, dass diese nun von weiteren Cyber­kri­minellen nach weiteren Schwach­stellen durch­sucht werden", sagte Rüdiger Trost von der IT-Sicher­heits­firma F-Secure. "Es ist zu erwarten, dass wahr­schein­lich weitere Hacks der Platt­form folgen werden", warnte er deshalb.

Die veröf­fent­lichten Daten zeigten unter anderem ein großes Einkom­mens­gefälle zwischen den promi­nen­testen Twitch-Strea­mern, die demnach zum Teil Hundert­tau­sende Dollar verdienen, und weniger popu­lären Nutzern. Mehrere Streamer bestä­tigten bei Twitter, dass die gele­akten Infor­mationen zu ihren Einkünften korrekt seien.

Weitere Leaks und Sicher­heit

Der veröf­fent­lichte Program­mier­code enthielt auch Hinweise auf einen noch unver­öffent­lichten Konkur­renz-Dienst für die popu­läre Spie­leplatt­form Steam und sogar interne Soft­ware-Werk­zeuge, mit denen bei Twitch Hacker-Angriffe simu­liert werden. "Jeff Bezos hat 970 Millionen Dollar dafür bezahlt", schrieb die Person hinter dem Leak auf der Platt­form 4Chan mit einem Seiten­hieb gegen den Amazon-Chef. "Bei uns gibt es das kostenlos."

Das Blog "Plat­former" befragte nach dem Leak frühere Twitch-Entwickler. Sie berich­teten unter anderem, dass es bei der Platt­form intern kaum Vorkeh­rungen gegen das Herun­ter­laden großer Mengen Soft­ware-Code durch Mitar­beiter gegeben habe. Obwohl Amazon, das für starke IT-Sicher­heit bekannt ist, Twitch bereits 2014 gekauft habe, sei die Platt­form noch mit ihren eigenen Sicher­heits­vor­keh­rungen betrieben worden, hieß es auch.

WhatsApp war am Montag­abend down. Das habe dem Messenger-Konkur­renten Tele­gram in die Hände gespielt. Details zu dem Thema lesen Sie in einer weiteren News.

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